Kino-Portrait:
Experimente wagen

Jan Zappner, 11. März 2010 11:02 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Für Porträtfotografie sind originelle Ideen wichtig. Technik und das Verständnis dafür helfen bei der Umsetzung.

Kommentar des Fotografen:

Das Foto entstand spontan gegen Abend. Es war schon ziemlich dunkel und die einzigste Lichtquelle hier sind orangfarbene Scheinwerfer die das Hafenbecken beleuchten.. Die besonderheit hier: Hinter der Person steht ein seperater Blitz, der mit Skyports ausgelöst wurde.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Andreas Ochsenreither:

Ein Bild wie aus einem Kinofilm. Das liegt nicht nur an der Letterbox, wie das eingepasste Format mit den schwarzen Balken genannt wird, sondern vor allem an der gewählten Szenerie.

Die Dunkelheit gibt dem Hafen etwas Mysteriöses, man sieht nur Schatten und vereinzelte Lichter. Da passt die gleissende Korona des Portraitierten sehr gut hinein, die ihn vom Hintergrund deutlich abhebt.

Vor allem der Einsatz des Blitzlichts von hinten gefällt mir gut.

Einmal ist es ganz wichtig, mit den technischen Möglichkeiten der Fotografie zu experimentieren, da man damit auch lernt, besondere Punkte in einem Bild zu schaffen, die Aufmerksamkeit erregen. Und zusätzlich lernt man, seine eigenen fotografischen Wünsche auszuweiten und mit Hilfsmitteln zu perfektionieren.

Hier wurde ein externer Blitz mithilfe eines Infrarot-Auslösers hinter der Person positioniert und ausgelöst. Dadurch erhält die Person den hellen Schein des Blitzes in den Haaren und an den Körperrändern.

Damit wiederum wird die Kontur der Person klarer und das Mysteriöse der Situation wird noch verstärkt, da der Mann aus einem hellen Licht zu treten scheint. Es wurde also eine Technik gewählt, die der Situation entsprach.

Auch die Wahl einer offenen Blende, die den Hintergrund unscharf abzeichnet und damit nur den Portraitierten scharf zeigt, ist gut gewählt. Ich bin nur über das Licht im Gesicht des Mannes erstaunt, das so blau ist, dass es nicht von den orangen Scheinwerfern kommen kann.

Auf jeden Fall kann man mit dem Skyport viele schöne Ideen umsetzen. Für mich ist das Bild in jeder Hinsicht gelungen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Kommentare

  1. Swonkie
    schrieb am 11. März 2010 um 15:12 Uhr (#)

    interessantes bild. ich bin allerdings kein fan von dem quadratischen format mit schwarzen balken.

    was sind die vielen kleinen lichtpunkte im bild? ist da staub auf dem objektiv? oder ein filter der ghost effekte mit den lichtquellen im hintergrund erzeugt?

  2. andy
    schrieb am 11. März 2010 um 18:47 Uhr (#)

    vielen dank erst einmal für die sehr positive bewertung.
    natürlich wurde hier im nachhinein der weißabgleich verändert und die farben optimiert.

    an diesem abend war kein nieselregen und es wurden auch keine filter verwendet.
    die hellen lichtpunkte flogen so in der luft herum und kommen durch den blitz der die person von hinten anstrahlt erst zur geltung.

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