Mondaufnahmen mit Vordergrund:
Sechs kreative Varianten

Wer den idealen Tag für Mondfotografie, den Tag vor Vollmond, verpasst, kann auf kreative Varianten der Mondfotografie zurückgreifen.


Ich könnte mir die Haare raufen: Wie im letzten Mondfotografie-Artikel angekündigt, habe ich mir alle verbleibenden Vollmond-Tage des Jahres im Kalender markiert – aber zu wenig acht gegeben und den für Mondfotografie idealen Tag vor dem Vollmond, an dem Sonnenuntergang und Mondaufgang sich perfekt überschneiden, verpasst.

Nun, das ist zwar schade, denn in der Tat gibt es die idealen Verhältnisse für solche Mondfotos nur zwölf Mal pro Jahr (wenn man auf dem Mondaufgang beharrt). Aber es gibt Varianten für spannende Mondfotos, allerdings mit anderen Problemen:

  • He nun, könnte man sagen, dann zieh doch einen Tag später los, so gross ist der Unterschied doch nicht, und immerhin habe ich selber schon bewiesen, dass man spannende Mondbilder auch bei absoluter Dunkelheit machen kann: Das ist grundlegend richtig, wenn man von Silhouettenbildern spricht, die aber auch nur in der Hälfte des Mondzyklus so möglich sind, weil der Monduntergang dann nochmals in die Dämmerungszeit fällt.
  • Na, dann benutzen wir doch einfach einen Neutralgrau-Verlaufsfilter, dunkeln damit den Himmel über der Stadt ab und belichten entsprechend länger – Voilà. Geht leider auch nicht: Unser Erdtrabant ist leider ein bewegtes Ziel, so dass nicht jede beliebige Belichtungszeit angewandt werden kann – bei langen Brennweiten (die man braucht, um den Mond zu einem anständigen Bildanteil zu verhelfen) sind bereits ein paar Sekunden zu lange, und der Mond wird unscharf.
  • Wenn der Mondaufgang nicht klappt, dann greifen wir uns halt einen Monduntergang am frühen Morgen. Das hat noch dazu den Vorteil, dass man sich in aller Ruhe hinter dem gewünschten Vordergrundmotiv aufbauen kann, wie die sagenhafte Aufnahme vom Zuckerhut in Rio zeigt. Leider erübrigt sich damit die Rechnerei für die Standortbestimmung dennoch nicht.
  • Es gibt andere Mondfotografie-Vordergründe: Wolken etwa, wie das Bild aus Mexiko beweist.
  • Oder Vorbeiflüge von Flugzeugen, die wohl am besten in der Nähe eines Flughafens gelingen.
  • Oder hell erleuchtete Baudenkmäler oder Tourismusattraktionen wie Teile der Akropolis oder die Spaceneedle in Seattle.

Also: (fast) alles vergessen, was ich bisher über die Problematik der Mondfotografie geschrieben habe, eine der oben genannten Möglichkeiten anpeilen und den Mond fotografieren.

Ich wünsche mir ein paar spannende Mondfotos in der Kritiker-Pipeline.

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2 Kommentare

  1. Blue
    schrieb am 6. August 2009 um 15:06 Uhr (#)

    Ich glaube in deinem Teaser oben fehlt ein Wort. Ansonsten sehr spannend mit schönen Beispielbildern!
    Grüße Blue

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 6. August 2009 um 22:03 Uhr (#)

    Hallo Blue, besten Dank für den Hinweis (korrigiert) – ich hab die Zeitentabellen studiert und dank google Earth einen Punkt in San Francisco gefunden, von dem aus ich wahrscheinlich heute abend den (fast-) Vollmond hinter dem Coit Tower haben sollte, und das noch vor Ende der Dämmerung. Werd’s also doch nochmals versuchen.

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