Autofoto:
Lack, Form und Licht

Thomas Rathay, 19. März 2010 11:01 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Bilder einer Ausstellung: Faszinierende Motive in schwierigen Lichtsituationen, zum Beispiel Autos in Schauräumen.

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand bei einem Besuch in einer Ausstellung für Oldtimer. Ich hab den Bildausschnitt lediglich auf die runden Formen und Kurven reduziert. Weiter wollte den metallisch glänzenden Lack zum Vorschein bringen, der dieses Fahrzeug ausmacht. Dass diese beide Komponenten zusammen in einer so wunderschönen Form funktionieren, fasziniert mich immer wieder.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Thomas Kindler:

Formen und Farben sind in der Fotografie genauso spannend wie Licht und Schatten, werden hierdurch doch auch Kontraste geschaffen, die ein Bild lebendig und ansprechend wirken lassen.

Durch deine Reduktion hast du auch schon versucht, einen ganz schwierigen Aspekt der Fotografie bei solchen Ausstellungen zu bewältigen:

Überall sind Lichter aufgehängt und spiegeln sich eben gerade in glänzenden Bauteilen und Modellen. Das macht es nicht einfach, Flächen als solche darzustellen.

Eine Fläche sollte ruhig und flächig wirken, wenn du ihre Struktur darstellen willst. Der Metalliclack des Fahrzeuges wirkt in deinem Bild eher matt, aber dadurch nicht weniger edel.

Die sich spiegelnden Fensterfronten in der hinteren Scheibe wirken auf mich fast wie eine Lichtwanne in einem großen Studio. Allerdings müssten sie dann noch etwas ausgerichtet werden, um die Scheibenform optimal zu betonen. Für deine Aufnahme während der Ausstellung finde ich es aber ziemlich gelungen, die Fenster der Halle so einzubauen.

Was mich aber wirklich noch stört, ist die zweite Spiegelung derselben Lichter im Teil unter der Scheibe. Was die andere Spiegelung ist, kann ich nicht richtig ausmachen. Ich dachte zuerst an einen Türgriff, der es aber dann doch nicht ist.

Wenn diese Fläche auch noch ruhiger wäre, würde das Bild auf mich stimmig wirken. So habe ich einen Kompromiss versucht, wenigstens die untere Spiegelung abgeschnitten und ein paar Reflexe entfernt.

Nun soll der Betrachter in das Bild einsteigen und versuchen herauszufinden, was die zweite Spiegelung bedeutet. Somit hast du auch schon erreicht, dass das Auge länger auf deinem Bild ruht.

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5 Kommentare

  1. Swonkie
    schrieb am 19. März 2010 um 13:59 Uhr (#)

    und versuchen herauszufinden, was die zweite Spiegelung bedeutet

    einfach nochmal die fensterfront, oder? sie wird halt in der stark konvexen fläche zusammengequetscht.

  2. Markus
    schrieb am 19. März 2010 um 14:14 Uhr (#)

    Ein schönes Auto – in einer hässlichen Halle. Das suggeriert für mich zumindest die Spiegelung der Fensterfront. Dagegen hätte das Holzlenkrad mehr Aufmerksamkeit verdient. Vielleicht hätte ein Polfilter geholfen?

    1. Swonkie
      schrieb am 20. März 2010 um 13:46 Uhr (#)

      hässliche halle? kann ich nicht im geringsten nachvollziehen. man sieht ja auch nichts von der halle ausser den fenstern – und was soll daran hässlich sein?

      tatsache ist aber, dass glänzende oberflächen etwas brauchen das sie reflektieren können um richtig zur geltung zu kommen. ein polarisationsfilter ist hier meiner meinung nach total fehl am platz.

    2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
      schrieb am 21. März 2010 um 09:30 Uhr (#)

      Ich glaube auch, dass die Spiegelung zentral ist und ein Polfilter – der sie abgeschwächt oder eliminiert hätte – nicht angebracht wäre.

      Ich teile aber Thomas’ Meinung, dass die zweite Spiegelung die erste konkurrenziert und der quadratische Bildschnitt die Kurven und das Lichtspiel besser zur Geltung bringt.

  3. dierk
    schrieb am 21. März 2010 um 23:35 Uhr (#)

    gefällt mir gut, Thomas,
    der Beschnitt weniger.

    Noch besser würde es mir in S/W gefallen.

    dierk

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