Katja Stuke:
Supernatural

Uli Eberhardt, 25. Januar 2010 12:54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

“Supernatural” – übernatürlich wirken sie, Katja Stukes Porträts von Sportlerinnen und Sportlern. Ihre Gesichter zeigen totale Konzentration und Abwesenheit.

Der Moment der Konzentration vor der sportlichen Höchstleistung; die Fähigkeit, die ganze Umgebung, ein tausendköpfiges Publikum zu vergessen, ist entscheidend für den Erfolg. Jedenfalls bei den prestigeträchtigen Olympischen Spielen, die es im Februar in Vancouver wieder gibt.

Der Begriff Konzentration wird so beschrieben: Es ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Erreichen eines kurzfristig erreichbaren Ziels. Fokussierung bedeutet, dass für eine gewisse Zeit auf das momentan Ausgeübte oder Empfundene geachtet wird. Konzentration erfordert geistige Anstrengung und lässt mit der Zeit nach.

Katja Stukes Sportler-Konzentration
Fotostrecke starten: Klick auf ein Bild (5 Bilder)

Diesen Liedtext stellt die Düsseldorfer Fotografin ihrer Serie voran:

Kein Flugzeug kann immer fliegen
Niemand wird auf ewig siegen
Kein Auto kann immer fahren.
Peter Hein/Fehlfarben, Rhein in Flammen

Die Porträts von Kunstturnerinnen und Turmspringern entstanden während der Olympischen Spielen in Sydney (2000), Athen (2004) und Peking (2008), und wurden teilweise vom Fernsehmonitor fotografiert. Erkennbar ist diese Entstehung der Bilder in dem sichtbaren Fernseh-Raster, weniger zu erkennen in den kleinen Online-Fotos, dafür in den großen Drucken.

Die besondere Atmosphäre der Olympischen Spiele, die spezielle Situation im Wettkampf direkt vor der entscheidenden Leistung, auch die Frage nach der Identität und Entwicklung der jungen, teils sehr jungen Sportlerinnen und Sportler spielen eine Rolle bei dieser fotografischen Arbeit. Die zuletzt entstanden Portraits der Turmspringer erweitert die Serie um den Begriff der Verletzbarkeit und Exponiertheit.

Katja Stuke, Jahrgang 1968, gibt zusammen mit dem Fotokünstler Oliver Sieber seit 1999 ein Fotoprojekt in Magazinform mit dem Titel “Frau Böhm” (später “Die Böhm”) heraus. Mit den Jahren kamen ein Internet-Ausstellungraum, die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, gemeinsame Ausstellungen, ein Foto-Blog und die ab 2010 stattfindende Ausstellungsreihe “Antifoto” hinzu. Auf Katja Stukes Website finden wir dazu und zu den Bildern der Reihe Supernatural weitere Infos.

Katja Stuke – Supernatural
Bis 30. Januar
Loris – Galerie für zeitgenössische Kunst, Gartenstraße 114, D-10115 Berlin
+49 (0)176-21751443, mail@lorisberlin.de
Geöffnet Mittwoch bis Freitag 14 – 19 Uhr, Samstag 12 – 17 Uhr

Katja Stuke
Die Böhm
Loris-Galerie Berlin

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