Flusslandschaft:
Bemerkenswerte Stimmung

Es gibt viel zu sagen über den simplen Akt, das Ambiente eines bestimmten Ortes oder einer bestimmten Zeit festzuhalten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Fischer).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Fischer).

Kommentar des Fotografen:

Ein Sonntagsspaziergang im März. Eigentlich ein langweiliges Bild… aber mich hat das seltsame flache allgegenwärtige Nachmittagslicht fasziniert. Und soweit möglich, konnte ich die ruhige Stimmung glaube ich auch festhalten. Wollte mal wissen, ob die Stimmung auch transportiert wird?

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Thomas Fischer:

Von diesem Foto wendet man sich allzu schnell ab. Es gibt hier nichts Sensationelles oder Außergewöhnliches zu sehen. Obwohl es eine gewöhnliche Szene abbildet, vermittelt es eine Art atmosphärische Banalität. Dabei steckt einiges drin:

So wie die Komposition arrangiert ist, gibt es verschiedene Formen, die unseren Blick durch das Bild leiten. Das hervorstechendste Merkmal ist der gewundene Fluss, den der Fotograf an genau dem rechten Ort im Bild platziert hat. So wird unser Blick vom Fluss und den anderen Objekten, die seiner Windung folgen, z.B. den Bäumen und dem Weg, von der unteren linken Bildecke bis in die Mitte geführt. Von hier leiten uns die Strommasten und die Linie der Berge weiter durch das Bild. Es entsteht eine Tiefe, die noch dadurch verstärkt wird, dass der Vordergrund scharf, und der Hintergrund leicht unscharf gehalten ist.

Dieses Bild scheint eine gute visuelle Repräsentation dessen zu sein, wie der Fotograf den Zeitpunkt der Aufnahme erlebte: ein Sonntagsspaziergang an einem feuchten, kalten Wintertag. Langweilig, trübe oder belanglos, das Ambiente ist klar.

Ebenso interessant ist die Mischung von domestizierter Natur, Strommasten und Häusern.

Mit ein paar kleinen Veränderungen könnte ich mir vorstellen, dass dieses Bild für Werbezwecke oder eine Broschüre verwendet wird. Es gibt vieles, auf was eine solche Szene anspielen kann.

Sepia

Sepia

Farbanpassung

Farbanpassung

Eine Veränderung, die gemacht werden könnte, betrifft die Farben. Du könntest einfach die Farben ein wenig klären, wie in Beispiel Nr.1, oder ein wenig Stimmung erzeugen, z.B. mit Sepia wie in Beispiel Nr.2.

Obwohl Dein Bild vermutlich keinen Wettbewerb gewinnen wird, und unabhängig davon, für welche Farbveränderung Du Dich entscheidest, hat Dein Foto doch viel zu sagen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
Mehr über die Profi-Bildkritik erfahren / Eigene Bilder zur Kritik einreichen.

 

Mehr lesen

30.10.2012, 7 KommentareLeserfoto:
Die fotografische Quadratur des Kreises

Die Kombination aus strengen geometrischen Formen und menschlichem Einfluss macht den Reiz dieses Straßenfotos aus.

«Color»: Vom Kampf der Farbe um Anerkennung

24.9.2012, 0 Kommentare«Color»:
Vom Kampf der Farbe um Anerkennung

Eigentlich ist sie selbstverständlich: die Farbe. Unsere Welt ist farbig. Wir sehen farbig. Gemalt wird – meist – farbig. Dennoch: In der Fotografie muss(te) sie schon sehr kämpfen, um sich gegen die Welt in Schwarz-Weißzu behaupten. Die Berliner CWC Gallery präsentiert vom 15. September bis zum 1. Dezember eine Fotoausstellung, die nur ein Thema hat: «Color» - Farbe also.

30.7.2012, 0 KommentareBernhard Fuchs:
Ungeschöntes Landleben

Bernhard Fuchs beschäftigt sich mit dem Ländlichen, dem Bäuerlichen, so wie es ist, einfach und unfrisiert: ein ungeschöntes Landleben.

Leserfoto: Bildformat und Verdichtung

12.3.2013, 15 KommentareLeserfoto:
Bildformat und Verdichtung

Ausschnitte und Formatwechsel bieten interessante Möglichkeiten, die Bildaussage zu verdichten und unwichtige bzw. störende Elemente zu entfernen.

11.3.2013, 0 KommentareFriederike von Rauch:
Allein im Museum

Wir wähnen uns in dunklen Katakomben, sind jedoch im Museum - ganz alleine, nur mit mit Friederike von Rauchs Fotografien.

6.3.2013, 6 KommentareLeserfoto:
wunderschöne, klirrende Kälte

Der Schnee blendet, die Luft ist klirrend kalt und die Landschaft ist in blaues Licht getaucht. Doch wie zeigt man Kälte in Schwarz/Weiss?

