Nachblitz-Porträt:
Liebeserklärung in Bildern

Aus einem gelungenen Experiment sollte eine noch bessere Bildserie werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© S.F.).Kommentar des Fotografen:

Wieder ein Portrait meines Modells (und Freundin) – diesmal mit dem Versuch, durch Blitzeinsatz (2. Verschlussvorhang) einen Bewegungseffekt zu erzielen. Das Resultat ist ein atemberaubendes, dynamisches Portrait aus einer Kombination aus Effekt und extremen Ausdruck. Das Bild habe ich minimal mit Lightroom bearbeitet um einen weicheren Teint zu erhalten und die Sättigung etwas zurückzunehmen.

Profi Horst Kloever meint zum Bild von S.F:

Zuallererst: Das Bild ist eine Wucht, um mal einen Begriff meiner Jugend anzubringen. Abgesehen von ein paar technischen Details halte ich es für ein sehr gelungenes und wirkungsvolles Kompliment an die Schönheit deiner Freundin.

Ich möchte Dich ausdrücklich dazu ermutigen, in diese Richtung weiter zu fotografieren und zu experimentieren. Daraus würde sicher eine Porträtserie entstehen, die in einem Magazin, einer Ausstellung oder einem Wettbewerb zu Ehren kommen könnte.

Aus einem ursprünglichen Experiment kann durch intensive Beschäftigung mit ähnlichen Motiven und verwandten Techniken eine stringente Bildgruppe werden. Schade ist es oft, wenn Fotografen von einem Sujet zum nächsten springen, gute Einzelbilder produzieren, aber zu schnell wieder ganz wo anders sind.

Deine Bildidee ist einfach und ansprechend, zudem lässt sie sich in verschiedene Richtungen ausbauen. Wirklich nur gesponnen: Deine Freundin beim Luftgitarre spielen (Action), Haare können auch nass sehr sexy aussehen (Kopfporträt, Haare) …zudem hat sie sicher ein natürliches Talent für Posen.

Kurz zur Technik:

Die Blitzsynchronisation auf den „zweiten Verschlussvorhang“ zu legen, also den Blitz kurz vor dem Ende einer längeren Belichtungszeit auszulösen, bringt die Gefahr mit sich, dass wichtige Details (hier die Augen), die ohne Blitzlicht aufgenommen werden, verwischt werden. Ich meine, dass dies der Bildwirkung hier durchaus gut tut. Falls es zu stark wird, kann man die Grundbelichtung durch zusätzliches Heisslicht kurz halten. Hier führen nur Experimente zum Erfolg.

Das Porträt im Quadrat-SchnittIch habe das Bild in ein Quadrat verwandelt und den Kontrast versuchsweise ein wenig angezogen. Ich mag das Format (weil ich von der Mittelformat-Fotografie her komme) und der Hintergrund links hat nicht wirklich viel zu erzählen. Quadrate können sehr spannend komponiert werden und fallen aus dem Rahmen der üblichen Quer- und Hochformate.

Hoffentlich sehen wir bald mehr von Deiner Liebeserklärung in Bildern.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Antworten
  1. Stefan says:

    Lieber Horst!

    Vielen Dank für die Kritik, die sehr milde ausgefallen ist… Ich habe dieses Bild sicher schon tausend mal angesehen und es gefällt mir trotz der technischen Unzulänglichkeiten (davon gibt es leider sehr viele) immer noch gut. Doch das ist wahrscheinlich sehr subjektiv, ist das Modell ja meine Freundin…

    Liebe Grüße aus Wien,
    Stefan

    PS: Nachschub kommt…

    Antworten
  2. Pascal says:

    Mir gefallen die monochrom gehaltene Darstellung und die Ausleuchtung ziemlich gut. Aber ehrlich gesagt vermisse ich die angesprochene Dynamik im Bild etwas. Den Bewegungsunschärfeeffekt welcher diese Dynamik rüber bringen sollte kann ich gar nicht ausmachen. Die Haare im Vordergrund sind scharf abgebildet anstelle der Augen. Ich weiss nicht ob dies durch die Bewegung und die Blitzsynchronisation auf den zweiten Vorhang ausmacht, aber es sieht für mich danach aus, als ob der Fokuspunkt falsch gesetzt wurde.

    Die Haare vor dem Gesicht stören mich. Sie wirken als ob sie da irgendwie hinein gehalten werden, die Kopfschüttelbewegung(?) wirkt dabei etwas unnatürlich. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass die Haar länger sind, als es die Aufnahme vermuten lässt (die eine Hälfte versinkt so schön in der Unschärfe, dass sich die effektive Länge nur erahnen lässt). Ich hätte gerne noch Bilder gesehen ohne dieser Haare im Gesicht.

    Daher gebe ich Horst auch recht, dass eine Bildserie durchaus interessant sein könnte. Ich würde noch weiter mit der Bewegungsunschärfe experimentieren und den Effekt stärker zu Geltung bringen.

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