Waldspaziergang:
Porträt im Panoramaformat

Die ungezählten Optionen der digitalen Bildbearbeitung gereichen nicht jedem Foto automatisch zum Vorteil. Das gilt auch für die Wahl des Bildausschnittes.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dennis Greenberg).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dennis Greenberg).


Kommentar des Fotografen:

Sehr geehrte Damen und Herren des Fokussiert Blogs, kritisiert bitte dieses Bild, denn es ist sehr schön! In Lightroom bearbeitet

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Dennis Greenberg:

Ein junger Mann, im Wald fotografiert. Nach Angaben des Fotografen ist das Modell ein Freund, und das Bild ist während eines Waldspazierganges entstanden. Warmes Licht, das mit Lightroom verstärkt worden ist, und Schatten, die das Gesicht des Modells halb ins Dunkel tauchen, wie auch den Baum, gegen den es lehnt. Ein hübsches Foto, schön fotografiert und insgesamt ganz gut ausgeleuchtet.

Ich persönlich hätte die Schatten hinter dem Modell, wie auch in seinem Gesicht, nicht ganz so dunkel gestaltet. Das wesentliche jedoch, was mir sofort ins Auge sprang, war einmal wieder die Komposition. Das Foto ist nachträglich in ein Panorama verwandelt worden. Durch dieses Format ist die Komposition nach links verschoben, und das ist auch so ziemlich das einzige, was ich wirklich anders gemacht hätte. Dadurch gerät das Modell nämlich zur Nebensache.

Grundsätzlich sollte man zwar bei einem Porträt die Komposition dynamisch gestalten, also etwa das Modell nicht im Mittelpunkt des Bildes halten. Allerdings nicht so weit aussen, daß dadurch die Gesamtgestaltung aus dem Gleichgewicht gerät. So, wie es jetzt komponiert ist, möchte ich es spontan als Webseitenbanner benutzen. Das war aber nicht die Absicht des Fotografen, wie ich aus seinen Angaben entnehmen konnte.

Digitale Bildbearbeitung bietet uns viele Möglichkeiten, Fotos zu verändern. Aber nicht jede Anpassung dient dem Bild. Oder, wie eine befreundete Fotografieprofessorin einmal zu mir sagte: Einfach nur, weil man die Möglichkeit hat, muss man nicht unbedingt davon Gebrauch machen.

Generell würde ich mit mehreren Ausschnitten experimentieren und einen solch extremen nur dann wählen, wenn er wirklich Sinn macht. In Lightroom kann man gut mit virtuellen Überlagerungen arbeiten, die einem genau zeigen, wie das Endergebnis aussehen wird.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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14 Kommentare

  1. Grundsätzlich sollte man zwar bei einem Porträt die Komposition dynamisch gestalten, also etwa das Modell nicht im Mittelpunkt des Bildes halten.

    Dazu sag ich nur:
    http://www.flickr.com/photos/louobedlam/

    Viele Grüße von Zippo!

  2. @Zippo Stimmt, aber hier ist er zu weit links. Das siehst Du genauer, wenn Du imaginäre Linien durch das Bild ziehst, die es ungefähr in Drittel teilen. Diese Art Regel kann durchaus mißachtet werden, wenn der Fotograf es beabsichtigt als Stilregel einsetzt. Das gelingt jedoch nur selten gekonnt.

  3. Das was mich an dem Bild wirklich stört sind die Äste die in die Haare wachsen.
    Sicher ist der viele Freiraum eigentlich sinnlos aber gerade durch das Panoramaformat hat es was. Es ist kein klassisches Porträt aber als Teil einer Serie sicher eins was sofort ins Auge fällt und die normalen Porträtfotos mal etwas auflockert. Ich jedenfalls würde mich über so ein Bild freuen wenn ich stundenlang “Perfekte” Porträts gesehen hätte.

  4. @Zippo: Guck Dir bei Deinem Beispiel mal seine Portfolio-Website an: Symmetrie bei Quadratschnitt oder Mittelformat (oder Polaroid), dynamische Platzierung bei 4:3 Format. Quadratische Bildausschnitte sind schwierig, weil ungewichtet, und werden deshalb meist bewusst für Symmetrien genutzt.

  5. @Zippo: Guck Dir bei Deinem Beispiel mal seine Portfolio-Website an: Symmetrie bei Quadratschnitt oder Mittelformat (oder Polaroid), dynamische Platzierung bei 4:3 Format.

