Slinkachu:
Kleine Leute ganz gross

Strassenkünstler Slinkachu erschafft winzige Welten in der unseren, die wir ohne seine Fotografien gar nicht wahrnehmen würden. Die Makrofotografie wird bei ihm zur Bühne seiner Kunst.

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder slinkachu)

Seit 2006 setzt der 29jährige britische Strassenkünstler Slinkachu seine Protagonisten in der Grossstadt aus: Die winzigen Modelleisenbahnfigürchen werden zu Strassenmusikern neben einem verlorenen MP3-Kopfhörer, zu Fliegentötern, Reisenden in der Wüste des Trottoirs oder Skateboardern in der Half-Pipe einer Orangenschale. So klein sind die Szenen, die der Künstler schafft, dass man sie als Passant nicht nur übersehen, sondern wohl auch zertreten würde – weshalb er sie für die Nachwelt fotografisch festhält.

Tundra: Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder slinkachu)

Die Umkehrung des Verkleinerungs-Effekts ist fotografisch spannend: Durch die Makro-Fotografie erhalten seine kleinen, häufig ironischen und nicht selten britisch-sarkastischen Alltagsbilder eine Grösse, in der sie plötzlich aufgrund ihrer Umgebung spannend werden: Die Menschlein in einer winzigen Winterlandschaft, die in Tat und Wahrheit die Weisse Linie eines Parkfelds ist; der alternde Supermann, der hier von einem Kandelaber springt (fliegen, sagt Slinkachu, kann er schon lange nicht mehr) und dort bequem in einer leeren Soda-Dose sitzt und ein Dosenbier trinkt.

Lieber Sohn - Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder slinkachu)

Aus den winzigen Szenen „zoomt“ der Künstler dann mit der Kamera aus und zeigt sie in realer Grösse, die vielleicht auch uns ein bisschen deutlicher macht, wie winzig und unwichtig wir selber sind oder sein könnten – und dass uns jemand auf dem Gehsteig vielleicht völlig unachtsam zertritt.

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Slinkachu erinnert mit seiner öffentlichen, zerstörbaren Kunst ein wenig an den ebenfalls nur unter seinem Pseudonym Banksy bekannten britischen Schablonen-Sprayer, der mit ähnlichem Humor und bissigen Bildern in der Öffentlichkeit auftrat und es zu Weltruhm gebracht hat. Und an den deutschen Frank Kunert mit seinen verkehrten Welten.

Von Slinkachu ist ein erstes Buch „Little People in the City: The Street Art of Slinkachu“ (Affiliate-Link) erschienen, unter dem Titel „Slinkachu – Kleine Leute in der großen Stadt“ (Affiliate-Link) auch auf Deutsch erhältlich.

Slinkachus Blog stellt laufend die neusten Arbeiten vor.

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  1. […] Kleine Menschen überall Strassenkünstler Slinkachus winzige und witzige Szenen im Alltag werden dank Makrofotografie gewürdigt. […]

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