Mondfotografie:
Vollmondwoche!

Peter Sennhauser, 31. August 2009 12:51 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Am Donnerstag herrscht Vollmond, und die Zeiten von Sonnenuntergang und Mondaufgang erlauben diese Woche grandiose Mondfotos.

Inzwischen schon fast eine Tradition auf fokussiert – die monatliche Vollmondwarnung, für einmal nicht zu spät:

Ich selber habe mir heute diverse Standorte für Mondfotos mit spannendem Vordergrund für diese woche gesucht: Mit den Mondtabellen des US-Marineobservatoriums und Google Earth , das für San Francisco auch “Streetview” enthält, was die Überprüfung der freien Sicht auf das gewünschte Objekt namentlich in der Stadt erlaubt.

Und weil ich glaubte, eine einmalige Chance für ein Bild des Coit-Towers mit Mond dahinter gefunden zu haben und es nicht dem Zufall überlassen wollte, bin ich um halb sechs abends hingefahren und habe tatsächlich ein Stück öffentlicher Strasse mit grandiosem Ausblick über North Beach und hin zum Coit Tower gefunden. Zum Nebel, der mir allerdings ein sehr frühes Mondbild verwehrt hätte, gesellte sich eine tote Kamera: Akku und 8 Zellen im Batteriegriff leer. Sowas ist mir noch nie passiert.

Per Wanderkompass habe ich kontrolliert, dass auch die Gradmessung der Sichtlinie zum Mond, die ich in Google Earth als Linie eingezeichnet und so den Ort identifiziert habe, stimmt; ich habe ausserdem den Sichtwinkelbereich meines 80-400mm-Objektivs in dieser Winkelberechnungstabelle für Canon- und Nikon-Objektive Berechnungstabelle überprüft, um zu sehen, wie weit der Mond von seiner Route abweichen darf und ich noch immer ein gutes Bild kriegen werde (es sind wohl eher meine Berechnungen, die abweichen…). Bei einem Mond-Azimuth von 104.5 und einem Blickwinkel von 5 Grad kriege ich also Mond und Turm noch in ein Bild, wenn der Turm bei 101 Grad im Blickwinkel liegt.

Und wenn alles stimmt, werde ich am Tag des Vollmonds (ausnahmsweise, meistens ist der Tag vor Vollmond besser geeignet) an diesem Standort um 19.37 Uhr den Erdtrabanten genau hinter dem Turm in der untergehenden Sonne auf einer Blickrichtung von 104.5 Grad und einer Höhe von 4 Grad über dem Horizont haben.

Und wenn nicht, dann habe ich am Vortag eine Chance für ein Bild von Alcatraz mit dem Mond (aus Sausalito) und am Tag danach werde ich einen Versuch von Treasure Island mit der Baustelle der Baybridge vor Oakland und dem Mond starten.

Drückt mir die Daumen, oder, noch viel besser: Guckt nach, wann der Mond bei Euch aufgeht und wo er am Himmel stehen wird, zeichnet auf einer Karte eine Linie, sucht ein tolles Objekt als Vordergrund und macht eigene Bilder – ohne zu vergessen, sie uns sogleich zukommen zu lassen!

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3 Kommentare

  1. Corinne ZS
    schrieb am 31. August 2009 um 15:41 Uhr (#)

    Für die kleine Schweiz und die simple Erkenntnis, wann der nächste Vollmond sichtbar ist, empfehle ich die Seiten des Astronomischen Instituts der Universität Bern: http://www.aiub.unibe.ch.

    Hier findet man auch Mondphasen-Listen bis ins Jahr 2020, so dass man rechtzeitig planen kann ;-)

    Laut diesen Seiten findet der nächste Vollmond in der Schweiz am Freitag, den 4. September, um 17 Uhr 01 statt. Allerdings muss man zum Fotografieren dann noch bis zum Mondaufgang um 19.37 warten – respektive bis er auch wirklich am Horizont auftaucht. Oder genau dort ist, wo er fürs beste Bild sein muss. Man hat dann bis 6 Uhr 32 Zeit zum Knipsen, dann geht der Mond bei uns wieder unter. (Für den Vollmond-Vortag, den Peter propagiert, gilt in der Schweiz folgende Zeit: Donnerstag, 3. September, Mondaufgang um 19 Uhr 20.)

    Wer Berechnungen für den Rest der Welt machen will, ist auf dieser Seite richtig: http://www.calsky.com.

    Diese Seite berechnet alles, was man will – und noch ein paar Sachen mehr. Glaubt mir.

    Mit ihrer Hilfe lassen sich zum Beispiel auch so schöne Dinge wie das Passieren der wunderbaren Raumstation ISS vor dem Mond berechnen. Für beliebige Daten an beliebigen Orten der Welt. Die ISS ist sehr gut von blossem Auge sichtbar, wenn man weiss, wann und wo und versteht, was man da sieht. Ich kann das nur empfehlen, es ist wirklich sehr eindrücklich, eine Raumstation von blossem Auge zu sehen. Und eine so hübsche noch dazu. (Wer will, kann die ISS auch gerne als Ufo interpretieren, sie eignet sich dafür. Astronomisch Bewanderte lachen sich zwar einen Schranz in den Bauch. Aber die Sichtung von Aliens ist ja gerade wieder populär – vor allem in Mexiko – und da findet sich bestimmt auch jemand, den ein Ufo interessiert.)

    @Peter: Falls Du am Samstag nach dem Vollmond noch nichts los hast, empfehle ich die Beobachtung des in San Francisco sichtbaren Durchlaufs der ISS durch die Mondscheibe. Willst Du wissen, wann das stattfindet oder berechnest Du es lieber selber? Die oben empfohlene Seite erlaubt Dir übrigens, Deinen exakten Standort einzugeben (mittels Karte oder Koordinaten) und die folgenden Berechnungen beziehen sich dann immer auf diesen Standort. Das dürfte gegenüber Deinem üblichen Vorgehen eine Erleichterung darstellen, am I right? Wenn man genau hinsieht, findet man auf der Seite sogar eine Wetterprognose respektive wieviel Wolken es haben wird. Ist ja auch irgendwie sinnvoll.

  2. martin
    schrieb am 1. September 2009 um 09:14 Uhr (#)

    Jetzt hat mit der Peter aber auch den Mund wässrig gemacht, die letzten Mondbeiträge haben mich schon öfter darüber nachdenken lassen es auch mal “gezielt” auszuprobieren. Am Mittwoch will ich es in Berlin versuchen. Zur Zeit- und Winkelberechnung nutze ich die freeware “stellarium”, wie ich dann die entsprechende Stelle am Boden finde muss ich noch herausfinden. Wenn ich brauchbare Bilder hinbekomme, schick ich euch eins zu ;-).

    Dann allen Mondfotografen die nächsten Tage gute Sicht und ein sicheres Händchen bei der Standortbestimmung.

    martin

  3. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 1. September 2009 um 11:55 Uhr (#)

    Na, wenn ich jetzt schon Corinne zum Tabellengraben kriege… Danke für die Hinweise, ich guck sie mir an.

    @Martin: Google Earth ist kostenlos und ein ziemlich gutes Tool, um Standorte grob auf Sichtmöglichkeiten zu überprüfen! Klappt auch oder grade in Städten, wenn die Gebäude erfasst sind (bei mir in SF ist natürlich alles erfasst und alles in Streetview zu sehen…) Vorsicht ist allerdings mit Büschen und Bäumen geboten, die sind in Google Earth nicht als 3D-Objekte enthalten…

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