Strandpolaroid:
Fotografierte Sehnsucht

Analoge Eleganz in der Fotografie, nicht jedermanns Sache, aber doch eine Form von Kunst

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michaela Nastulla).

Kommentar des Fotografen:

Das Foto wurde mit einer Polaroid Lightmixer 630 in den Niederlanden gemacht und eingescannt. „Landschaft“ ist wahrscheinlich nicht die richtige Kategorie, ich konnte jedoch keine passende finden.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Michaela Nastulla:

Das Bild von Michaela „kam, zeigte sich und siegte“ bei mir, als ich die eingereichten Bilder durchsah.

Ich kann nur einmal mehr feststellen wie sehr ich für diese analoge Anmutung anfällig bin. Auch wenn ich zu diesem Bild nicht viel zu sagen habe, wollte ich es den fokussiert- Lesern nicht vorenthalten:

Ich hab natürlich auch auf die Webseite Michaelas geschaut und dort noch viele weitere schöne Fotos entdeckt.

Doch nun etwas zu diesem Bild – Wer etwas anders sieht als ich, gibt bitte seinen Kommentar dazu ab:

Schon durch den Rahmen des Polaroids bekommt dieses Bild einen Halt, einen Rahmen eben, der ihm sehr gut tut. Das Helle, überstrahlte dieses Bildes ist auch polaroidtypisch. Ein Pola hat eben nicht soviel Kontrastumfang wie ein Negativfilm oder ein Digitalsensor. Doch gerade dieser Look ist es ja, der mich fasziniert und das Bild so sehenswert macht.

Die Dame am Strand blickt vielleicht sehnsüchtig, vielleicht wehmütig in die Ferne. Die Ferne ist sehr hell, also gar nicht so trüb, und doch ist die Grundstimmung des Bildes eher traurig.

Beschnittene VersionRein vom gestalterischen Aufbau her ist die Komposition auch durchaus gelungen. Es finden sich angedeutete Dreiecke, die Dynamik ins Spiel bringen, und der Hell-Dunkelkontrast zwischen Kleidung und (ausgefressener) Sonne bewirkt auch eine gewisse Spannung. Genauso die erstaunlicherweise noch leicht erkennbare Zeichnung im Himmel. Hier bringen die ziehenden Wolken noch etwas Fahrt in Richtung Blick ins Spiel.

Ich hätte allerdings den Horizont nicht so mittig angelegt und die junge Frau ein klein wenig mehr nach links oder rechts gerückt. Nach links wahrscheinlich eher, da dann der Blick in die Ferne noch etwas mehr Raum bekommt.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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1 Antwort
  1. Christian Gruber says:

    Nachdem ich zumeist erst die Bilder in groß betrachte, dachte ich erst an ein Passepartout und weiter: gute Idee und stimmungsvoll umgesetzt.
    Je länger ich das Bild betrachte, umso mehr gefällt es mir eben weil der Himmel rosa und fast ausgebrannt ist, die Person nur zweifarbig ist. Spuren im Sand, die tolle Aussicht, der lange Schatten, bald ist Sonnenuntergang. Da wäre man gerne dabei.
    Inspirierend.

    Vielleicht bin ich auch polaroidvorbelastet, hab kürzlich die Gewinnerfotos vom Wiener Fotomarathon 2009 gesehen

    Antworten

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