    Auch bei einem Großteil von Bedlams Querformat-Bilder ist das Motiv zentriert:
    http://flickr.com/photos/…uobedlam/3788227868/
    http://flickr.com/photos/…uobedlam/3788227868/
    http://flickr.com/photos/…uobedlam/3777909912/
    http://flickr.com/photos/…uobedlam/3762240302/
    http://flickr.com/photos/…uobedlam/3725525891/
    u.v.m

    Um noch mal auf das Ausgangs-Bild zurückzukommen: Da liefert jemand einen echten Blickfang ab, ein Bild zum hingucken – und es wird ihm geraten lieber 08/15-Fotos aus dem Lehrbuch zu machen … find ich erstaunlich …

    Viele Grüße von Zippo!

  6. @Zippo: Habe Mühe, deiner Logik zu Folgen: Bedlam finde ich todlangweilig. Und Blickfang allein reicht mir nicht, sonst könnte man einfach jedes Bild wild beschneiden oder auf den Kopf stellen. Klappt nicht, es gibt genug Leute, dies ausprobiert haben (und die meisten sind überzeugt davon, damit grosse Kunst geschaffen zu haben).

  7. Ein Anfänger/Amateur bricht Regeln, weil er sie nicht kennt bzw. umsetzen kann. Ihm kann eine Profikritik helfen, kunsthandwerkliche Fehler zu sehen und daraus zu lernen. Dafür schätze ich diese Seite!
    Ein Profi bricht Regeln, weil er sich damit bewusst vom Kunsthandwerk befreit und (versucht) Kunst zu machen. Kritik des Kunsthandwerks läuft da ins Leere. Über die Kunst lässt sich dann natürlich trefflich streiten, bleibt aber letztlich eine Geschmacksfrage.
    Von daher finde ich die Kritik von Sofie angebracht.

    @Redaktion: Das System der Selbsteinschätzung halte ich
    deshalb auch für sinnvoll, weil die Kritik dann besser die Bedürfnisse des Fotografen trifft.

  8. Für mich ist’s auch ein Blickfang, wenn es bleibt, wie es ist. Und ich setze noch einen drauf: Bei allen drei bisherigen Besprechungen von Porträts durch Dittmann wurde ausser Acht gelassen, was das Bild aussagt. Für mich waren die letzten beiden Porträts deshalb zum Wegschmeissen: In solche Gesichter mag ich nicht blicken. Hier ist es zum ersten Mal anders und – hoppla – schon zückt die Kritikerin die Schere. Sie scheint kein Auge für den Inhalt eines Bildes zu haben, bloss für die Form. Und zum Schluss noch dies: Es wäre nett, wenn Profi Dittmann uns dieselben Informationen zukommen liesse, über die sie verfügt. Ich mag nämlich nicht in der Kritik lesen, “Nach Angaben des Fotografen ist das Modell ein Freund, und das Bild ist während eines Waldspazierganges entstanden.”, während der Fotograf bloss schreibt: “Sehr geehrte Damen und Herren des Fokussiert Blogs, kritisiert bitte dieses Bild, denn es ist sehr schön! In Lightroom bearbeitet”. Das ist unsorgfältig und Leser-unfreundlich. Bisher wurde aufgrund der Angaben, die beim Einreichen gemacht wurden, kritisiert. Und nicht aufgrund von Hintenrum-Nachfragen. Wenn schon müsste der Kommentar des Fotografen sinnvoller formuliert werden. Aber so wie’s hier gemacht wird, bekomme ich Bibeli beim Lesen …

  9. Bedlam finde ich todlangweilig.

    Ich glaube, dann erübrigt sich eine Diskussion.

    Viele Grüße von Zippo!

  10. @Zippo:

    Bedlam finde ich todlangweilig.- Ich glaube, dann erübrigt sich eine Diskussion.

    Ich bin der Ansicht, dass jede gute Diskussion überhaupt erst aufgrund verschiedener Standpunkte entstehen kann ;-)

    @Markus: Danke für die Anmerkung, ich finde, sie passt hier ziemlich gut.

