Mondnacht-Foto:
Schattenspiele im Garten

Der Mond ist ein schickes Motiv: Als Hauptdarsteller ebenso wie nur als Hintergrund.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sascha Quell).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sascha Quell).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild wurde vor 2 Jahren im Winter aufgenommen, eigentlich wollte ich im Garten nur Bilder vom Mond machen. Bis mir diese klasse Scene auffiel.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Sascha Quell:

Der Mond in einem leicht bewölkten Himmel, vor dem ein Gewirr an Ästen zweier Bäume in der Bilddiagonalen von oben rechts nach unten links für eine zweite Musterebene sorgt.

Ein Mondbild – da kann ich nicht anders als zuzugreifen. Das Bild fesselt auf den ersten Blick durch mehrere Komponenten.

Die gewundenen Äste vor allem des Baums von unten Links sachaffen ein dynamisches Muster, das sich fordernd nach oben rechts erstreckt, die Blicke mitzieht und unterwegs in der Bildmitte auf dem Mond ruhen lässt.

Erst dort kippt das Auge gewissermassen in die zweite Ebene des Bildes, den Himmel vor dem Mond, der leicht bewölkt ist und hinter den natürlich-chaotischen !asten und ihrem Muster ein ebenso natürliches, zweites Zufallsgeflecht entstehen lassen. Durch die weit geöffnete Blende wird trotzd er kurzen Brennweite der Hindergrund leicht unscharf, was im gegenzug dem Astgewirr vor Mond und Wolken zu einer knackigen Schärfe verhilft. Zugleich scheinen sich die Äste rechts am Bildrand in einer Bewegungsunschärfe zu verwischen, die dem statischen Bild auf den zweiten Blick zusätzliche Dynamik verleiht: Der Betrachter sieht die Wolken förmlich ziehen und die Äste sich leicht in der Brise bewegen.

Sehr schön und stimmungsvoll und dank des weichen Kontrasts und der beschriebenen zwei Ebenen extrem raumtief, ist das Bild ausserdem mit der Diagonale von unten links nach oben rechts und dem sich in den freien linken oberen Bildteil erstreckenden Wolkenschleier gut komponiert.

Man könnte sich wünschen, dass vom fast vollen Mond auch die Oberfläche erkennbar wäre – aber das ist belichtungstechnisch kaum zu schaffen. Hier war die Aufnahme so ja bereits nur wegen der relativ dichten Bewölkung möglich, die den Mondschein streut – und natürlich die Oberfläche verdeckt.

Ich würde das Bild allenfalls noch ein wenig beschneiden, um den Mond aus der Bildmitte zu kriegen. Dabei liesse sich auch gleich die Dachkante unten rechts aus dem Ausschnitt kriegen. Und das Vogelhaus in der unteren Mitte würde ich wegretuschieren.

Aber zu Halloween ist das ein sehr passendes und spannendes Bild.

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