Alte Harburger Elbbrücke:
Architekturfoto mit Pfiff

Ein gutes Foto lebt von Stimmung, Komposition und solider Technik. Wenn alles in einer Aufnahme zusammenkommt, entsteht ein Bild, das über das Dargestellte hinausgeht.

© Regina Salm - Panasonic DMC-FZ7 - 1/400s - f/5.6 - ISO 80 - 17mm

Kommentar des Fotografen:

Alte Harburger Elbbrücke in Hamburg. Mit diesem Foto begann vor 2,5 Jahren meine Leidenschaft für die Fotografie. Inzwischen habe ich hunderte von Fotos geschossen, aber dieses Bild ist nach wie vor eines meiner Lieblingsbilder, insbesondere wegen der besonderen Lichtstimmung an diesem Wintertag. Wegen der Auslöseverzögerung meiner DMC-FZ7 ist es ein glücklicher Zufall, dass der Radfahrer genau an der richtigen Stelle auf dem Foto platziert ist. Nachbearbeitung : Leichte Farbkorrektur ins Rötliche.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Regina Salm:

Glückwunsch zu Deinem meines Erachtens sehr gut gelungenen Foto. Ich hatte auch so ein Aha-Erlebnis vor ein paar Jahren, das mich dazu bewogen hat, mich in Fotografie zu verlieben – nein, zu verbeißen.

Dein Foto der Alten Harburger Elbbrücke hat alles, was ein interessantes Bild haben sollte: der Betrachter bleibt hängen, will erkunden. Die prägnanten Linien und Kurven verleihen der Aufnahme einen schon fast abstrakten Charakter, bis man den Radfahrer entdeckt, und das Schilf am unteren Bildrand. Die Stimmung, das Licht, sorgen links an den Eisenstreben für genug Beleuchtung, daß noch Details sichtbar sind. Die bräunlich-rote Einfärbung verstärkt den Eindruck, den die Lichtverhältnisse geschaffen haben. Alles in allem ein gutes Foto.

Kompositionell hätte ich angeregt, sogar noch einen oder zwei Schritte zurückzugehen, um unten noch mehr Raum und damit Bildinformation dazuzubekommen. Durch den extrem geometrischen Charakter dieses Bildes erwarte ich automatisch, daß da auch wirklich alles stimmt, und den Goldenen Schnitt hast Du nicht ganz getroffen. Das hätte u.a. verändert, wie die Brücke rechts oben auf den Bildrand/die rechte obere Bildecke trifft, aber deshalb sollte man ja auch immer aus mehreren Perspektiven fotografieren.

Das Problem mir der Auslöseverzögerung habe ich mit meiner Leica v-Lux auch. In meinem Fall ist haupsächlich der Arbeitsspeicher dran schuld, der bei RAW Format plötzlich am Stock geht. Das und der Autofokus, der sich immer wieder neu einstellen will. Es heißt da, Dinge vorherzusehen und notfalls zu warten, bis der nächste Radfahrer oder Fußgänger vorbeikommt. Auf den Punkt scharf stellen, den Du im Visier hast, dann Autofokus einfach rausnehmen. Dann hättest Du den Radfahrer „erwischt“, wie er gerade den dunklen Teil des Geländers verläßt, und einer der Clous dieses Bildes wäre nicht nur dem Zufall zu verdanken gewesen.

Auf Deiner Flickr Seite konnte ich sehen, daß Du Dich seit diesem Foto stetig weiterbewegt hast, und daß auch Architektur und Gebäudeaufnahmen immer noch zu Deinen bevorzugten Motiven gehören. Ich bin gespannt, was Du als nächstes einreichen wirst hier in dieser Kategorie – oder einer anderen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Antworten
  1. Matthias says:

    Die Aufnahme gefällt mir, so wie sie ist-ein Schritt zurück würde m. E. das Bild ein bisschen erdrücken, da dann der dunkle Anteil sehr dominant werden könnte. Das Licht ist einfach klasse. Ich kann verstehen, daß es zu den Lieblingsbildern gehört

    Matthias

    Antworten

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