Anastasia Khoroshilova:
Suche nach der russischen Seele

Auf der Suche nach der russischen Seele fotografierte Anastasia Khoroshilova die Bewohner dieses weiten, ein Sechstel der Erde umfassenden Landes.

Die aus Russland stammende Anastasia Khoroshilova zeigt uns dabei in der Tradition August Sanders die Menschen des ländlichen Russlands. “Russkie” heißen ihr Projekt und die aktuelle Ausstellung in Bonn – “Russen”.

In den Arbeiten der 31-jährigen gebürtigen Moskauerin geht es um Heimat und Tradition. Sie zeigen eine gefährdete Welt, aber mehr noch “die Funken der menschlichen Hoffnung, der Würde und des Selbstwertes” in den Augen der porträtierten Menschen, wie Anastasia Khoroshilova betont. Sie zeigt Menschen, die zu ihrer Umgebung, ihren Dingen und ihrer Landschaft gehören.

Mit dem Projekt “Russkie” möchte die Fotografin die Menschen der verschiedenen Völker und Glaubensbekenntnisse dieses großen Landes zusammenbringen, das keineswegs als eine einheitliche Nation und Kultur begriffen werden dürfe. Von der gemeinsamen Geschichte wurden die Bedingungen geschaffen, unter denen die unterschiedlichen Bewohner nun zusammenleben. Was die vielfältige Völkerfamilie vom europäischen Teil bis nach Wladiwostok vielleicht als einziges eint, ist die russische Staatsprache.

Anastasia Khoroshilova begegnet den Menschen, Dingen und Landschaften in ihren Bildern auf Augenhöhe und macht so das Ziel dieses ihres bislang größten Projektes im wahrsten Sinne des Wortes augenfällig, wie selbst sagt: „Es geht um die Verständigung in der Gesellschaft.” Russen schauen einem stets in die Augen. Ihr Gesichtsausdruck ist unverstellt, nicht Ergebnis künstlerischer Regie, sie werden nicht mythologisiert, sondern so gezeigt, wie sie sind und wie sie sich selbst darstellen.
Anastasia Khoroshilova hat die Russen dabei weniger zu erforschen oder zu definieren versucht – sie hat sie als gegeben hingenommen und wollte sie erkennen. Ihre Reisen führten sie in den letzten zwei Jahren in den hohen Norden, das Uralgebiet und den europäischen Teil Russlands.

Anastasia Khoroshilova lebt und arbeitet seit 2007 in Berlin und Moskau. Von 1999 bis 2004 hatte sie an der Essener Folkwangschule studiert und das Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Wir können uns ihre vielfältige Arbeit auf der Website von Anastasia Khoroshilova anschauen. Zur Austellung erscheint ein Katalog im Eikon-Verlag. Er kostet im Museumsshop 25 Euro, im Buchhandel 38 Euro (noch nicht erschienen).

Anastasia Khoroshilova – Russkie
Bis 31. Januar 2010
LVR-Landesmuseum Bonn, Colmantstraße 14-16, D-53115 Bonn
+49 (0) 228 / 2070 – 0, info.landesmuseum@lvr.de
Geöffnet Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag 10 – 18 Uhr, Mittwoch 10 – 21 Uhr, Sonntag 10 – 18 Uhr

Anastasia Khoroshilova
LVR-Landesmuseum Bonn

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1 Kommentar

  1. Thomas
    schrieb am 17. Dezember 2009 um 17:00 Uhr (#)

    Ich habe mir soeben die Galerie von Anastasia angeschaut.
    Ich bin etwas unschlüssig. Einersseits finde ich das Projekt sehr sehr gut (vor allem, weil ich selber aus Russland stamm) andererseit etwas vom fototechnischen enttäuscht.
    Diese eindrucksvollen menschen hätte man – finde ich – eindrucksvoller fotografieren können.

    Trotzdem empfehlenswert!

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