Nikkor PC-E 24 mm 1:3,5D ED im Test:
Der Aufsteller

Wolf-Dieter Roth, 28. Dezember 2008 13:57 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Es gibt Objektive, die möchte man unbedingt mal ausprobieren. Das Shift/Tilt PC-E NIKKOR 24 mm 1:3,5D ED ist so ein Fall: Zum Kaufen ist das Perspektiven-Korrekturobjektiv, das für Architektur und Landschaft geeignet ist, etwas zu teuer. Doch man kann ja mieten.

Das Nikkor PC-E 24 mm 1:3,5D ED ist eine sehr neugierig machende Linse: Es bietet einen starken Weitwinkel, als Perspektiven-Korrektur-Künstler aber noch mehr: Die beim Kippen entstehenden stürzenden Linien sollen sich durch die Kompensation mittels der Shift-Funktion wie bei großen Plattenkameras korrigieren lassen.

Ebenso kann die Schärfenebene mit der Tilt-Funktion geneigt werden, so dass ebenso geneigte Motivebenen von vorn bis hinten scharf werden.

Doch da gibt es ein Problem: Das edle Stück kostet über 2000 Euro. Die wollen erstmal verdient sein.

Für einen Test oder einen konkreten fotografischen Auftrag muß man ja aber nicht gleich kaufen – man kann auch mieten.

Bei Lens Avenue kostet es ab sechs Tagen Mietdauer weniger als 20 Euro pro Tag. Damit wird das Nikon PC-E 24 mm 1:3,5D ED auch für Normalverdiener erschwinglich. Gefällt es, so kann man ja später immer noch eins käuflich erwerben.

Lens Avenue vermietet Ausrüstungen auch an Blogger. Also schlugen wir beim Test der D700 zu.

Neigt man die Schärfenebene um bis zu 8,5°, so kann man Objekte von vorn bis hinten scharf abbilden, die bei der gewählten Blende sonst nur in Teilbereichen scharf würden:

Wie man erkennen kann, hat dies allerdings leicht geometrische Nebeneffekte: Schnell kann bei auch nur leichter Verwinkelung der Kamera das fotografierte Objekt zum Hexenhäuschen mutieren.

Allerdings ist das Nikon PC-E NIKKOR 24 mm / 3,5 D ED ein Spezialobjektiv ohne Autofokus-Funktion – das wäre bei dieser komplizierten Optik zuviel verlangt. Zu allen anderen Schraubarbeiten gesellt sich also auch die Scharfstellung.

Shift erlaubt es dagegen, ein aus dem Bild ragendes Gebäude wie bei einer Plattenkamera ins Bild zu rücken, ohne dabei die Kamera kippen zu müssen, was ja zu stürzenden Linien führt.

Gerade bei einem starken Weitwinkel mit 24 mm Brennweite ergibt sich daraus an einer Vollformatkamera wie der Nikon D700 ein sehr interessanter Effekt:

An den Bildreihen erkennt man allerdings ein Problem der Shift-Optik: Die Lichtstärke des Objektivs geht im Shift-Betrieb deutlich zurück. Ohne Nachstellen der Belichtung wird das Ergebnis enttäuschen. Während im ersten Satz Aufnahmen die Belichtung im Shift-Betrieb richtig eingestellt war, ist sie es im zweiten Satz beim Normalbetrieb:

Der Shift-Efffekt erfüllt seinen Zweck. Allerdings erkennt man beim genauen Betrachten der Shift-Aufnahmen optische Verzerrungen. Und es bleibt der Belichtungsverlust.

Angesichts des hohen Preises des PC-E NIKKOR 24 mm 1:3,5D ED ist es für die Situationen, in denen man auf Shift angewiesen wäre, weil man das Objekt nicht aus größerer Entfernung fotografieren kann, überlegenswert, lieber ein noch stärkeres Weitwinkel zu verwenden und den überflüssigen Bildteil (also Straße bzw. Parkplatz im Beispiel) in der Nachbearbeitung abzuschneiden.

Dabei verliert man zwar an Auflösung, doch geschieht dies auch bei Tilt doer Shift infolge der auftretenden zusätzlichen Effekte. Und ein Superweitwinkel wird man als Normalfotograf öfters einsetzen können als ein Tilt-Shift-Objektiv. Wer allerdings laufend Architektur in beengten Verhältnissen fotografiert, für den kann sich das PC-E NIKKOR 24 mm 1:3,5D ED (Affiliate-Link) lohnen.

Nikon PC-E NIKKOR 24 mm 1:3,5D ED

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