Spezialaufgabe Lichtquellen:
Mehr Mut zu Experimenten

Jan Zappner, 11. August 2009 11:04 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wenn eine Aufgabe zu einfach scheint, hat man meist nicht die richtige Idee im Kopf, sie spannend zu interpretieren.

Kommentar des Fotografen:

Ich habe dieses Bild im Rahmen einer Hausaufgabe eines Fotographiekurses gemacht. Die Aufgabenstellung war “Verschiedene Lichtquellen”. Ich habe probiert, die Stimmung einzufangen die an dem Abend entstand durch das sehr Schwache Licht von Rechts und dem Haus. Zusätzlich dazu auch das Feuer im Bild.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Moritz Wörle:

Man kann nicht sagen, die Aufgabe, die dem Fotografen gestellt wurde, sei nicht erfüllt woren.

Du hast in der Tat verschiedene Lichtquellen in Dein Foto integriert. Aber meiner Meinung nach sehr langweilig – die Aufgabe ist gelöst, aber das Bild ist vollkommen uninteressant. Es passiert einfach nichts aufregendes – auch nicht mit den Lichtquellen, die Du zusammengebracht hast. Das sollte jedoch Voraussetzung für ein Drücken des Auslösers sein.

Wenn die Aufgabe also lautet, verschiendene Lichtquellen aufzunehmen, dann würde ich zunächst spannende Lichtquellen als Objekte auflisten. Das fängt bei einem beleuchteten Stadion oder fahrenden Autos von Autobahnbrücken oder beleuchteten Gebäuden an und geht bis hin zu Kerzen, Sternen oder dem Mond.

Dann würde ich die interessantesten markieren und schliesslich darüber nachdenken, wie man diese wann und wo kombinieren kann, um möglichst viele schöne und ausdrucksstarke Lichtquellen in einem Bild zu zeigen. Die wahre Arbeit beginnt erst danach – mit der Komposition, in welcher diese Motive dann noch in einen bezug zueinander gebracht werden müssten.

Hier ist leider alles zu dunkel. Der Himmel könnte strahlen und vielleicht sogar Sterne als zusätzliche Lichtquellen zeigen, ist aber schwarz, die Sterne sieht aufgrund der kurzen Belichtungszeit nicht. Das Haus ist weder als solches spannend, noch interessant angeleuchtet. Du hast gemäss der Regel der Digitalfotografie auf die hellste Stelle, das Feuer, belichtet, um es nicht ausbrennen zu lassen. Hier böten sich aber andere Methoden an. Du hättest zum Beispiel sehr nah ans Feuer rangehen und durch seine Flammen hindurch das Haus fotografieren können. Oder wie erwähnt schräg nach oben, mit einer Belichtungszeit, welche die Sterne – vielleicht sogar als Sternspuren – gezeigt hätte.

Oder Du hättest “lichtmalen” können: Vor ein paar Jahren wurde der laif-Fotograf Berthold Steinhilber (seine Website ist leider Flash und daher nicht direkt verlinkbar – Portfolio – Lightworks – Ghost Towns) sehr bekannt durch seine Art, nachts zu fotografieren. Er rannte – ganz in schwarz gekleidet – durch verlassene Westernstädte und beleuchtete mit mobilen Lampen subjektiv Gebäude aus, während eine Kamera eine Langzeitbelichtung durchführte. damit hatte er seine eigene Lichtquelle geschaffen. Diese Art der Zusatzbeleuchtung wird heute auch von Landschaftsfotografen angewandt, hier ein schönes Beispiel für “Light Painting” von Don Smith. Er erklärt im zugehörigen Text, wie das Bild entstanden ist.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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