Fischen, Beten, Waschen:
Früh Aufstehen wird belohnt

Früh morgens ist das Licht noch sehr kontrastschwach, was eine besondere Stimmung möglich macht.

Kommentar des Fotografen:

In Varanasi, ca. 5 a.m., fotografiert mit Nikon Coolpix compact. Mich hat die Selbstverständlichkeit interessiert, mit der in Indien Religion ausgeübt wird – die einen beten, die anderen fischen, daneben wird auch im Morgengrauen schon gewaschen…

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Sybille Stempel:

Ein wunderschönes Foto. An diesem Bild gefällt mir vor allem die einfache, aber trotzdem sehr effektive Aufteilung der Bildelemente (der Bildaufbau) und natürlich dieses Licht, das das Wasser irgendwie konturlos, kontrastarm und dickflüssig macht. Eigentlich gibt es dem nichts hinzuzufügen. Nur eins vielleicht:

Der Standpunkt der Fotografin schneidet leider den Fischern jeweils die Köpfe ab, indem diese auf dem dunkleren Hintergrundstreifen liegen. Hier wäre es schöner gewesen, den Standpunkt ein wenig höher oder eben tiefer zu wählen. Damit wären alle Beteiligten freigestellt und damit klarer erkennbar gewesen.

Ansonsten gefällt mir das Licht sehr gut. Insgesamt ist das ganze Bild farblich sehr monochrom gehalten, was die Konzentration auf die einzelnen Elemente verstärkt. Diese Elemente sind klar herausgearbeitet.

Der Mittelpunkt ist natürlich der betende Mann im Wasser, der die gesamte Spannung auf sich zieht und gleichzeitig der Ruhepunkt ist. Wichtig ist hier, dass er seitlich zur Fotografin liegt und man in der Silhoutte das Gesicht und die betenden Hände erkennt.

Ich kann mir dieses Bild sehr gut in sehr groß an der Wand vorstellen. Auch die Wahl auf ein quadratisches Format finde ich sehr gut gewählt. Dadurch stehen die Elemente in einem interessanten Spannungsbogen zueinander.

Mehr kann ich nicht sagen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Kommentare

  1. Markus Kohlhoff
    schrieb am 22. Juni 2009 um 14:15 Uhr (#)

    Meine Laienmeinung: Die Lichtspiegelungen in den Komplementärfarben orange und blau finde ich auch sehr schön und macht für mich den Hauptreiz des Bildes aus – im Gegensatz zur Komposition. Dass die Silhouette im Vordergrund ein betender Mann ist und keine tauchenden Enten sind, hätte ich ohne Untertitel nicht erkannt. Vor allem aber empfinde ich die vom – schiefen – Horizont “abgeschnittenen” Köpfe als unruhestiftendes Element, welches m.E. den frühmorgendlichen Frieden, den das Bild sonst ausstrahlt stört. Vielleicht hätte man auch den langweiligen Himmel durch etwas mehr interessantes Wasser ersetzten können.
    Aber allein für das Farbspiel hat es sich schon gelohnt!

  2. Corinne ZS
    schrieb am 23. Juni 2009 um 10:04 Uhr (#)

    Wenn es hier um die Selbstverständlichkeit geht, mit der in Indien Religion gelebt wird, dann ist das Bild schlecht. Davon ist nämlich nichts zu sehen.

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