Delkin Monitor-Blendschutz:
Nasenbrecher für helle Tage

Faltbare Blendschutz-Masken für Spiegelreflex-Kameras sind inzwischen von diversen Herstellern verfügbar. Ich habe mir ein preiswertes Modell von Delkin angeschafft.

Delkins Monitor-Blendschutz. Klick für Detailansicht. (Bilder © PS)

Delkins Monitor-Blendschutz. Klick für Detailansicht. (Bilder © PS)

Für mehr als Wohnzimmer-Versuche und ein paar Bilder musste der faltbare Blendschutz von Delkin noch nicht herhalten, den ich mir diese Woche im Hinblick auf die nächsten Tage Landschafts-Workshop im Death Valley bestellt habe. Trotzdem hat mich das sauber verarbeitete Plastikteil bereits positiv überrascht:

Die billige Version, die nur gerade den Monitor abdeckt (der Blendschutz ist in einer Vielfalt von Modellen für zahlreiche Kameras erhältlich), wird wie alle, die am Sucher und an der unteren Monitorkante festgemacht werden, mit einer eigenen Sucherabdeckung geliefert. Dieses Plastik/Gummiteil kostet bei Nikon als Ersatzteil allein bereits knapp 8 Dollar – der ganze Delkin-Blendschutz kostet in der schmalen Variante ohne Abdeckung der Knöpfe auf der Gehäuserückseite (deren Sinn sich mir nicht erschließt) nicht ganz 30 Dollar.

Nach einem Blick in die Montageanleitung des Delkin-Blendschutz’ war klar, dass die Abdeckung nicht nur auf die Gehäuserückseite der Kamera aufgesteckt, sondern mit einem kleinen Schieber unter der Sucherabdeckung verriegelt wird – sie hält danach bombenfest und kann nur nach dem Entriegeln entfernt werden. Der Deckel über dem Monitor mit den beiden mit winzigen federn beim Öffnen automatisch ausklappenden Seitenteilen klappert ein bisschen, ist aber ebenfalls mit einem einfachen Schnappverschluss verriegelt – er lässt sich nur mit Spitzen Fingern öffnen. Der Blendschutz trägt wider Erwarten nicht wirklich spürbar auf, die kamera erscheint nicht dicker.

Die Montage erfolgt durch Aufstecken, die Verriegelung mit dem Schieber unter dem Augenschoner am Sucher. Klick für Detailansicht. (Bilder © PS)

Die Montage erfolgt durch Aufstecken, die Verriegelung mit dem Schieber unter dem Augenschoner am Sucher. Klick für Detailansicht. (Bilder © PS)

Dafür ist das Monitorbild deutlich brillanter: Die Original-Nikon-Abdeckung des Monitors besteht aus zähem Plastik, der leicht milchig wirkt; im Delkin-Blendschutz ist eine glasklare Plexiglas- oder vielleicht sogar Glasscheibe integriert, die absolut unsichtbar erscheint. Solange sie nicht verschmutzt ist, heisst das wohl. Im grössten Nachteil des Blendschutzes besteht hier aber auch ein Vorteil: Die Klappe muss, um durch den Sucher ein Bild zu komponieren, geschlossen werden; dadurch gehören die Ölschlieren, die ein normal fettiges oder ganz besonders ein verschwitztes Fotografen-Gesicht auf dem Monitor-Schutz hinterließ, endlich der Vergangenheit an.

Das öffnen und Schließen des Blendschutzes geht leicht vonstatten - und während des Shootings muss der Deckel nicht eingerastet werden. Klick für Detailansicht. (Bilder © PS)

Das öffnen und Schließen des Blendschutzes geht leicht vonstatten - und während des Shootings muss der Deckel nicht eingerastet werden. Klick für Detailansicht. (Bilder © PS)

Der Nachteil ist natürlich, dass zur Bildkontrolle nach jeder Aufnahme der Blendschutz erst auf- und dann wieder zugeklappt werden muss. Das habe ich mir aber wesentlich mühsamer vorgestellt, als es zu sein scheint. Wenn man mit mit den Daumen die beiden Seitenteile gegen innen drückt, schnappt der Deckel zu, ohne sofort einzurasten. Nach der nächsten Aufnahme ist der dann mit einem leichten Fingerschlag wieder geöffnet.

Das regelmäßige Sauberreiben der Standard-Abdeckung und deren gelegentliche Entfernung, um darunter geratenen Staub zu entfernen (die Nikon-Abdeckung liegt nicht unmittelbart auf dem Monitor auf) waren auch nicht viel weniger aufwändig.

Was den effektiven Blendschutz im grellen Tageslicht angeht, kann ich noch nicht viel sagen. Erfahrungsgemäß ist auf dem Monitor, so hell und kristallklar er sonst auch sein mag, in der prallen Sonne gar nichts zu sehen. Das ist mir gerade bei jenen Gelegenheiten, wo ich endlich mal mit Live-View und dem Monitor als Sucher zum Beispiel Überkopf-Aufnahmen oder solche dicht am Boden machen wollte, jedesmal sehr nervig aufgefallen.

Und auch wenn eine Wohnzimmer-Halogenlampe nicht die Helligkeit eines Sommertags erreicht, mit der direkten Ausrichtung von schräg hinten oben habe ich versucht, die Wirkung der Sonne zu simulieren – und bei aufgeklapptem Delkin-Blendschutz war darauf der Monitor sehr gut zu sehen.

Wie sich das im Licht der Wüste anfühlt, werde ich die nächsten Tage im Death Valley an einem Landschafts-Workshop feststellen können. dass es eine schmerzhafte Gewohnheit sein kann, die Kamera nach einem Kontrollblick auf den Monitor ohne Zuklappen des Blendschutzes wieder ans Auge zu heben, habe ich im Wohnzimmer heute schon feststellen dürfen…

Der Ausflug ins Death Valley ist übrigens auch der Grund, weshalb voraussichtlich keine “24 Stunden” erscheinen bis ungefähr Mitte Woche: Wahrscheinlich habe ich weder Internetanschluss noch Zeit, die Newsbilder zu sichten. Falls ersteres vorhanden ist, werde ich vielleicht ähnliche Beispielbilder posten, wie ich es im Dezember während der Reise in die Canyons getan habe.

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