Rafal Milach:
Black Sea of Concrete

Der polnische Fotograf Rafal Milach gewinnt mit “Black Sea Of Concrete” den Fotobuchpreis des Online-Verlags Blurb. Exzellente Bilder einer Landschaft zwischen Zerstörung und Idylle.

“Das erste, was einem auffällt, ist der Beton. Kilometerlange Reihen schwarzer Blöcke, manchmal bemalt in blau und gelb, den Nationalfarben der Ukraine.”

Der polnische Fotograf Rafal Milach war im Auftrag einer NGO unterwegs an der russisch-ukrainischen Grenze und der Schwarzmeerküste – und hin- und hergerissen zwischen der Schönheit der Landschaft und der überwältigenden Architektur aus der Sowjet-Ära. Er wollte die Ukraine im Winter fotografieren, wenn die Touristen verschwunden sind und die Landschaft roh und leer ist.

Sofort habe ihn die Hoffnungslosigkeit ergriffen, die in der vor fünf Jahren unabhängig gewordenen Ukraine erfasst, wo die Menschen kaum mehr an den Wechsel glaubten – und die Verbandelung mit der sowjetischen Vergangenheit überall sichtbar werde.

Diese Stimmung hat Milach in seinen Fotos eingefangen: Landschaftsbilder und Industrieruinen, Porträts von Menschen in und vor den Überresten einer in jüngster Vergangenheit erst versunkenen Kultur.

Die Bildserie, fotografiert auf Film mit Mittel- und Grossformatkameras, hat Milach als Eigenproduktion im Online-Buchverlag Blurb als Fotobuch herausgebracht und damit jetzt den zweiten Hauptpreis des Fotobuchwettbewers von Blurb “Photography.Book.Now” gewonnen – 25.000 Dollar, die das Projekt zusammen mit dem Verkaufsboost, den das Werk erfahren dürfte, für den Künstler zum lohnenden Objekt machen dürften.

Es sind melancholische Bilder, die eine seltsame Idylle der Untergangsstimmung ausdrücken: Menschen und ihre Geschichten inmitten des Zerfalls und einer Landschaft von weichem Licht und rauher Schönheit. Von ihnen geht eine ähnliche Faszination aus, wie sie für die Urbex-Fotografie typisch ist. Eine Mischung aus Dokumentation und Beschwörung der Vergangenheit.

Das Buch “Black Sea of Concrete” kann auf Blurb in der inzwischen von vielen Anbietern bekannten umblätter-PDF-Version betrachtet werden, wobei die Texte leider auch in der Vollansicht unlesbar bleiben.

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