Benedikt Steinmetz:
Architektur der Staatsgewalt

Der Saarbrücker Fotograf Benedikt Steinmetz widmet sich Gebäuden der Staatsgewalt – Behörden, Verwaltungen, Amtsstuben.

Benedikt Steinmetz: Finanzministerium

„Von Amts wegen“ heißen die Serie und die aktuelle Ausstellung von Steinmetz. Er konzentrierte sich nicht auf eine neutrale Darstellung der Architektur, sondern fand in der saarländischen Landeshauptstadt skurrile, hintersinnige, auch einschüchternd anmutende Einzelheiten – in Schwarzweiß.

Wenn der „normale“ Bürger im täglichen Leben mit der Staatsgewalt in Berührung kommt, findet er sich meistens in den Amtsstuben, Behörden oder Verwaltungen wieder. Die Allgegenwärtigkeit der Ämter prägen das Bild der Städte und ebenso die Wahrnehmung und das Auftreten des Staates selbst.

Benedikt Steinmetz: Ministerium für Umwelt Benedikt Steinmetz: Jugendamt

Wie präsentiert sich aber der Staat im täglichen Leben? Im Alltag des Bürgers, im Erscheinungsbild seiner Stadt, in seinem Lebensraum? Sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Architektur dem Zufall oder der Funktion geschuldet? Kann die Architektur dem Betrachter etwas über das Selbstverständnis des Staates sagen, der hinter diesen Fassaden waltet? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Benedikt Steinmetz, Jahrgang 1961.
In der Ausstellung „Von Amts wegen“ fügte er Bilder von verschiedenen über die Stadt Saarbrücken verteilten Behörden und Verwaltungen zu einer Gegenüberstellung zusammen. So ermöglicht die Ausstellung dem Betrachter, Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Fassaden zu erkunden, und seine eigenen Antworten auf diese Fragen zu finden.

Benedikt Steinmetz: Ordnungsamt

Dabei geht es Steinmetz nicht um statische, konventionelle Architekturfotografie. Zu groß ist sein Interesse für das Besondere, für überraschende Details, und zu deutlich seine Bereitschaft, auch dynamische Elemente und scheinbar Zufälliges mit in die Bilder aufzunehmen. Es ist das Aufeinandertreffen von Hintersinn und Humor in der Bildgestaltung mit der Strenge der Architektur, welches den Fotografien und der Ausstellung ihren Charakter verleiht.

Benedikt Steinmetz schreibt über seine fotografischen Projekte:

Im urbanen Leben bewegen wir uns tagtäglich in einer Umgebung, die überwiegend nicht von uns, sondern von anderen geschaffen wurde … Zwischen den sichtbaren Strukturen unserer Umwelt und den scheinbar unsichtbaren Regeln entwickelt sich unsere Lebendigkeit. Lebendigkeit im formalen Raum – das Spannungsfeld meiner Arbeiten.

Der Ausstellungsort im Haus der Architekten liegt zudem in der Nähe der abgebildeten Gebäude. So sind die Betrachter aufgefordert, die Sichtweise des Fotografen mit eigenen Augen gleich nebenan in der Wirklichkeit zu überprüfen. Am Sonntag, 16. August, wird Benedikt Steinmetz von 14 bis 18 Uhr in der Ausstellung sein, um sich bei einem Künstlergespräch den Fragen der Besucher zu stellen.

Auf seiner Website zeigt uns Benedikt Steinmetz seine fotografischen Projekte. Er lebt und arbeitet in Saarbrücken.

Benedikt Steinmetz – Von Amts wegen
Bis 24. August
Haus der Architekten, Neumarkt 11, D-66117 Saarbrücken
+49 (0)681-954410, info@aksaarland.de
Geöffnet Montag bis Donnerstag 8 – 16:30 Uhr, Freitag 8 – 14:30 Uhr

Benedikt Steinmetz
Haus der Architekten Saarbrücken

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