Jim Goldberg:
Die Reichen und die Armen

Magnum-Fotograf Jim Goldberg hat mit “Rich and Poor” – die Reichen und die Armen – ein Stück Fotogeschichte geschrieben. Das Besondere ist die Verbindung von Text und Bild.

Jim Goldbergs Serie “Rich and Poor” entstand zwischen 1977 und 1985 und spiegelt die Hoffnungen und Enttäuschungen jener Zeit.. Das Forum für Fotografie in Köln zeigt aktuell eine Auswahl davon und dazu neuere Arbeiten Goldbergs.

“Rich and Poor” ist der eindringliche Blick auf das Amerika der Achtzigerjahre mit seinen Mythen, Klischees, Wunschvorstellungen und Hoffnungen.

Es ist ein Blick auf Arm und Reich – auf das Selbstverständnis und den Stolz der Elite wie auf die Ängste und enttäuschten Erwartungen der kleinen Leute. Der eminent persönliche Charakter dieses dokumentarisch-erzählerischen Fotoprojekts resultiert aus Goldbergs experimentellem, medienübergreifendem Umgang mit der Fotografie, der für seine gesamte Arbeit kennzeichnend ist.

Die im privaten Lebensumfeld porträtierten Personen wurden eingeladen, bei der Bildentstehung aktiv mitzuwirken und das Arrangement zu beeinflussen. Darüber hinaus wurden sie vom Künstler aufgefordert, ihr Fotoporträt mit ihren eigenen Gedanken handschriftlich zu ergänzen und zu kommentieren.

Die Kunst von Goldbergs psychografischer Foto-Text-Collage besteht trotz aller Direktheit in dem sensibel ausbalancierten Gleichgewicht von Respekt und Öffnung. Hier kommt das Miteinander bei den Porträts zum Tragen:

Indem die Protagonisten “mitspielen“, legitimieren sie auch die so entwaffnend wirkende Offenlegung ihrer Privatheit. Die Arbeiten tragen so einen durchgehend versöhnlichen Charakter, der ein gegenseitiges Einverständnis und Vertrauen des Künstlers mit seinem Gegenüber voraussetzt.

Ergänzend zur Serie “Rich and Poor” zeigt das Forum für Fotografie neuere Arbeiten von Jim Goldberg, die im Stil einer bewegten Bildcollage zahlreiche Protagonisten seiner jüngsten, groß angelegten Arbeit “Open See” portraitieren. Dabei handelt es sich vor allem um die Opfer der weltweiten Krisen, um Kriegsflüchtlinge, Opfer von Armut, Ausbeutung und Rassismus. Die Aufnahmen sind in Ländern wie Indien, Kongo, Senegal und Ukraine entstanden.

Jim Goldberg wurde 1953 in New Haven, Connecticut, geboren. Seit 2006 ist Goldberg Mitglied der Fotoagentur Magnum und lehrt als Professor für Kunst am California College of Arts and Crafts. Seine Themen sind vor allem die Armen und Schwachen in der amerikanischen Gesellschaft: So sind in „Raised by Wolves“ (1985-1995) Straßenjugendliche in Los Angeles und San Francisco seine Darsteller.

Eine besondere Stellung erlangte Goldberg durch seine Fotobücher, Mutimedia-Ausstellungen und Videoinstallationen. Schon mit der Serie “Rich and Poor“ hat er eine Form der erzählenden Fotografie gefunden, die Bild und Text kombiniert. “Open See” (Affiliate-Link) ist im Steidl-Verlag, Göttingen, erschienen. “Rich and Poor” gibt’s in Buchform derzeit leider nur als teure Sammlerstücke für um die 200 Euro, ebenso und noch teurer “Raised by Wolves”.

Aber wir sehen mehr von Jim Goldbergs Bildern auf der Website von Magnum Photos, Suchwort Jim Goldberg, unter anderem gibt’s ein Album zu “Rich and Poor”.

Jim Goldberg -Rich and Poor/Open See
Bis 20. Juni
Forum für Fotografie, Schönhauser Straße 8, D-50968 Köln
+49-221-340 18 30, mail@forum-fotografie.info
Geöffnet Mittwoch bis Freitag 14 – 18 Uhr, Samstag 12 – 18, Sonntag 12 – 16 Uhr

Magnum Photos
Forum für Fotografie Köln

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