Colorkey im Maisfeld:
Farben brauchen Sinn

Colorkey ist ein wichtiger Effekt zum Üben vom Markieren und Freistellen. Optisch ergibt er aber nicht immer Sinn.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Franzi Reiner).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Franzi Reiner).

Kommentar des Fotografen:

Bearbeitet mit Adobe Elements 7.0 Im Maisfeld

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Franzi Reiner:

Colorkey ist eine Bildbearbeitungstechnik, bei der ein farbiges Foto in ein Schwarz/Weiß-Bild umgewandelt wird, dabei aber ein Teil der Farbflächen erhalten werden.

So entsteht ein Foto, mit dem die Aufmerksamkeit schnell auf einen wichtigen Bildbereich gelenkt werden kann. Zum Beispiel könnte damit die Lage von Weinbergen einfach gezeigt werden, wie es ein Flickr-Nutzer illustriert.

Der wohl berühmteste Einsatz des Colorkey-Effekts war sicher der rote Mantel im Spielberg-Film “Schindlers Liste”. Auch dort erfüllte das Rot einen Zweck und trug dazu bei, eine Aussage zu verdeutlichen.

Für mich ist Colorkey ein wichtiger Effekt, weil damit gut das Markieren und Freistellen von Objekten geübt werden kann. Am gezeigten Foto wird sichtbar, dass diese Fähigkeiten am linken Ärmel etwas verbessert werden könnten. Fotografisch ist der Sinn begrenzter, da der Anblick solcher Bilder schnell ermüdet.

Auch bei diesem Foto einer jungen Frau im Maisfeld ist nicht klar, welchen Vorteil die Colorkey-Variante haben soll – abgesehen davon, in den wilden Strukturen etwas Orientierung zu schaffen. Das wäre aber auch eine Aufgabe des Fotografen (bzw. hier der Fotografin) bei der Aufnahme gewesen.

Denken wir uns den Colorkey-Effekt weg, bleibt ein mehr als klischeehaftes Foto einer jungen Frau in einem Getreidefeld. Warum steht sie im Feld? Warum lacht sie? Was ist das besondere am Pullover, dass er farblich markiert werden muss? Alles Fragen, die im Bild leider nicht beantwortet werden.

Dazu kommt, dass das Motiv und die Schrift auf dem Pullover zum einen ablenken, umso mehr, da der Blick durch den Colorkey-Effekt sofort dorthin wandert. Außerdem sieht der Betrachter an der Schrift, dass das Foto gespiegelt wurde. Beides hätte sich mit einem anderen Oberteil vermeiden lassen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Ein Kommentar

  1. Colorkey’s sind sehr toll. Habe mich selber noch nicht richtig dran probiert, werd es aber nach dem Artikel direkt mal probieren.

Ein Pingback

  1. [...] verwackelt und vom Motiv einfach nur langweilig, helfen auch keine Tricks wie die ohnehin überstrapazierte Color-Key-Bearbeitung oder der Versuch zu behaupten, das “Schlampige” wäre Teil des Plans. Das kann [...]

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