Architekturfotografie:
Geometrie in der Fotografie

Ein Architekturfoto, an welchem kaum etwas auszusetzen ist – kleine Verbesserungsvorschläge und eine Variante gibts dennoch.

Kommentar des Fotografen:

Fischauktionshalle Hamburg Altona

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Hans-Juergen Porsch:

Wie allseits bekannt sein sollte, verlangt Architektur-Fotografie nach entweder ausgewogenen oder eben ausgefallenen Perspektiven.

Hier haben wir es mit einem sehr ausgewogenen Bildaufbau zu tun. Alle Seiten können gespiegelt werden, und doch gibt es ein paar kleine Unregelmässigkeiten, die auch als Hingucker dienen können und sicher auch sollen:

Das Gebäude, welches rechts an die Halle anschließt, gleicht nicht genau dem auf der linken Seite. Und der harte, aber doch durchzeichnete Schatten der Geländer gibt dem Bild auch die erforderliche Tiefe. Etwas länger könnten die Schatten noch sein, so dass sich das mittlere Geländer eventuell noch wiederholt und etwas von der versteckten Architektur preisgibt.

Worauf ich bei solchen Bildern immer pingelig achte, ist, dass alle Bauwerksteile komplett im Bild sind. In diesem Beispiel fehlt der Spitze auf dem Dach der Abschluss. Falls ich es vom Aufnahmeformat oder -winkel einmal nicht hin bekomme, oder es einfach verschlafe, muss das Bildbearbeitungsprogramm ran und die Spitze wird zugeschnitten. Meist weiß sowieso kein Betrachter, wie der Abschluss wirklich aussieht. Bei Kirchen sollte man allerdings nicht unbedingt das Kreuz oder den Wetterhahn weg retuschieren.

Da ich das Bild wirklich schon ziemlich gut finde (ein paar Schäfchenwolken wären eine Bereicherung), habe ich mir mal eine Schwarzweiß-Variante im Panorama-Format zurechtgebastelt und ein paar kleine Schönheitsfehler ausgemerzt.

Wer findet die Unterschiede? Ich bin schon auf die nächsten Bilder von Hans-Jürgen gespannt, in Hamburg gibt es noch sehr viel zu entdecken.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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