Männerbauch:
Zigarre, Whiskey und Schweiss

Robert Kneschke, 14. Juli 2009 11:10 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wenn es um ein Foto eines schweißüberströmten Mannes geht, werden wir um Klischees nicht herumkommen. Aber die gute Nachricht ist: Klischees verkaufen sich weiterhin.

Kommentar des Fotografen:

Pas Portrait ist in meinem kleinem Hobby-Studio entstanden. Wollte den schweissüberströmten (Wasserzerstäuber) Mann ablichten. Dabei sollte das Motiv nicht in der Bildmitte zu liegen kommen. Mit Photoshop habe ich mir ein stimmige Farbe ausgewählt, die das Bild noch interessanter machen sollte. Ist das geglückt?

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Thilo Burger:

Du hast Dir – nüchtern betrachtet – ein sehr schlichtes Motiv ausgesucht: Einen Bauch. Einen schweißüberströmen Männerbauch. Aber wie so oft liegt in der Reduktion auf das Wesentliche ein Reiz, der auf in diesem Bild enthalten ist.

Behutsam hat der Fotograf das Bild nachträglich in Sepia-Töne getaucht, was bei mir Assoziationen an alte Western, Wiskey-Werbung und Zigarre rauchende alte Männer in einer kubanischen Kleinstadt weckt. Alles Kopfbilder, die sich ebenfalls gut mit Männlichkeit verknüpfen lassen. Der Farbton ist daher sehr passend gewählt und kein billiger Effekt um des Effekts willen.

Durch das seitliche Licht wird die Struktur des Bauchs, der Wasserperlen (die ebensogut echter Schweiß sein könnten), des Hemds und vor allem der Hand gut hervorgehoben. Durch die vielen Texturen wird das Bild sinnlich erlebbar und glaubwürdig.

Gelungen ist ebenfalls die nach unten abfallende Linie des Hemds, die den Blick durch das Bild führt. Ohen die Hand wäre der Verlauf auch ein anderer und bei weitem nicht so spannend arrangiert.

Ich erwähnte schon, dass die Reduktion auf das Wesentliche reizvoll ist. In diesem Fall hätten zwei weitere Reduktionen das Bild noch etwas verbessern können. Die Kette oben und das Muster auf der Unterhose lenken etwas ab. Wenn der Bildausschnitt einen Zentimeter tiefer gelegen hätte, wäre die Kette “automatisch” verschwunden, und der Gürtel wäre nicht angeschnitten.

Trotz dieser winzigen Verbesserungsmöglichkeiten schon ein sehr gelungenes Foto, welches das gewünschte Motiv passend darzustellen versteht.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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