Herbert Ponting:
Scotts Südpol-Expedition

Herbert Ponting war Fotograf bei Robert Scotts Südpol-Expedition, die bekanntlich tragisch ausging. Auf Glasplatten hielt er das weiße Reich des Eises im Süden fest.

Eine Großformatkamera schleppte Herbert G. Ponting in der Antarktis mit sich herum. Die Glasplatten entwickelte in einer Dunkelkammer vor Ort. Er zog die Glasnegative dem Film vor, den es damals 1910 schon gab. Von der Qualität seiner Bilder können wir uns aktuell in Hamburg überzeugen.

1910 stach Captain Robert Falcon Scott mit dem Forschungsschiff Terra Nova in See, um unter britischer Flagge als erster Mensch den Südpol zu erobern. Teil der Mannschaft war eben auch der Brite Herbert George Ponting, Fotograf und auch Kameramann. Mit seinen Aufnahmen von der Expedition und ihrer Teilnehmer schuf er nicht nur ein einzigartiges Dokument über die Anfänge der Polarforschung, sondern lässt die Nachwelt damit an einem der letzten Abenteuer der Entdeckungsgeschichte teilhaben. Neben der großen Kamera mit den Glasplatten benutzte Ponting in der Antarktis eine der ersten tragbaren Filmkameras. Das sogenannte Cinématographe konnte kurze Sequenzen aufnehmen.

Die britische Expedition der Terra Nova zum Südpol endete 1913 tragisch. Nur knapp verfehlte Robert Falcon Scott den Ruhm, der erste Mann am Südpol gewesen zu sein. Der Norweger Roald Amundsen hatte dort einen Monat zuvor die norwegische Flagge in den Schnee gerammt. Schon zu Beginn war Scott mit seiner Expedition ins Hintertreffen geraten. Sein Mangel an Erfahrung gegenüber Amundsen und schlechte Bedingungen verhinderten nicht nur den Erfolg der Expedition, sondern wurden ihm und vier weiteren Männern zum Verhängnis: Sie alle kamen auf dem Rückweg vom Pol nur 17 Kilometer entfernt vom rettenden Versorgungslager um.

Herbert Ponting fand verhältnismäßig spät zur Fotografie, nämlich 1900 im Alter von 30 Jahren. Großes Geschick bewies Ponting bei der erzählerischen Darstellung seiner Aufnahmen und wurde vielleicht deshalb ausgewählt, die Scotts Expedition als Dokumentarist zu begleiten. 1911 gehörte er zur Küstengruppe der Terra Nova und half beim Aufbau des Winterlagers Cape Evans, wo man ihm eine Dunkelkammer zur Verfügung stellte (in der er auch schlief). Als die Expedition im Winter 1911/12 immer weiter in den Süden vordrang, endete Pontings fotografische Arbeit. 1921 publizierte er unter dem Titel Der Große Weiße Süden seine Aufnahmen in einer fotografischen Erzählung über die Expedition. Darüber hinaus half er bei der Produktion eines kurzen vertonten Filmes namens Neunzig Grad Süd (1933), der auf seinen verbliebenen Videosequenzen basierte. 1935 starb Ponting in London.

Herbert Ponting kehrte 1912 mit über 1700 großformatigen Glasnegativen von arktischen Landschaften und Aufnahmen der Forscher und der Umstände der Expedition nach England zurück. Das Archiv befindet sich heute im Scott Polar Research Institute der Cambridge-Universität. Die in Hamburg gezeigten Aufnahmen sind von den Originalglasplatten nach dem Platinverfahren (einem der hochwertigsten Schwarzweiß-Verfahren) angefertigt worden. Sie zeigen eine besonders umfangreiche Tonwertskala, eine große Brillianz und Dreidimensionalität. Auf der Website der Flo Peters Gallery finden wir einen kleinen Ausschnitt aus der in der Ausstellung gezeigten Bildern.

Herbert G. Ponting – Die Eroberung des Südpols
Bis 4. Mai
Flo Peters Gallery, Chilehaus C, Pumpen 8, D-20095 Hamburg
info@flopetersgallery.com
Geöffnet Montag bis Freitag 12 – 18 Uhr, Samstag 11 – 15 Uhr

Herbert Ponting bei Wilki
Flo Peters Gallery

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