Thomas Wrede:
Immer zweimal hingucken

Bei Thomas Wrede gilt es zweimal hinzugucken. Seine Landschaften heißen zwar “Real Landscapes”, aber wer weiß schon, was hier wirklich real ist?

Ähnliches gilt für seine Fotografien aus Manhattan: Hier vermischen sich Plakatwände und Straßenszenen zu Bildern mit neuen Identitäten. Thomas Wredes Bildwelten sind zur Zeit in zwei Ausstellungen zu sehen – in Berlin und in Düsseldorf.

Thomas Wredes Landschaftsinszenierungen sind ein augenzwinkerndes Spiel mit Mikro- und Makrowahrnehmung, mit Natürlichkeit und Künstlichkeit. Aus luftiger Höhe blickt man auf verführerisch-schöne Landschaften, die der Künstler mit kleinen Modellen in romantische Plätze verwandelt.

Wredes Bildkompositionen werden mit der Malerei des Romantikers Caspar David Friedrich verglichen. Die präzisen Details, die Linienführung, die eine Weite der Landschaft herstellt und die Farbstimmungen erzeugen eine spröde Schönheit. Bei Wredes Arbeit “Bergrutsch“ zeigen sich in der Bildstimmung deutliche Parallelen zu Friedrichs “Eismeer”. Verloren und zerbrechlich wirken die menschlichen Spuren in der Leere der Landschaften, wie die einsame Imbiss-Station am Abend.Statt Personen wie C.F. Friedrich setzt Wrede Modelle von Häusern oder Fahrzeugen in diese Landschaften, die keineswegs in den USA aufgenommen wurden, sondern an den Stränden der Nordsee und im Kohletagebau der Lausitz. Diese Bildserie ist in der Galerie Wagner + Partner bis 25. April zu sehen.

Genauer zu lokalisieren sind Thomas Wredes Bilder aus Big Apple. Während der letzten sechs Jahre fotografierte er Plakatwände in Manhattan. Die Ideale der Werbung setzt er in Kontrast zur Wirklichkeit der New Yorker Straßen.

Es entsteht eine Collage, in der sich diese verschiedenen Ebenen in einer Bildfläche komplettieren. Auch in dieser Serie konfrontiert Wrede den Betrachter mit der zweischneidigen Frage nach Realität und Schein, nach Modell und Wirklichkeit.

Die bisher noch nie in der Öffentlichkeit präsentierten Serie wird in der Düsseldorfer Galerie Beck & Eggeling new quarters ebenfalls bis 25. April gezeigt.

Thomas Wrede, Jahrgang 1963, lebt und arbeitet in Münster/Westfalen. Auf seiner Website können wir uns die Bildwelten anschauen – neben den beiden in den Ausstellungen gezeigten noch etliche weitere.

Thomas Wrede – Real Landscapes – New Works
Wagner + Partner, Karl-Marx-Allee 87, D-10243 Berlin,
+49 (0)30 – 21960137, mail@galerie-wagner-partner.com
Geöffnet Dienstag bis Samstag 12 – 18 Uhr

Thomas Wrede – Manhattan/ Picture Worlds
Beck & Eggeling new quarters, Bilker Str. 4-6, D-40213 Düsseldorf,
+49 (0)211-2107910, info@new-quarters.de
Geöffnet Dienstag bis Freitag 10 – 13 Uhr und 14 – 18 Uhr. Samstag 11 – 16 Uhr

Thomas Wrede
Wagner + Partner
Beck & Eggeling new quarters

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2 Kommentare

  1. Patricia
    schrieb am 18. März 2009 um 13:33 Uhr (#)

    Das hat etwas faszinierendes. Wenn ich auch keine so starken Parallelen zu Caspar David Friedrich sehe. Sicher, die Stimmung ist ähnlich, aber die Perspektive ist eine völlig andere. Es ist eher wie ein Blick aus dem Flugzeugfenster.

  2. Szinyei Merse
    schrieb am 19. März 2009 um 10:46 Uhr (#)

    Photografen mit Malern zu vergleichen ist eher fragwürdig.
    Jedenfalls scheint Thomas Wrede weniger “nekromantisch angehaucht”
    zu sein als “Caspar” D. F. ^^

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