HDR-Schwarz-Weissbild: Regelbrüche und Harmonien

19.8.2009, 8 KommentareHDR-Schwarz-Weissbild:
Regelbrüche und Harmonien

Regelbrüche werden in der Regel nur vereinzelt angewandt. Aber jede Regel braucht eine Ausnahme.

8.4.2008, 1 KommentareLeserbilder in der Profi-Kritik:
Ungefiltert harsch

Im Urlaub kann man sich den Zeitpunkt für ein Foto nicht immer aussuchen. Wenns aber was Spezielles werden soll, lässt sich das Mittagslicht mit einem Filter aufweichen. Und ein grader Horizont ist immer einen Eingriff wert.

16.7.2014, 0 KommentareLeserfoto - „Vergessener Pickup“:
Beschnitt und Nachbearbeitung

Radikale Bildformate können funktionieren. Allerdings nur dann, wenn man sich der Regeln genug bewußt ist, um sie zu brechen.

Gotik: Licht und Stimmung

6.10.2010, 2 KommentareGotik:
Licht und Stimmung

Licht und Lichteinfall allein machen schöne Motive, Photoshop gibt uns die Gestaltungsfreiheit. Damit kann man dem Bild zu- oder abträglich werden.

Architekturfoto: Reduce to the Max

3.5.2010, 9 KommentareArchitekturfoto:
Reduce to the Max

Linien und Flächen, Räume und Formen sind die Elemente der Architektur, und sie können in der Fotografie neu inszeniert werden.

Leserfoto: Ein tot fotografiertes Motiv im spannenden Zusammenhang

5.2.2013, 2 KommentareLeserfoto:
Ein tot fotografiertes Motiv im spannenden Zusammenhang

Formen und Farben vermitteln ein Gefühl für die Natur und das auch in einer Stadt

Leserfoto: Film Noir Schnappschuß – Geschichten erzählen

24.1.2013, 1 KommentareLeserfoto:
Film Noir Schnappschuß – Geschichten erzählen

Verfallene Gebäude allein sind interessante Fotomotive. Wenn man dann innerhalb des Gebäudes noch eine Geschichte findet, die das Foto erzählen kann, muß man sich anstrengen, kein gutes Bild zu machen.

Bildbearbeitung: Abwedeln und Nachbelichten in der Digitalfotografie (2)

23.1.2013, 4 KommentareBildbearbeitung:
Abwedeln und Nachbelichten in der Digitalfotografie (2)

Der nachfolgende Artikel unseres Gastautors Thomas Brotzler befaßt sich mit den Möglichkeiten des Abwedelns und Nachbelichtens. Im vorangegangenen ersten Teil ging es um die Herkunft und Bedeutung dieser Technik. Im heutigen zweiten Teil werden praktische Aspekte mit einem Bearbeitungsbeispiel aufgezeigt.

2 Kommentare

  1. Hallo und Danke für die Bildkritik,
    da habe ich schon garnicht mehr dran gedacht. War mal so’ne Laune, das hochzuladen.
    Wie ich lese, ist die Stimmung, um die es mir ging, doch einigermaßen transportiert. Danke auch, für die Vorschläge bzgl der Farbtöne…. ich lass’ es lieber so.
    Wahr ist, daß es sich um eine banale Szene handelt, eigentlich nur etwas für den, der dabei war, der eine direkte Erinnerung hat. Deshalb wollte ich wissen, ob da was rüber kommt. Denn langweilig fand ich das eigentlich garnicht. Ok, das Ambiente ist (war) klar, trübe, belanglos, aber fotografisch interessant, schon wegen des Lichts. Ich habe einige Zeit dort verbracht und zugegebenermaßen nicht nur ein, sondern mehrere Fotos dieser Szene gemacht. Auf die Spaziergänger links auf dem Weg habe ich regelrecht gewartet. Ich selbst war mit dem Fahrrad dort, deshalb war es auch nicht MEIN Spaziergang. Die meisten Bilder mache ich beim Radfahren, meist allein, fast immer belanglos, immer auf der Suche nach Bildern, die für mich meine Stimmung festhalten. Also damit einen Wettbewerb zu behelligen, da käme ich nicht drauf :)!! Mit der alten Knipse (Canon G5) habe ich wohl auch nicht das Werkzeug, aber ich mag das Teil gerade beim Radfahren gern dabeihaben.

    Ich finde es toll, das man hier sowas banales auch mal zeigen kann, wo sonst. Also, viele Grüße, würde mich freuen, wenn es nochmal klappt.

  2. “Mit der alten Knipse (Canon G5) habe ich wohl auch nicht das Werkzeug…”

    Aber Du hast zumindest eines dabei. Ob Profi- oder Immer-dabei-Kamera – es kommt doch hauptsächlich auf den Fotografen an; darauf, wie er die Welt sieht und es versteht, diese zu “dokumentieren”.
    Wenn alle guten Fotos nur mit High-Tech-Ausrüstung zu realisieren wären, dann würden flickr und Co. wohl nicht mehr lange existieren.

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen.

* Pflichtfelder