    @Corinne: Unser Kritik-Tool bietet explizit die E-mail-Nachfrage bei der Fotografin, und ich mache gelegentlich auch “hintenrum” davon Gebrauch. Ein Satz wie “Nach Angaben des Fotografen” könnte dann einfach eine Formulierung sein, um das Zusatzwissen knapp in die Kritik einzubauen – ich sehe darin nichts unsorgfältiges.
    Meine Meinung zum Blickfang: Auch meine Aufmerksamkeit wird von dem Bild sofort geweckt, dann aber auch gleich enttäuscht. Ich sehe nicht nur keinen kompositorischen Gewinn in dem Negativraum rechts, ich sehe vor allem auch ein unterbelichtetes, grünstichiges, seitlich geblitztes Bild, welches ein paar schräge Elemente enthält, die zur Interpretation, zum Verständnis oder zum emotionalen Ausdruck des Porträts nichts beisteuern.

  11. @Thorsten Gebe Dir vollkommen recht. Ich habe mich für den Ausschnitt entschieden, weil das als erstes ins Auge sprang.

    @Corinne Ich habe grundsätzlich keine Probleme damit, wenn Du mit mir nicht einer Meinung bist. Allerdings besprechen wir hier das Bild von Dennis, nicht irgendwelche anderen, die ich irgendwann einmal besprochen habe. Außerdem würde ich mir wünschen, daß Du diese noch einmal durchliest. Sie behandeln zugegebenermaßen eher ungewöhnliche Bilder. Diese habe ich aber genauso, wie Du es ausdrückst, “mit der Schere” behandelt.

  12. @Dittmann: Sie unterschätzen meine Fähigkeit, Texte zu lesen und zu verstehen. Und Sie unterschätzen meine Höflichkeit, denn nur ihr verdanken Sie den Umstand, dass ich Ihre bisherigen Kritiken bloss hier erwähnt und nicht einen Kommentar unter sie gesetzt habe.
    @Peter: Ich mache jetzt mal Ferien von Deinem Blog, bis es mir wieder besser gefällt. Hoffentlich ist keines meiner (mir sehr wichtigen) Bilder bei Euch in der Pipeline.

  13. @Corinne Es tut mir leid, wenn Sie sich aus der Diskussion zurückziehen wollen, denn eine solche, konstruktiv und sachlich geführt, ist immer für alle Seiten lehrreich. Nichts lag mir ferner, als rüde zu wirken; wenn mein Kommentar so ´rüber gekommen sein sollte, entschuldige ich mich selbstverständlich.

    Daß Ihnen meine Kritiken nicht gefallen, kann ich nicht ändern. Allerdings: Fotos müssen nicht hübsch sein, um gut zu sein, und ich wähle sie auch nicht nach diesem Gesichtspunkt aus.

    Zu jedem Bild gibt es unterschiedliche Betrachtungsweisen, und es wäre interessant gewesen zu hören, was Sie zu den von Ihnen angesprochenen Bildern (ich denke, es handelt sich um das konzeptionelle Porträt und das Diptychon) dort zu sagen gehabt hätten.

  14. Die Profis sollten sich weiterhin die Bilder zur Besprechung frei aussuchen.

    Es macht doch gar nichts, wenn mir ein paar Bilder nicht gefallen. Es kommt mir auf die Besprechung an, die mich im Idealfall auf etwas aufmerksam macht, was ich selbst gar nicht bemerkte. So wird mein Blick geschult, was mir hilft, meine eigenen Bilder noch besser zu machen.

    Eine Wertung der Bilder oder der Fotografin und deren Fähigkeiten bringt mir persönlich wenig. Es reicht wenn sich der Kritiker damit auseinandersetzt, und sich unter Umständen weitere Informationen einholt, um besser auf das vorliegende Bild und den Fotografen eingehen zu können.

    Die muntere Diskussion um die vorliegenden Besprechungen von Sofie Dittmann zeigt mir, dass Sofie die richtigen weil interessanten Bilder ausgesucht hat. Es sind Bilder die mehr oder weniger gegen Regeln oder den allgemeinen Geschmack verstoßen, und man kann unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob es zum Nutzen oder zum Schaden der Bildaussage beigetragen hat. Ich bin an den verschiedenen Meinungen interessiert und ob ich die jeweilige Ansicht nachvollziehen kann. Es geht mir nicht darum, wer Recht hat oder Recht bekommt.

    Zum Schluss wünsche ich mir, bald wieder von Corinne ZS zu lesen.

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