Parkfoto:
Vom Baum zum Schloss

Statt einer typischen Schloss-Aufnahme gibt es hier auch das Drumherum: Die ausgedehnten Parkanlagen, die mehr über das Schloss erzählen als das Gebäude allein.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist im Park bei Leeds Castle, England, entstanden. Der Park und seine Fauna und Flora sind fast beeindruckender als das Schloss selbst. Insbesondere dieser Baum hatte es mir angetan, spiegelt er doch das Alter und die lange Geschichte dieses Ortes sehr gut wieder. Leider war auch mit viel rumlaufen keine bessere Perspektive, die das Schloss unverdeckt gezeigt hätte, zu bekommen.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jan Thomas Michaelsen:

Diese Landschaftsaufnahme lebt von der Tiefe. Im Vordergrund steht ein wuchtiger, knorriger Baumstamm, dahinter kommt eine Wasserfläche, danach ein gepflegter englischer Rasen mit einem ebenfalls grünen Baum und dahinter kommt das Schloss, in diesem Fall das Leeds Castle in England. Hinter dem Schloss bilden eine Baumreihe und ein bedeckter Himmel den Abschluss des Bildes.

Diese Staffelung ist es auch, welche die Geschichte des Fotos erzählt.

Es ist offentlichtlich, dass das “kleine “Gebäude im Hintergrund kein Schuppen oder eine winzige Hütte ist, sondern etwas Majestätisches. Umso größer wirkt die Fläche davor, denn jeder weiß, dass Schlösser nun mal groß sind.

Der Blick des Betrachters beginnt beim Schloss und folgt in umgekehrter Reihenfolge zur Beschreibung am Eingang den “Schichten” bis zum imposanten Baum im Vordergrund.

Die Bewälkung sorgt zwar für etwas bedrückende Stimmung, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass die feinen Details des Baumen und der Grünflächen durch das weiche Licht besser zur Geltung kommen.

Der Fotograf findet es schade, dass er keine Position hat finden können, auf der das Schloß unverdeckt zu sehen ist. Ich finde jedoch, dass gerade der einbezug der Umgebung die Macht, welche das Schloss symbolisiert, besser fassen kann, nach dem Motto: “Wir können uns nicht nur ein Schloss leisten, sondern auch die großen Ländereien drumherum”.

Schade ist nur, dass einige Äste des alten Baums so rabiat beschnitten wurden. Diese profanen Handwerksarbeiten mindern etwas die Aura des Majestätischen, aber dafür kann der Fotograf nichts.

Ich habe mal versucht, die beiden oberen beschnittenen Äste zu retuschieren, die Löcher vorn zu entfernen und rechts den Schnitt “sauberer” zu machen. Außerdem habe ich ganz rechts die dunkle Fläche leicht mit dem Abwedler-Werkzeug aufgehellt, um eine harmonischere Helligkeitsverteilung zu erreichen.

So wirkt das Gelände noch etwas edler.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Kommentare

  1. skip
    schrieb am 27. August 2009 um 11:21 Uhr (#)

    Die Helligkeitskorrektur finde ich passend. Einen so alten Baum technisch zu “reparieren” finde allerdings unnatürlich. Alte Menschen sind auch durch Falten gezeichnet.

  2. Feylamia
    schrieb am 29. August 2009 um 10:16 Uhr (#)

    Leider neigen Photographen bei Personenfotographie genau so dazu, die Seele ihrer Bilder wegzuphotoshoppen. Da ist es konsequent, das auch bei anderen Motiven zu tun.
    Ich finde es schade, aber es spiegelt wohl den Zeitgeist …

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