Pirkle Jones:
Photojournalist und Künstler

Pirkle Jones war in Kalifornien eine Fotografenlegende. Der Freund und Schüler von Ansel Adams war ein Meister der narrativen Fotografie. Er ist Mitte März verstorben.

Pirkle Jones: Ein Haus wird umgesiedelt 1956. © Pirkle Jones, SFMoma, www.sfmoma.com

Pirkle Jones: Ein Haus wird umgesiedelt 1956. © Pirkle Jones, SFMoma, www.sfmoma.com

Ich hatte noch nie von Pirkle Jones gehört, bis ich den Nachruf in der NYT las. Inzwischen bin ich sicher, viele seiner Bilder schon gesehen zu haben. Als Foto-Journalist hat Jones vor allem in Kalifornien grosse Projekte realisiert, darunter seine Ansicht vom “Tod eines Tals” (Death of a Valley”, 1956).Für Kalifornien, dessen jüngere Geschichte Pirkle Jones mit fotografischen Projekten dokumentiert hat, ist er das fotografische Äquivalent des Schriftstellers John Steinbeck.

Geboren 1914 im amerikanischen Süden in Shrevenport, Louisiana, hat Pirkle Jones mit 17 angefangen zu fotografieren und war in den dreißiger Jahren bereits ein publizierter Fotograf. Nach dem Krieg studierte er in San Francisco Fotografie (in der ersten Klasse der dortigen Kunstschule) und kam so mit Künstlern wie Edward Weston und Ansel Adams zusammen. 1947-53 arbeitete er als Adams Assistent.

Anders als Adams zog es Jones aber zur dokumentarischen Fotografie, und mit Dorothea Lange realisierte er 1956 ein fotografisches Essay über den Untergang des Berryessa Valley, das durch den Bau des Monticello-Dammes geflutet wurde. Ansel Adams über Pirkle Jones:

Seine Fotografie ist nicht prunkvoll, sie braucht keine künstliche Aufregung. Seine Bilder werden mit uns, und mit der Welt, leben, solange es Menschen gibt, die Beobachtung und Wertschätzung pflegen.

Er schuf neben weiteren umfangreichen Essays viele bemerkenswerte Bilder von den Farmarbeitern im kalifornischen Central- oder San Joaquin-Valley. Berühmt wurde er darüberhinaus mit seinen Dokumentaraufnahmen der Schwarzen Panther in der Region der Bucht von San Francisco in den sechziger Jahren. Er kam den Führern der Bewegung durch eine Freundschaft seiner Frau Ruth-Marion Baruch näher und dokumentierte die dramatischen Ereignisse, als die politische Bewegung der Schwarzen Ende der sechziger Jahre an den Rand eines Kriegs mit der Polizei geriet.

Einblicke in Pirkle Jones Arbeit geben die Sammlungs-Website des San Francisco Museum of Modern Art (SFMoma) und die Joseph Bellows Gallery

Pirkle Jones: Nachruf der New York Times

 

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