Haus der Geschichte Bonn:
Bilder im Kopf

Wie Fotografien zu Bildern im Kopf werden und das Bewusstsein ganzer Generationen prägen, zeigt uns das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.

Plakat zur Ausstellung Bilder im Kopf. Ikonen der Zeitgeschichte. Gestaltung: image-shift/Sandy Kaltenborn, Foto: ullstein bild/LeibingZwei Tage nach dem Beginn des Mauerbaus springt der 19-jährige DDR-Bereitschaftspolizist Conrad Schumann an der Bernauer Straße in Berlin über den provisorisch ausgerollten Stacheldraht in den Westen. Bildikonen wie dieser „Sprung in die Freiheit“ haben sich als Schlüsselbilder in das kollektive Gedächtnis der Deutschen in Ost und West eingebrannt und prägen unser Geschichtsbewusstsein.

Andere Bilder dieser Qualität sind zum Beispiel die Hissung der Sowjetflagge auf dem Berliner Reichstag 1945 , der Kniefall von Willy Brandt in Warschau 1970, der Tod des Studenten Benno Ohnesorg oder der von der RAF entführte und ermordete Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer.

Plakat der Studentenbewegung Todesspiel von heinrich BreloerAnlässlich des 60. Geburtstages der Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahren Mauerfall zeigt die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland die Ausstellung „Bilder im Kopf. Ikonen der Zeitgeschichte“. Sie analysiert die Entstehung, Verbreitung und Kraft politischer Bilder aus der Zeit des Nationalsozialismus, der DDR und der Bundesrepublik Deutschland.

Neben den Original-Fotografien wird auch deren Verbreitung in Zeitungen, Zeitschriften, Illustrierten, Büchern und anderen Publikationen sowie deren künstlerische Adaption in Kunstwerken, in Filmen und der Alltagskultur dokumentiert. Die politische Agitation nicht zu vergessen. Der Händedruck zum Zusammenschluss von Kommunisten und SPD zur SED schaffte es zum Beispiel als Symbol unter anderem ins Parteiabzeichen.

Willy Brandts Kniefall

Diese Fotografien dienen als konkrete Bezugspunkte unserer Erinnerung und sind nicht austauschbar. Auch wenn viele Bilddokumente von einem historischen Ereignis existieren, so ist doch immer nur eines zur Ikone aufgestiegen. Grundvoraussetzungen dafür sind eine eingängige Bildsprache, die Komplexität des Bildinhaltes und ein möglichst großes Überraschungsmoment. Im Fall von Conrad Schumann gelang es dem Fotografen Peter Leibing genau den Augenblick des Sprungs über den Stacheldraht einzufangen – ein dramatischer Übergang zwischen Diktatur und Demokratie.

Bilder im Kopf – Ikonen der Zeitgeschichte
Bis 1. Oktober
Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Willy-Brandt-Allee 14, D-53113 Bonn
+49 (0)228 9165109, E-Mail Kontaktformular
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 9 – 19 Uhr

Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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