After-Hour-Panorama:
Handy-Fotografie

Es bedarf keiner High-Tech-Kamera, um gelungene Motive einzufangen. Dass auch mit einem Handy gelungene Fotos entstehen können, hat erst kürzlich Guido Karp mit seinem Buch “The Nudes – Photography with a Cyber-shot Mobile” bewiesen.

Kommentar des Fotografen:

Ist ein Zufallsprodukt mit dem Kamerahandy Sony Ericsson W8ooi. Aufgenommen wurde es bei der Rückfahrt nach einem Festival, was die Müdigkeit erklärt ;)

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jonas Edler:

Es bedarf keiner High-Tech-Kamera, um gelungene Motive einzufangen. Dass auch mit einem Handy gelungene Fotos entstehen können, hat erst kürzlich Guido Karp mit seinem Buch “The Nudes – Photography with a Cyber-shot Mobile” bewiesen.

Jonas Edler macht es ähnlich:

Sein Werkzeug war ein Sony Ericsson W800i, klein genug, um es immer dabei zu haben. So konnte er auch die erschöpfte, entspannte Stimmung auf der Rückfahrt des Rock-Festivals einfangen, wahrscheinlich sogar des Highfield-Festivals, dessen Schriftzug auf beiden T-Shirts prangt.

Sehr gelungen finde ich die Perspektive, mit der es Jonas schafft, die ganze Geschichte erkennbar wiederzugeben. Durch den starken horizontalen Beschnitt und die daraus resultierende Panorama-Wirkung lesen die Augen das Foto instinktiv von links nach rechts.

Zuerst fällt der erschöpfte Teenager auf, das rote Festival-T-Shirt sticht ins Auge, die weißen Kopfhörer lenken den Blick danach ins ruhende Gesicht. Der Jugendliche wirkt friedlich: Erschöpft, aber zufrieden.

Der Blick wandert weiter nach rechts und wir sehen die großen Rucksäcke, die Last, die zur Erschöpfung führte und ganz am rechten Rand dann den Fotografen selbst. Ebenfalls im Festival-Shirt, mit seinem Handy beim Einfangen der Szene. Durch die ebenfalls weißen Kopfhörer und den ähnlichen Haarschnitt wirken beide Personen wie Zwillinge, Brüder oder mindestens gute Freunde. Diese Vertrautheit schafft eine Brücke zwischen dem linken und rechten Bildrand und erlaubt erst die Aufnahme dieser Szene.

Technisch ist das Foto nur bedingt gelungen. Das Rauschen ist wegen der schwierigen Lichtverhältnisse hoch und stark sichtbar. Aber auch das trägt zur Aussage des Fotos bei: Die Schnappschuss-Ästhetik wird durch den grisseligen Look noch betont. Ein cooles, modernes Foto.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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3 Kommentare

  1. bosch
    schrieb am 4. Mai 2009 um 13:04 Uhr (#)

    Find ich auch prima. Martin Parr hat ürbigens vor einigen Jahren zur Einführung eines neuen Handys sich auch mal an der “Handfotografie” versucht. Leider kann man die Ergebnisse nirgends mehr im Netz finden.

  2. bee
    schrieb am 4. Mai 2009 um 15:47 Uhr (#)

    Tolles Bild, gratuliere!

    Keine Website von Jonas? Schade, hätte gern mehr gesehen.

  3. Zippo
    schrieb am 4. Mai 2009 um 16:05 Uhr (#)

    Ganz großes Kino, das Bild!
    Gruß an die Technikfetischisten! :-)

    Viele Grüße von Zippo!

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