Promotionsfoto:
Porträt einmal anders

Eine einfache Veränderung eines „klassischen“ Themas kann etwas schaffen, was die eindeutige Unterschrift des Fotografen trägt.

[textad]

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Daniel Haeker).

Kommentar des Fotografen:

Eine Serie von Promotionsfotos für eine Gruppe spanischer Cellistinnen habe ich zum Anlass genommen, etwas – für mich – Neues zu versuchen. Den Portraits, wie dem hier gezeigten Bild von Alicia, habe ich durch Einarbeiten von mir selbst angefertigter, mehrschichtiger Texturbilder einen neuen Hintergrund anstelle des konventionellen dunklen Bühnen- (Theater-) Raumes gegeben.


Meine Kriterien für diese Fotos sind individiuelle Persönlichkeit der Portraitierten, Geheimnis, Vielschichtigkeit und sowohl Zeitlosigkeit wie Modernität (da sich die Musikerinnen sowohl auf dem Feld der klassischen wie dem der Unterhaltungsmusik bewegen).

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Daniel Haeker:

Du hast Alicia hier gut in Szene gesetzt – ihre Persönlichkeit tritt gut zutage, und es ist tatsächlich etwas Geheimnisvolles um diese junge Frau.

Wer ist sie? Was denkt sie gerade? Eine junge Frau, die einen schon fast herausfordernd anschaut. Am Auge trägt sie ein aufgemaltes Ornament – warum? Das ganze ist in rotbraun getöntem Schwarzweiß gehalten. Es regt zum Nachdenken an, und man schaut gerne länger hin.

Wo man meines Erachtens noch etwas hätte feilen können, wäre die Beleuchtung gewesen. Alicias Gesicht ist gut und gleichmäßig ausgeleuchtet, aber ihr Hals dagegen nach meinem Geschmack hätte noch etwas mehr Aufmerksamkeit vertragen können, denn er ist mir zu dunkel im Vergleich mit dem Gesicht, und hat Schatten, die dadurch hätten eliminiert werden können.

Das erste, an das ich dachte, als ich Alicias Bild sah, war „Modeaufnahme“, so, wie es grundsätzlich fotografiert ist. Da aber hier Bühnenbeleuchtung und Softbox etc. vermischt werden, ist es irgendwo zwischen den Stühlen.

Durch die Nähe zu dem Texturhintergrund scheint das Modell mit ihm zu verschmelzen. Durch die Bluse, die Alicia trägt, wird sie eins mit ihm. Erst fand ich die Details im Hintergrund, die durch die Nähe zu Alicias Kopf sehr gut zu unterscheiden sind, etwas distrahierend. Doch je länger ich das Foto anschaute, desto mehr machte es Sinn.

Und dieser Einfall macht auch schlußendlich Dein Bild zu etwas Besonderem, denn man hätte hier, wie von Dir angesprochen, den üblichen einfarbigen Hintergrund erwartet. Ich würde anregen, noch weiter mit dieser Idee zu experimentieren, sie etwa noch weiter auf die Spitze zu treiben. Ob in PS oder mit „analogen“ Mitteln.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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1 Antwort
  1. thomaspom says:

    ein prima portrait,
    hat wirklich etwas mystisches mit dieser tonung und der textur.
    der schattenwurf am hals stört mich jetzt nicht aber die „fehlende“ rechte schulter ist nicht mein ding. ab dem hals geht es direkt weichgezeichnet in den vermeintlichen hg über.
    dies verwirrt mich.
    ansonsten find ich das werk sehr gelungen.

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