Halbmond-Foto:
Er gleicht sich selber sehr

Peter Sennhauser, 4. Februar 2010 10:37 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Mondfotos sind eine faszinierende Sache – mit einem grossen Nachteil: Das Motiv ist immer genau gleich. Es sei denn, man bettet es in einen Vordergrund ein.


Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand eines Tages nach meinen Training. Es ist ein voller Schnappschuss. Ich kam gerade im Winter von mein Klettertraining und habe den Mond vor mir gesehen und habe sofort meine Kamera aus dem Balkon gehangen und habe die Aussicht fotografiert, soviel Glück hatte ich bis her noch nicht gehabt um so einen tollen Mond zu fotografieren. (Das Bild habe ich mit dem PC nochmal heran geholt, vorher mit 250mm x1.6 fotografiert.)

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Ken Wagner:

Ein zunehmender Halbmond im schwarzen Himmel. – Der Mond ist ein faszinierendes Motiv, allein schon deshalb, weil wir ihn häufig als sehr gross wahrnehmen, er aber kaum zu fotografieren ist – mit einer Kompaktkamera mindestens.

Ein starkes Tele ist unabdingbar, um ein Bild wie Deins zu schiessen, in dem die Krater zu erkennen und auch noch scharf sind. Aber mit der Brennweite gesellt sich sofort das nächste Problem zur technischen Problematik:

Der Mond steht nicht still, die Verschlusszeit kann nicht verlängert, sondern muss mit grösserer Brennweite sogar verkürzt werden, sonst resultiert Bewegungsunschärfe im Bild. Dir ist hier ein recht ansehnliches Bild gelungen. Nur hat das mit Glück eigentlich nichts zu tun, Ken. oder es muss nichts damit zu tun haben.

Ich habe auf fokussiert.com eine inzwischen recht lange Serie von Postings zur Mondfotografie publiziert, die sich nicht nur mit den technischen Herausforderungen befassen. Es gibt einen Haufen Tricks, wie man die Mondbilder optimieren kann. Ein Problem bleibt aber dabei immer bestehen: Der Mond sieht immer genau gleich aus. Deswegen können wir Fotografen Bilder wie dieses getrost der Nasa und den Astronomen überlassen. Sie werden sich ausschliesslich im Beleuchtungsstand des Mondes – und in der technischen Qualität unterscheiden.

Ist Mondfotografie also langweilig? Mitnichten. Ich finde, sie ist eine spannende Herausforderung, die eine tolle Mischung aus kreativen Möglichkeiten und technischen Hürden bietet.

Stell Dir vor, Du hättest an diesem Abend noch den Kirchtum mit dem beleuchteten Wetterhahn im Vordergrund des Mondes gehabt – das Bild würde sofort so viel spannender. Und auch wenn es relativ aufwändig ist: die Komposition des Mondes beispielsweise in Landschaftsphotographie erlaubt einzigartige Aufnahmen auch auf fotographischen Trampelpfaden (wobei die Strasse in den Marin Hills hinter der Golden Gate Brücke in San Francisco an jedem fotografischen Vollmond-Abend mit hunderten von Fotografen gesäumt ist – aber es muss ja nicht die GG mit dem Mond sein…)

Wenn Du Dich ein bisschen mit der Materie beschäftigst stellst Du fest, dass Du bereits eine ganze Sammlung an möglichen Motiven in Deiner Umgebung kennst, die faszinierende Vordergründe für Mondbilder abgeben könnten – und die niemand anderes fotografiert hat.

Und wenn einem dann nach ein bisschen Planung (es gibt inzwischen einen Haufen grossartiger Tools dafür) schon nur der Mond dort begegnet, wo man ihn erwartet hat, ist das ein besonders motivierendes Gefühl – und wenn noch ein tolles Bild dabei rausschaut, umso besser.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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