Gegenlicht-Strahlen:
Kalt-warme Lichtstimmung

Lichtstimmungen verfliegen schnell. Dann heißt es den richtigen Standpunkt finden und die Kamera beherrschen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© M. M.).

Kommentar des Fotografen:

Bei dem Bild hatte ich wenig Zeit die Lichtstimmung einzufangen, da Sie jeden Moment wieder verflogen sein könnnte.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von M. M.:

Auch bei einem relativ normalem Motiv und nicht ungewöhnlicher Gegend hast Du es echt gut drauf gehabt, dieses Objekt ins rechte Licht zu rücken – oder besser, Du bist in die richtige Position gegangen, um das Licht für Deine Bildaussage zu nutzen.

Ich weiß ja nicht, wie viel Zeit wirklich noch übrig war, aber das Motiv an sich ist nicht so einfach zu bewältigen. Den Angaben zum Bild entnehme ich auch keinerlei Nachbearbeitung, also ist das, was wir hier sehen, auch das digitale Original.

Mir gefällt an diesem Bild gut, wie Du erkannt hast, was in diesem Moment wichtig ist: Die Lichter, also die Sonne hinter dem Baum, fressen sowieso aus, also ist die nötige Überbelichtung nicht unbedingt verwerflich, kommt doch dadurch Zeichnung in die Schatten. Und neben dem Reflex der Sonne, die so ein klein wenig hinter dem Baum hervorlugt, sind es die Bereiche im Schatten, die es mir angetan haben.

Strahlt das goldene Licht der Sonne richtig schön warm, so sehen wir im Schatten, dass es noch Reste vom Schnee gibt und diese nur etwas im Licht reflektieren, aber eben gerade genug, um das leichte Glitzern an den Betrachter heranzubringen.

BildWas mir noch gefällt ist die relativ zentrale Anordnung. Ist es doch üblich und den „Regeln“ entsprechend, das Motiv etwas dezentral nach Drittel- Regel oder Goldenem Schnitt anzuordnen, passt hier der Aufbau auch gut. Strahlt doch die Sonne aus der Mitte des Baumes und die Sonnenscheine bringen durch die Zentralperspektive die Sache auf den Punkt.

Ich habe das Bild noch etwas im Kontrast verstärkt und den Schnee etwas *aufgeblaut*, sodass der Komplementärkontrast gelb-blau dem Bild auch noch etwas mehr Stimmung gibt.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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4 Antworten
  1. Marvin says:

    Als erstes möchte ich mich herzlich für die Kritik bedanken. Ich verfolge die Diskussionen auf dieser Seite schon seit langem und bin ein großer Fan. Auch wenn es in den Exif Daten nicht mehr zu sehen ist, habe ich das Foto nachbearbeitet. Um den Effekt des Gegenlichts zu verstärken, habe ich den Kontrast deutlich erhöht. Den Kalt – Warm Kontrast empfinde ich als passend, auch wenn es mir ähnlich wie Stephan geht, da mir das Bild in der Korrektur auf Grund der hohen Sättigung zu künstlich wirkt.
    Mit freundlichen Grüßen Marvin

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  2. sonnenhang says:

    Es ist schon erstaunlich. Die Farbe „blau“ gilt ja im allmeinen eher als eine kalte Farbe, aber durch die Nachbearbeitung passt sie sich harmonisch der Wärme an, die ich beim Betrachten des Fotos empfinde. Hiermit passt sich der Komplementärkontrast gelb-blau dem gesamtn Stimmungsbild an.

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  3. thomaspom says:

    mir gefällt das nachbearbeitete, kontrastverstärkte ergebnis besser.
    nur bei dem schneestreifen bin ich mir nicht sicher. ich hätte noch ein bild aus niedrigerer perspektive versucht, das wäre dann ohne schnee.
    das weiche licht und die sanften grüntöne sind super!

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  4. Stefan Koch says:

    Mir persönlich ist das gelb in der Nachbearbeitung schon wieder zu stark, es sieht irgendwie künstlich aus. Der Kontrast Gelb-Blau ist in der Nachbearbeitung hingegen sehr gut. Vielleicht könnte man das irgendwie kombinieren, indem man nur das Blau intensiviert?

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