Hellen van Meene:
Alles wird verschwinden

Traumartige Porträts von Kindern und Jugendlichen zeigt die Niederländerin Hellen van Meene – sie schweben zwischen Kindheit und Erwachsenwerden.

Hellen van Meene: St. Petersburg, 2008

Hellen van Meene: St. Petersburg, 2008

Hellen van Meenes Serie mit dem Titel “Tout va disparaître” – “Alles wird verschwinden” erinnert in Licht und Inszenierung an die Tradition der holländischen Malerei. Aktuell sind die Bilder in Innsbruck zu sehen.

Aufgenommen in den USA, in Russland und den Niederlanden bewegen sich ihre jungen Modelle zwar in ihrer jeweils vertrauten Umgebung, aber auch auf dem unsicheren Terrain der Pubertät.

In vorsichtig inszenierten Posen zeigt sie (meistens) Mädchen und jungen in einer Art scheinbarem Schwebezustand zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Die Inszenierungen verbinden eine künstlerische Vision mit der Empathie für die Unsicherheit ihrer Modelle, die sich unversehens in eine neue Rolle einfinden müssen: Aus Jugendlichen werden Jugendliche vor einer Kamera.

Hellen van Meene: Japan, 1999

Hellen van Meene: Japan, 1999

Hellen van Meene arbeitet mit kleinen Bildformaten, die die Betrachter in eine vertrauensvolle, dichte Beziehung zu ihren Modellen bringen und sie arbeitet mit natürlichem Licht. Van Meene, geboren 1972 in Alkmaar konzentriert sich auf junge Menschen und erfindet schon seit über zehn Jahren immer neue Bilder, um der prekären Befindlichkeit von Heranwachsenden ein “Gesicht” zu geben. Erstmalig zeigt sie in der aktuellen Ausstellung in Innsbruck auch Interieurs, Stillleben und Porträts in einem ungewöhnlichen Panorama-Format. Normalerweise arbeitet sie mit einer Rolleiflex aus dem Jahr 1966 mit einem Normalobjektiv für dieses 6×6-Negativformat. Sie arbeitet nur mit dem natürlichen Licht, ohne Blitz oder sonstige künstliche Lichtführungen. Auch der Film sei immer der gleiche Fuji Farbnegativ-Film. Aber die Hardware, so ihr Credo, ist unwichtig. Es zähle allein, die Welt wie ein Fotograf sehen zu lernen.

Hellen van Meene – aus der Serie Pool of Tears, 2008

Hellen van Meene – aus der Serie Pool of Tears, 2008

Wir finden eine Auswahl der Arbeiten auf Helen van Meenes Website. Dort geht’s auch weiter zu ihrem Twitter-Tweet, wo sie uns zum Beispiel ihre frisch vor der Ausstellungseröffnung in Innsbruck erworbenen neuen goldenen Schuhe vorführt. Im Münchner Schirmer/Mosel-Verlag erschien ihr Band mit dem Bildern aus der Serie “Tout va disparaître” unter dem Titel Neue Photographien (Affiliate-Link).

Hellen van Meene – Tout va disparaître
Bis 2. Juni
F.O.KU.S. Foto Kunst Stadtforum, Bank für Tirol und Vorarlberg Stadtforum, A-6020 Innsbruck
+43 (0)505 333-1417, info@btv-fokus.at
Geöffnet Montag bis Freitag 11 – 18 Uhr, Samstag 11 – 15 Uhr

Hellen van Meene
F.O.KU.S. Innsbruck

 

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