Federfoto:
Leichte Schwere

Eine minimalistische Fingerübung mit zwei verschiedenen Federn, die von der Kombination gegensätzlicher Assoziationen lebt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Uwe Minuth).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Uwe Minuth).

Kommentar des Fotografen:

Bildtitel ” Leichter Federtraum”. Stilleben mit Federn, die auf einen Spiegel liegen. Beleuchtung war ein Halogenstrahler (35W) von der rechten Seite.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Uwe Minuth:

Weiße Feder auf schwarzem Grund. Sehen wir ehrlich: Originell ist das Motiv nicht. Aber wozu auch? Als Fingerübung im Umgang mit Licht und Arrangement eignen sich auch zwei schlichte Federn.

Auffällig sind an diesem Foto drei Dinge. Die Spiegelung der Feder durch einen Spiegel als Untergrund. Die Tatsache, dass nicht wie so oft nur eine weiße Feder genutzt wurde, sondern zusätzlich auch eine braune. Das Schwarz als Hintergrund, welches mit “Schwere” und “Tiefe” assoziiert wird, während einer Feder meist die Attribute “leicht” und “sanft” zugewiesen bekommt. Diese drei Dinge zusammen führen dazu, dass das Foto etwas überfrachtet ist.

Trotzdem mag ich jede der drei Entscheidungen. Was mich am meisten stört, sind die ungeordneten, wirren Haare am unteren Ende beider Federn. Ich weiß, perfekt geformte Federn liegen nicht bei jedem in der Nachttischschublade. Dennoch gilt, dass gerade bei minimalistischen Kompositionen wie diesen die wenigen Requisiten entsprechend größerer Aufmerksamkeit bedürfen.

Die Lichtführung ist jedoch sehr gelungen. Keine Ahnung, ob es Zufall, Absicht oder Intuition war, dass die Lichtquelle von rechts (Halogenstrahler) einen Helligkeitsverlauf erzeugt, der von rechts nach links immer weiter abnimmt. Nicht nur wegen des Lichts, sondern auch, weil die braune Feder dort drapiert wurde.

Die geringe Lichtstärke der Halogenbirne sorgt dafür, dass die Belichtungszeit mit 1/6 Sekunde relativ lang ausfallen muss. Hier sind noch Verbesserungen möglich. Mit einem entfesselten Systemblitz oder mindestens mit einem stärkeren Halogenstrahler wäre es möglich, die Belichtungszeiten bis zu 1/200 Sekunde zu verkürzen.

Das würde z.B. erlauben, das Foto einer oder mehrerer schwebenden Federn festzuhalten und die Leichtigkeit des Motivs zu unterstreichen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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