Hundeporträt:
Drei klassische Komponenten

Klassischen Stilelemente wie Tonung, Bildaufbau und Perspektive helfen, vielleicht kein spektakuläres, aber ein handwerklich solides Foto zu machen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Uwe Kath).

Kommentar des Fotografen:

Ich bin nicht sicher, ob der Bildaufbau hier ok ist. Wollte mal eine andere Perspektive probieren.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Uwe Kath:

Ähnlich wie bei Babys und kleinen Kindern stellen Fotos von Haustieren eine besondere Anforderung an die Fotografien. Die schnellen Bewegungen, gerne direkt in Richtung der Kameralinse, machen das Fokussieren zu einer großen Herausforderung.

Hier bei diesem Hundefoto liegt der Fokus genau auf dem linken Auge.

Damit das auch gut sichtbar ist, hat der Fotograf das Bild Schwarz-Weiß getont und nur die Augen farbig gelassen. Hat was, ist aber auch ein häufig genutzter Effekt, der sich schnell abnutzt. Bei diesem Motiv kommt hinzu, dass der graue Himmel jetzt mehr mit dem Hundefell verschmilzt, während ein blauer Himmel den Hund vorne besser vom Hintergrund abgesetzt hätte.

Auch der Bildaufbau und die Perspektive bedienen sich sehr lange erprobter Elemente. Das Bild ist nach dem Goldenen Schnitt aufgebaut, wo sich dieser Schnitt vertikal und horizontal kreuzt, befindet sich hier das orange Hundeauge.

Als Perspektive wurde eine leichte Froschperspektive gewählt, also der Blick von unten nach oben auf das Motiv. Das führt oft zu einem „herrischen“, dominant wirkenden Ausdruck des Porträtierten, hier dem Hund. Aber es passt ja auch, der Hund wirkt so domant und stark und schaut überlegen in die Ferne.

Auch wenn alle drei Stilmittel nicht neu sind, so ergeben sie in der Summe doch ein Foto, was sicher nicht neu und spektakulär, aber handwerklich sehr solide ist.

Verbessert werden können hätte noch die Tiefenschärfe, die bei Blende 4 relativ gering ist. Bei der benutzten Verschlusszeit von 1/1250 scheint es keinen Grund zu geben, nicht mit ca. 1/300s und Blende 8 zu arbeiten.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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1 Antwort
  1. Uwe Kath says:

    Danke für die offene Kritik und die Tipps zu Blende und somit Schärfe im Bild. Bin wohl durch das Freistellen bei den Portraits der gedanklich so mit einer möglichst offenen Blende beschäfigt, dass ich selbst bei völlig ruhigem Hintergrund an die Steigerung der Schärfe keinen Gedanken verschwendet habe.

    Absolut teile ich die Kommentare zu Bildgestaltung und Reduzierung der Farbeauf das Auge. Leider bin ich ziehmlich ratlos, hunderte von Portraits geschossen, aber irgenwie sehen die am Ende al gleich aus. Offene Blende, Schärfe und Licht auf Auge, ….

    Für weitere Tipps und Anregungen bin ich dankbar.

    Antworten

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