Outdoor-Porträt:
Super Licht

Erst Licht – das besondere Licht – haucht Fotos eine besondere Stimmung ein. Und das muss man finden.

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Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist mit einer 50mm Brennweite bei Offenblende 1.4 entstanden. An die Belichtungszeit kann ich mich leider nicht mehr erinnern und Exifs sind nicht mehr da. Die Bearbeitung ist nicht unbedingt subtil, trotzdem denke ich (zumindest habe ich das versucht), dass ich keine Stimmung in das Bild hineinbearbeitet habe, die im Ausgangsbild nicht schon vorhanden war. Im nachhinein hätte ich die Blende vielleicht lieber noch ein Stückchen weiter geschlossen aber nun mag ich es einfach so wie es ist. Ich habe versucht den Blick und seine leichte Melancholie einzufangen und sie durch die Farben des Waldes im Hintergrund zu unterstreichen. Bei der Bearbeitung habe ich die vorhandene grüne Farbwelt noch etwas verstärkt, etwas Korn hinzugefügt und an manchen stellen eine Papiertextur eingearbeitet. Was ich selbst an diesem Bild mag ist die harmonische Farbwelt und die Ruhe, die es ausstrahlt.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von David Sanwald:

Ein klassisches Portrait, das auf den ersten Blick fesselt. Das hat vor allem zwei Gründe. Auf der technischen Seite natürlich die Blende von 1,4, was einen unglaublichen geringen Teifenschärfebereich zur Folge hat, das wiederum zu dieser Konzentration auf die Augen des Jungen führt. Auf der anderen Seite die Art wie das Licht hier genutzt wurde. Und dieses Licht macht den eigentlichen Zauber des Fotos aus.

Nur eine Kleinigkeit stört den Gesamteindruck:

Für meinen Geschmack ist dieses Bild zu sehr auf recht / links reduziert. Eine total mittige Teilung, in der auf der einen Seite der Junge und auf der anderen Seite nichts zu sehen ist. Das lenkt von dem Menschen ab. Es ist zu viel Komposition, wo es doch ausschliesslich um den Menschen geht. Einfach den Menschen nicht so nah an den Rand drängen: Ein wenig mehr Platz zum Atmen tut gut.

Viel wichtiger ist jedoch der Umgang mit dem Licht, der ausgesprochen gut gelungen ist. Und Licht ist ja die Quintessenz des Fotografierens.

Dafür also ein großes Kompliment, denn ein Auge für Licht zu entwicklen ist nicht einfach. Zwar kann auch in der Nachbearbeitung von Fotos an der Lichtstimmung gedreht werden, indem der Hintergrund abgedunkelt und das Hauptmotiv aufgehellt wird. Jedoch funktioniert das auch nur wirklich gut, wenn die Lichtstimmung vorher vorhanden war. Man kann also nur etwas verstärken, was schon da ist. Mehr davon.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Kommentare

  1. Thorsten Olbrich
    schrieb am 14. September 2010 um 18:38 Uhr (#)

    Also ich find die Bildaufteilung genau richtig die leere links hilft doch dem Bild ungemein

    Zitat “Ich habe versucht den Blick und seine leichte Melancholie einzufangen und sie durch die Farben des Waldes im Hintergrund zu unterstreichen.”
    Das ist ihm sehr gut gelungen

    Ich hab mal den rechten teil des Bildes abgedeckt und schon wirkt es nicht mehr so gut und wenn ich mir den Jungen etwas weiter links vorstelle auch nicht.

    Kurzgefast links im Bild enge und Melancholie recht viel nichts was den linken teil des Bildes noch mehr wirken lässt.

    Thorsten

  2. Markus
    schrieb am 15. September 2010 um 23:17 Uhr (#)

    Beim Betrachten des Bildes, so wie es ist, bleiben meine Augen irgendwie im leeren Raum hängen. Die Idee mit dieser Bildaufteilung finde ich auch zum Thema passend, jedoch würde mir persönlich eine horizontal gespiegelte Variante mehr zusagen.

    gruß,
    markus

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