Hans Eijkelboom:
Fotografische Untersuchungen

Uli Eberhardt, 29. August 2009 11:49 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Der niederländische Fotograf Hans Eijkelboom beschäftigt sich in seinen fotografischen Untersuchungen mit der Identität der globalisierten Menschheit und ihrer Metropolen. Paris, New York und Shanghai hat er dafür bereist.

Paris steht dabei für die vergangene Avantgarde des 19. Jahrhunderts, New York für die Moderne des 20. und Shanghai für eine kommende, noch ungewisse Ära des 21. Jahrhunderts. Hans Eijkelboom arbeitet in streng methodischen Reihen, die auf täglich entstandenen Fotografien beruhen. Die online leider schlecht zu zeigenden Bilder sind derzeit in Köln zu sehen.

In Hans Eijkelbooms frühen Arbeiten steht die systematische Erkundung seiner eigenen Person im Vordergrund. In “Identity, 1976″ hat er beispielsweise zehn Personen, die er als Jugendlicher kannte und die er zehn Jahre nicht gesehen hatte, nach ihren Erinnerungen an ihn und Vorstellungen über ihn befragt. Ihre Antworten hat er in Form von Fotografien dargestellt, in denen er ihren jeweiligen Vorstellungen nachkommt, sei es als Elektriker, politischer Aktivist, Hippie oder Pilot.

An diesem Projekt zeigen sich grundlegende Komponenten von Eijkelbooms Werk: Zum einen ist es die Frage nach der Identität des Einzelnen und wie sich diese erkennen und erklären lässt. Zum anderen ist es ein starkes soziales Moment, das der Künstler zum Beispiel in Form von Gesprächen mit anderen immer wieder in seine Arbeiten einfließen lässt.

So hat Eijkelboom in seinem Projekt “Hommage an August Sander, 1981″ Passanten in seiner holländischen Heimatstadt Arnheim gebeten, ihm bestimmte Typen- oder Personengruppen zu nennen, die besonders auffällig, repräsentativ oder einfach nur als Teil der Gesellschaft das Stadtbild prägen. Von diesen sollten dann anschließend drei Beispiele in der Stadt ausfindig gemacht werden. Hans Eijkelboom beobachtet seine Umwelt direkt und geht dann in seinen fotografischen Serien den Fragen der Individualität und ihrer Bedingungen in der Gesellschaft nach. In der ausgestellten Serie “Paris – New York – Shanghai” will er diesen Fragen unter globalen Vorrausetzungen nachkommen.

Haben diese Metropolen in all ihrer Vielfältigkeit einen Reflex auf ihre Bewohner, fragt sich Hans Eijkelboom. Und wenn ja, wie lässt sich dieser visuell erfassen und bemessen? Die Suche nach Antworten führt den Fotografen direkt in die Städte hinein, er geht auf die Straßen und mischt sich unter die Menschen. Nach einer gewissen Zeit der Beobachtung hat sich Eijkelboom für einen Typus oder ein bestimmtes Merkmal entschieden, welches er dann in dem definierten Zeitrahmen von zwei Stunden mit unbeobachteter Kamera fotografiert. Dies können jugendliche Paare, Männer in Geschäftsanzügen oder Frauen mit Modeaccessoires wie Handtaschen oder Sonnenbrillen sein, die er anschließend in diesen vergleichenden Reihen zusammenstellt.

Erstaunlich sind die Ähnlichkeiten, die diesen fotografischen Untersuchungen Eijkelbooms erkennen lassen. Die Strukturen der globalen Massenproduktionen scheinen gegriffen zu haben und dennoch wird insbesondere im Detail der persönliche Ausdruck augenfällig. In dem 2007 bei Aperture, New York, erschienenen Buch Paris – New York – Shanghai (Affiliate-Link) ist diesem Konzept auch in gestalterischer Hinsicht Rechnung getragen worden.

Hans Eijkelboom. Paris – New York – Shanghai
Bis 8. November
Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, D-50670 Köln
+49 (0)221 / 226 5900, photographie@sk-kultur.de
Geöffnet täglich außer Mittwoch von 14 – 19 Uhr, montags Eintritt frei

Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur Köln

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