Farbmanagement und Browser:
Firefox gleicht aus

Wenn wir uns Bilder online anschauen oder sie sogar beurteilen, sehen wir alle das gleiche Bild? Leider nein, was die Farben, Kontrast und Helligkeit betrifft.

Das Problem: Ihr habt wunderbare Bilder bearbeitet, die Ihr nun ins Netz stellt, damit andere daran teilhaben können. Oder Ihr habt das Bild bei fokussiert.com zur Beurteilung eingereicht. Die anderen draußen an ihren Monitoren mit ihren verschiedenen Betriebssystemen und Browsern finden die Bilder jedoch gar nicht toll. Sie erscheinen ihnen vielleicht flau, zu hell, zu dunkel oder die Farben sind seltsam verschoben.

Damit es gleiche Farben für alle geben kann, muss das Farbmanagement aktiviert werden. Der erste unerlässliche Schritt ist die Monitorkalibrierung. Dafür gibt es eine Reihe von Systemen, ob sie nun Eye-One oder Spyder heißen. Über die Monitorkalibrierung mit Spyder2express berichtete fokussiert.com mit einem zweiteiligen Test.

Die Geräte sind inzwischen sehr günstig oder lassen sich auch ausleihen. Allerdings sollten die Monitore mindestens alle Vierteljahre auf die neueste Kalibrierung gebracht werden, weil sie altern und sich Farben, Kontrast und Helligkeit unmerklich wieder verschieben.

Für Online-Galerien verwenden wir zum Anschauen der Bilder normalerweise Webbrowser. Der Macintosh-Browser Safari (jetzt als Beta Version 4) ist als einziger ganz selbstverständlich ins Farbmanagement von Mac OS X eingebunden. Der Internet Explorer von Microsoft kann das nicht und stellt die Bilder – vornehm gesagt – auf seine eigene Weise dar. Da nützt es auch nicht viel, wenn die Bilder an einem kalibrierten Monitor “richtig” bearbeitet worden sind. Einziger, dennoch zweifelhafter Kompromiss: die Bilder mit sRGB-Profil versehen und auf das Beste hoffen.

Aber es gibt eine weit bessere Lösung – Firefox. Der unabhängige Webbrowser für alle Betriebssysteme von Mozilla hat seit Version 3 ein eingebautes Farbmanagement. Standardmäßig ist es nicht aktiviert, gut versteckt und wir müssen nachhelfen:

Firefox-Fenster aufrufen, in die Adresszeile “about:config” eintippen und Enter-Taste drücken. Danach öffnet sich ein Fenster, das uns fragt, ob wir wissen, was wir da tun. Wir versprechen, vorsichtig zu sein und klicken weiter. Im nächsten Fenster suchen wir uns die Zeile “gfx.color_management.enabled” heraus. Standardmäßig steht die Einstellung auf “false”, was bedeutet, dass das Farbmanagement deaktiviert ist. Nun doppelklicken wir auf diese Zeile und die Einstellung springt von “false” auf “true”. Das war’s schon – das Konfigurationsfenster schließen. Firefox kann nun Farben konsistent darstellen.

Das Testbild oben ist gut für das Vorher/Nachher-Experiment geeignet. Erscheint der Farb-Regenbogen natürlich? Kritisch sind insbesonders die Hauttöne, deshalb eignen sie sich gut für eine Beurteilung. Ob Kontrast und Helligkeit gut eingestellt sind, lässt sich an den Grauabstufungen gut erkennen. Wenn Ihr sie alle einzeln unterscheiden könnt von Weiß bis Schwarz, habt Ihr einen ziemlich guten Monitor mit einer sehr guten Einstellung.

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6 Kommentare

  1. axelpix
    schrieb am 25. Februar 2009 um 12:57 Uhr (#)

    Klasse Beitrag. Noch ein Tipp von mir. Um zu testen, ob der Browser mit Farbprofil ordnungsgemäß funktioniert auf diese Seite gehen:
    http://www.color.org/version4html.xalter

  2. Toasti
    schrieb am 25. Februar 2009 um 15:31 Uhr (#)

    Irgendwo hab ich den Tipp doch schon mal gesehen *grübbel* Ach ja, vor knapp einem Jahr in meinem eigenen Blog *g*

    Aber trotzdem ist es gut wenn man darauf mal hinweist, auch wenn ich mir eigentlich wünschen würde, das Mozilla im Firefox diese Funktion bereits selbst aktiviert. Das würde nämlich mal eine Menge der Darstellungsfehler in den meisten Haushalten und Büros beseitigen – auch ohne das sich ein ungeübter User an einer Config probiert.

  3. m.meyer
    schrieb am 25. Februar 2009 um 17:01 Uhr (#)

    Vieles ist so einfach, wenn man weiß, wie …
    Danke für diese Information.

    Gruss m.m.

  4. Toasti
    schrieb am 25. Februar 2009 um 21:14 Uhr (#)

    Alternativ empfiehlt sich zum testen auch die Seite von Andreas Beitinger: http://foto.beitinger.de/…anagement/index.html

  5. mad
    schrieb am 27. Februar 2009 um 13:11 Uhr (#)

    Übrigens muss man Firefox neustarten, damit das funktioniert.

  6. Picera
    schrieb am 4. Januar 2010 um 15:01 Uhr (#)

    Alles schön und gut – ich wusste bisher auch nicht das es standartmäßig im FireFox deaktiviert ist – aaaaber….

    Wem soll das eigentlich nutzen? Solang nicht eine Initiative gestartet wird die alle Welt dazu bewegt mal die Monitore richtig einzustellen, hilft das keinem weiter.
    Ich weiss wovon ich spreche denn ich arbeite als Fotograf in einer recht großen Firma. Wenn nun für mich der Auftrag kommt etwas zu fotografieren und ich das Bild gemacht habe…was denkt ihr was dann passiert? Das Bild geht zur Überprüfung via Mail raus. Nicht ein einziger Monitor im ganzen Betrieb (ausser mein eigener :P ) ist vermessen worden. Und das ist jetzt noch sehr klein gedacht…wenn das ganze nichtmal bei ein paar hundert Leuten funktioniert, wem soll das dann nutzen wenn es ein völlig generelles Problem ist?

    Ich sag’s ja nicht gerne aber ich würde auch zu sRGB raten…und dann einfach das beste hoffen, mehr können wir z.Z. einfach nicht tun.

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