Doppelporträt:
Inniges Glück

Eine Fotografie von der Liebe zwischen zwei Menschen zu machen ist eine Herausforderung – aber sie kann gemeistert werden.

Kommentar der Fotografin:

(Red: Hier scheint etwas mit dem Kommentar schief gelaufen zu sein. Jeanine, vielleicht kommentierst Du in den Kommentaren nochmals?)

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jeannine Jentsch:

Zwei Menschen, die sich lieben und zusammen Spaß haben, eine Weile zu betrachten, wirkt ansteckend und hebt die Stimmung. Das in einem Foto festzuhalten, ist schwierig, aber möglich, wie dieses Foto zeigt.

Die Fotografin Jeannine Jentsch hat ein junges, lachendes Pärchen portraitiert, welches die Kamera ob seiner Innigkeit gar nicht zu bemerken scheint. Die Brennweite von 37mm lässt annehmen, dass die Fotografin trotzdem dicht an den beiden dran war. Hat sie einen Witz erzählt? Hüpfte ein Kaninchen vorbei? Wir wissen es nicht.

Sichtbar ist aber, dass das Lachen der beiden echt ist.

Auch die Körperhaltung ist “nachfühlbar”, man spürt direkt, wie sich die Frau beim Lachen zur Schulter des Mannes bewegt.

Nicht-Fotografen würden bei einem solchen Foto gerne kommentieren: “Aber da sind ja die Köpfe abgeschnitten”. Solche Einwände teile ich jedoch nicht, da wir zum einen auch ohne das Kopfende recht eindeutig erahnen können, wie es aussieht und zum anderen, weil so die Emotionen im Gesicht größer abgebildetet werden können. Und davon lebt schließlich dieses Bild.

Die Blendenflecke rechts unten im Bild, die durch zuviel Sonne hinter dem Motiv entstehen, wirken hier auch nicht störend, sondern verstärken die Atmosphäre eines unbeschwerten Frühlingstages, der sich eben durch ein zuviel Licht auszeichnet.

Ebenfalls sehr passend sind die Hände des Paares. Durch die verkreuzte Haltung wird die Vertrautheit der beiden noch mal betont und neben dem Sehsinn auch der Tastsinn angesprochen.

Etwas ungünstig hingegen ist die Hell-Dunkel-Verteilung im Bild, die auf der einen Seite durch das helle Hemd des Mannes und auf der anderen durch die dunklen Haare der Frau hervorgerufen wird.

Ohne selektive Bildkorrekturen ist es schwierig, hier eine Balance zu finden, da ansonsten entweder die hellen Bereiche ausfressen oder die dunklen zulaufen würden.

Eine – optionale – Möglichkeit wäre, auf einer weiteren Ebene mit Photoshop einen Schwarz-zu-Weiß-Farbverlauf von links nach rechts zu erstellen, dann als Fülloption “Ineinanderkopieren” zu wählen und ganz rechts per Hand die zu hellen Stellen mit dem Radiergummi wegzuradieren. Das Ergebnis sieht dann so aus wie das angefügte Beispiel.

Aber auch ohne diese Änderung hat die Fotografin ein sehr lebendiges, glaubhaftes und vor allem fröhliches Portrait geschaffen, auf das sowohl die Fotografin als auch die Portraitierten stolz sein können.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Kommentare

  1. jeannine
    schrieb am 28. Juli 2009 um 22:37 Uhr (#)

    Hallo, ja leider ging beim Hochladen etwas schief, ich dachte gar nicht, dass es überhaupt geklappt hat :)

    Zum Bild:
    Eigentlich wollte ich am Ostersonntag nur einige Aufnahmen von der jungen Frau machen aber dann überzeugte sie ihren Freund, gemeinsam einige Fotos zu machen. Ich sage immer: “Tut so, als wenn ich nicht da bin” :) Das ist wohl leichter gesagt als getan, und so wirklich klappt es nie, aber hier habe ich mich die ganze Zeit mit beiden locker unterhalten und ich denke, irgendwann haben sie die Kamera vergessen.
    Ich hatte sicher den Vorteil, beide gut zu kennen, ich weiß nicht inwieweit mir ein solches Foto bei Personen, die mir relativ unbekannt sind, gelungen wäre.
    Die angeschnittene Stirn hatte mich zunächst auch selbst etwas gestört, jedoch mochte ich die Stimmung und Leichtigkeit hier so sehr. Inzwischen ist es eines meiner liebsten Bilder.
    Recht herzlichen Dank für die Kritik!

  2. Hans Jakob Rausch
    schrieb am 29. Juli 2009 um 00:11 Uhr (#)

    Das Bild gefällt mir sehr gut. Aber die Blendflecken sind mit Photoshop eingefügt. Reinster Kitsch. Muss doch nicht sein!

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