Steinstapel:
Oberflächenfaszination

Sogar ein Häufchen Steine kann visuell von Interesse sein, wenn es richtig beleuchtet ist und die Komposition stimmt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Julia Mallm).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich mit einer normalem Digitalkamera (Canon PowerShot A1000 IS) in der Makroeinstellung und mir über Belichtung und andere Sachen überhaupt keine Gedanken gemacht, sondern einfach „drauf los fotografiert“. Mir persönlich gefällt das Bild gut, aber ich finde es fehlt ein wenig „der letzte Schliff“. Was hätte man an diesem Bild verbessern können? (Mittlerweile habe ich mir auch eine digitale Spiegelreflexkamera (Canon EOS 1000D mit Sigma DS 18-200 mm Objektiv) zugelegt.)

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Julia Mallm:

Mir gefällt das Bild gut – und diese Aussage verlangt nach der Frage: Was genau gefällt Dir daran?

[textad]Ich persönlich mag es, wie beim so nahen Heranzoomen die Oberflächen zum Vorschein kommen, vor allem vom oberen Stein. Aber ich denke, Du hast recht: Es fehlt am letzten Schliff.

Willst Du Fotos machen, die Dir gefallen und den letzten Schliff haben, solltest Du als erstes genau überlegen, was Dir im Besonderen an Deinem Objekt gefällt, und dann die bestmögliche Art und Weise finden, um diese Aspekte visuell zu interpretieren.

Steine sind an sich nicht sehr aufregend, aber sie können visuell interessant dargestellt werden, wenn Beleuchtung und Komposition stimmen.

Die hauptsächlichen Probleme dieses Fotos sind der Mangel an Ausgewogenheit in der Komposition, der ablenkende Hintergrund, und dass der unterste Stein unscharf ist.

Runde Formen können schwierig sein, denn sie ziehen unseren Blick auf sich, leiten ihn aber normalerweise nicht weiter auf ein Objekt außerhalb ihres Kreises. Fotografiert man runde Objekte, ist es oft hilfreich, das Bild ausgewogen zu halten, indem es in der Mitte platziert wird, oder indem ein weiteres Objekt hinzugefügt wird, und so ein Vektor geschaffen wird, an dem unser Blick entlanggleiten kann.

Obwohl das Licht hier recht hart ist, hat dies auch Vorteile. Sieh, wie es die Beschaffenheit des oberen Steins hervorhebt. Sogar eine Mischung von hartem Licht und Schatten kann effektiv genutzt werden, so wie es hier geschehen ist, um die Aufmerksamkeit auf den einen Stein zu lenken.

Um einen störenden Hintergrund zu vermeiden, kannst Du entweder versuchen, weiter heran zu zoomen, oder ein Stück Papier oder Karton unter und hinter das Objekt zu stellen.

War es die Beschaffenheit und die Formen der Steine, die Dich am meisten ansprachen, dann könntest Du auch versuchen, mit Schwarz-Weiß zu experimentieren, wie im Beispiel. Es ist leichter, sich auf die übrigen Eigenschaften eines Objekts zu konzentrieren, wenn die Farbe entfernt wurde.

Entscheide, was Dich an einem Objekt besonders interessiert und konzentriere Dich darauf. Und dann nutze eine ausgewogene Komposition und interessante Beleuchtung, um ihm den letzten Schliff zu verpassen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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3 Antworten
  1. bee says:

    Was mich persönlich – neben dem störenden Hintergrund – am meisten stört: Die Steine sind leicht von oben fotografiert, aus deiner normalen Sichtweise. Wären sie aus der „Augenhöhe“ aufgenommen, würde es – glaub ich – etwas weniger nach „Geknipse“ und mehr nach Komposition aussehen.

    Antworten
    • Swonkie says:

      naja, augenhöhe ist ja normale sichtweise. du meinst wohl eher froschperspektive. und wenn dies hier julia mallms normale sichtweise ist, sind die steine viel grösser als ich dachte, oder die fotografin ist winzig. :)

    • bee says:

      Ok, zweideutig ausgedrückt :) Mit „Augenhöhe“ meine ich auf Motivhöhe, also etwa auf Höhe des mittleren Steins.

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