Landschaft in Fast-HDR:
Einen Schritt zurück

Manchmal muß man einen Schritt zurück oder nach vorne machen, um eine ganze Szene einzufangen. Dann ergibt sich nämlich oft ein klarerer Bildgegenstand, eine ausgewogenere Komposition.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jens Schlenker).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jens Schlenker).

Kommentar des Fotografen:

Norddeutscher Sommer. Habe das Bild im Juni auf Juist am Hauptstrand gemacht. Durch den starken Wind und die abendliche Lichtstimmung entstand eine spannungsvolle Dynamik, sowohl am Himmel als auch am Strand. Der Sand wehte auch mir und meiner Kamera um den Kopf, somit blieb leider nicht viel Zeit für Feintuning. Zur Unterstützung der Kontraste und Strukturen erfolgte eine Umsetzung in Schwarz/ Weiss und Rotfilter via DXO-Optics Pro.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Jens Schlenker:

Zunächst einmal zum Technischen. Das Bild hat mich sofort angesprochen, weil es so kontrastreich war, die Stimmung des Augenblickes so gut einfängt. Digital gute Schwarzweißkontraste zu erzeugen, ist generell eine Herausforderung. Aber wenn sie, so wie hier, so gekonnt in Szene gesetzt werden, ist es eine Freude.

Der digitale Rotfilter (und das Können des Fotografen) war da sicherlich maßgeblich.

Der Steg links führt zur Bude, wo Strandkörbe vermietet werden, während der dunklere rechts im Sand verschwindet.

Durch die Bildaufteilung wird der dunkle Weg zum beherrschenden Bildelement, während der Kiosk zur Nebensache gerät. Rechts neben dem dunklen Weg ist noch etwas Platz gelassen, wo man das Foto getrost hätte abschneiden können, damit er direkt in die untere rechte Bildecke mündet.

Was ich persönlich aber am meisten bedaure, ist, daß der Kiosk abgeschnitten wurde. Er ist genug da, um dem dunklen Weg visuell Paroli zu bieten, aber nicht genug, um das Bild zu beherrschen.

Wäre man etwas nach hinten oder nach vorne gelaufen und hätte man einen etwas anderen Ausschnitt gewählt, wäre etwas klarer geworden, was das bestimmende Bildelement eigentlich sein sollte. Hier ein paar Varianten:

Schnell wird ersichtlich, daß keine von beiden wirklich das wiedergibt, was der Fotograf einfangen wollte, auch wenn sie einen klareren Bildgegenstand haben. Fazit: auch wenn einem der Wind die Kamera um die Ohren weht, sollte man versuchen, sich die Zeit zu nehmen, eine Szene aus mehreren Blickwinkeln einzufangen. Sie bewußter zu komponieren.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Ein Kommentar

  1. sofies meinung kann ich nicht ganz zustimmen, denn das ist eines der besten bilder, die ich je gesehen habe!
    die komposition wird hier von sofie dittmann am meisten bemängelt, doch genau diese komposition macht die gesamtwirkung des bildes aus!
    das bild ist meiner meinung nach perfekt!
    (z.B. dass das bild nicht genau am weg endet verleiht dem bild nicht diesen “0815, 1×1 der fotografie” eindruck.)
    hätte jens das bild “perfekt” zentriert, hätte es meiner meinung nach an bedeutung verloren.
    ich selber kann sehr viel aus diesem bild erkennen und eine eigene geschichte dazu ausdenken, dass macht unter anderem meiner meinung nach ein bild aus.

    villeicht hätte man noch etwas weiter zurück gehen können um das “verlassene” strandverleihaus ganz auf das bild zu bringen, dies sage ich allerdings nur, dass ich einen kritik punkt erwähnt habe ;).
    ansonsten super arbeit!!!

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