Street Photography:
Junge Fußballspieler in Paraguay

In der Straßenfotografie sollte man stets versuchen, die ganze Szene einzufangen, auch wenn sie sich schnell abspielt. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, daß die Aufnahme gestochen scharf ist

Kommentar des Fotografen:

Dieses ist mein erstes Bild bei fokussiert.com. Ich habe es letztes Jahr in Luque/Paraguay aufgenommen. Beim Spazierengehen kam ich an diesen spielenden Jungs vorbei. Der Junge Torwart lud mich mit seinem Blick direkt zum Knipsen ein. Etwas mehr Schärfe wäre sicher nicht schlecht gewesen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sven Schwinning:

Kinder, die barfuß auf der Straße Fußball spielen. Der kleine Torwart, mit einem Handschuh bewaffnet, nimmt den Fotografen in dem Augenblick wahr, als er den Auslöser drückt. Alle anderen sind in ihrem Spiel versunken. Mich hätte diese Szene auch gereizt, insbesondere wegen des Gegensatzes von Torwart und Spielern und der Art, wie sie im Bild angeordnet sind.

Bei Street Photography dieser Art – der Fotograf hat es unter Dokumentation eingereicht – ist schnelles Handeln gefordert, da sonst die Szene, die uns als Beobachtern auffiel, sich sonst gleich wieder verflüchtigt. Das Schwierige ist hier, beim Komponieren der Aufnahme das wiederzugeben, was unser Auge tatsächlich gesehen hat. Und das in relativ kurzer Zeit.

Berühmte Straßenfotografen wie etwa Helen Levitt haben diese Fähigkeit perfektioniert. Auch ihre Aufnahmen sind nicht immer gestochen scharf, nicht alle Linien horizontal. Aber die Komposition ist immer genau getroffen. Hier hätte man sicherlich beim Fotografieren an der Schärfe etwas drehen können. Auch kann man im Nachhinein vielleicht etwas aufhellen, den Kontrast erhöhen, etc. – mit anderen Worten, in irgendeinem Bildverarbeitungsprogramm wie Photoshop etwas daran feilen (siehe Beispielbild unten). Was man hier leider nicht verändern kann, ist, daß der Fotograf links zuviel Platz ließ, während er rechts den einen Jungen teilweise abgeschnitten hat. Ein kleiner Schwenk mit der Kamera, und die Szene wäre perfekt getroffen gewesen.

So fehlt leider ein wichtiger Teil des Bildes, und ich war spontan versucht, den Spieler ganz aus dem Foto zu nehmen. Das nächste Mal würde ich empfehlen, mir einen Moment länger Zeit zu nehmen, auch wenn man riskiert, daß der Torwart wieder wegschaut. Die Kamera nach rechts zu drehen, hätte bestimmt nicht so lange gedauert, daß der Junge sich wieder dem Spiel zugewandt hätte.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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1 Kommentar

  1. sven
    schrieb am 22. September 2009 um 18:58 Uhr (#)

    Danke für deine Kritik Sofie!

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