Das Stativ in der Landschaftsfotografie (II):
Positive Nebenwirkungen

Ein Stativ bremst den Fotografen, es sorgt für Ruhe und eine feste Routine bei der Komposition – einige weitere Argumente für das Dreibein, das jeder Landschaftsfotograf mit sich rumschleppen sollte.

Profi Gary Hart ist Spezialist für Landschaftsfotografie und Instruktor

Lupine. © Gary Hart

Lupine. © Gary Hart

Das wichtigste Argument dafür, warum eine Landschaftsfotografin nie ohne Stativ unterwegs sein sollte, ist die Kompromisslosigkeit bei der Bildqualität – nur wenn Du die richtige Blende für Deine Komposition wählen kannst, hast Du eine Garantie für die beste Bildqualität. Das haben wir im ersten Teil dieses Stativ-Argumentariums geklärt.

Aber es gibt noch mehr Gründe, warum ein ernsthafter Landschaftsfotograf nicht ohne das Dreibein in die Gegend zieht.

Nehmen wir als erstes die zusätzliche Kontrolle, welche das Stativ beim kreativen Prozess der Komposition ermöglicht.

Zunächst bremst das Stativ uns aus (was eine gute Sache ist), was es einfacher macht, jedes Element im Bildausschnitt auf seinen Bezug zu den anderen zu kontrollieren. Gemeinsam mit der Kontrolle der Tiefenschärfe ist das sorgfältige Arrangement der einzelnen Bildteile die Hauptsache, welche Kunst vom Schnappschuss unterscheidet.

Vor jeder einzelnen Aufnahme suche ich die Ränder meines Bildausschnitts nachAblenkungen ab: Dinge, die abgeschnitten werden oder ins Bild hineinragen und Überlappungen in verschiedenen Tiefenebenen (welche den Raumeindruck mindern) und versuche so, eine grundsätzliche visuelle Balance durch die ganze Komposition herzustellen.

Als nächstes lege ich sorgfältig den passenden Fokuspunkt fest (die Wahl der richtigen Blende macht nur Sinn, wenn auch der Fokus stimmt). Mit der Kamera auf dem Stativ fixiert kann ich mich darauf verlassen, dass der eingestellte Fokus korrekt ist und erlaubt etwa die unbeschwerte Schärfentiefenkontrolle mit dem Blendenknopf.

Nach dem Auslösen studiere ich das Histogramm. Es gibt deutliche Hinweise auf notwendige Korrekturen der Einstellungen,und zugleich lassen sich Anpassungen and er Komposition vornehmen. Manchmal hilft es, dabei von der Kamera zurückzutreten und sich das Bild im LCD gross an einer Wand vorzustellen.

Dank dem Stativ kann ich all diese Schritte in meinem eigenen Tempo vornehmen – manchmal durch den Sucher, manchmal die weite Szene beobachtend. Wenn ich damit fertig bin, ist mein Bild noch am genau gleichen Ort, wie ich es aufgenommen habe – und die Kamera noch immer mit den identischen Einstellungen am genau gleichen Ort.

Aber auch erweiterte digitale Techniken wie Stitching (für Panoramen oder Hochauflösende Fotografien), HDR aus mehreren Bildern oder Fokus-Blending zur Steigerung der Schärfentiefe sind ohne Stativ kaum zu bewerkstelligen. Auch die Spiegelvorauslösung, die Vibrationen vermindert, macht nur auf dem Stativ wirklich Sinn (auf dem umgekehrt übrigens unbedingt die Bildstabilisation ausgeschaltet werden muss).

Stativzwang am heiterhellen Tag

Ich bin nur mässig an Fotografie interessiert, die dann stattfindet, wenn das Licht hell genug ist, um unbeschwert aus der Hand zu fotografieren. Obwohl ich normalerweise nicht zur Mittagszeit fotografiere, mache ich Ausnahmen, wenn zum Beispiel mein Motiv von hinten beleuchtet und das hellste Objekt in der Szene ist. Blumen sind dafür geeignet, weshalb ich im vergangenen Frühling an den Ufern des Cosumnes-River herumstiefelte. Und obwohl diese Blumen hell beleuchtet waren, hätte ich die Aufnahme ohne mein Stativ nicht hingekriegt.

Denn um die glänzenden Wassertropfen zu lichtsprühenden Sternen zu machen, war Blende 16 angesagt, aber diese kleine Blende sorgte für so viel Schärfentiefe, dass der Hintergrund zu unruhig wurde. Also habe ich zwei Konverter hinter das Objektiv gesetzt (was mich mehrere Lichtwerte kostete), um den Hintergrund weich zu zeichnen.

Weil zugleich die Messung eine 20stel Sekunde bei 100 ISO ergab und das nicht mehr schnell genug war, um die Lupine in der leichten Brise ohne Bewegungsunschärfe hinzukriegen, musste ich sogar die Empfindlichkeit auf 400 ISO hochschrauben. Nach diesem Prozedere war ich bei einer 80stel Sekunde angelangt: Das wäre immer noch zu lange für eine Aufnahme aus der Hand, aber auf dem Stativ habe ich es geschafft, die Lupine mit viel Sorgfalt scharf hinzukriegen.

Schärfe und Fokuspunkt sind extrem wichtig bei der Makrofotografie. Mit meiner Komposition eingefroren in den Kameraeinstellungen auf dem Stativ, habe ich LiveView benutzt, um den Fokuspunkt 10fach zu vergrössern und von Hand scharf zu stellen. Nachdem alles eingestellt war, trat ich einen Schritt zurück und wartete auf eine Pause in den leichten Windstössen, bevor ich den Fernauslöser drückte. Und weil die Kamera unbewegt auf dem Stativ millimetergenau stehenblieb, waren mir weitere leichte Anpassungen und KOrrekturen vor jeder weiteren Aufnahme möglich.

Ich habe fünf Mal ausgelöst – jede Aufnahme ganz leicht von der vorherigen abweichend. Wenn ich jetzt die Serie durchsehe, ist eine verbesserung von Aufnahme zu Aufnahme erkennbar – ein Perfektionierungsvorgang, der ohne Stativ schlicht nicht möglich ist.

Stativ-Amnestie

So wie die Lama-Wollfarm, die jetzt nur noch eine Ruine in der peruanischen Wüste ist (ich wollte nur schnell prüfen, wie genau Du gelesen hast), sind jetzt hoffentlich all Deine schönen Aufnahmen aus der Hand ein Ding deiner instabilen Vergangenheit.

Denn zum Glück bietet die Stativ-Polizei ein grossartiges Amnestie-Programm, das alle Bekehrten mit hervorragenden, durchgehend perfekten Bildern belohnt, wann immer sie ein Stativ benutzen.

Ganz im Ernst: Probiere es aus und bleib lange genug dran, um das Stativ zu einem gewohnten Teil Deiner Routine werden zu lassen. Wenn Du die Verbesserungen einmal erkannt hast, wirst Du nicht mehr davon ablassen.

Das Stativ – wichtigster Ausrüstungsgegenstand des Landschaftsfotografen (Teil I)

Originalartikel in englisch auf Garys Blog (Übersetzung durch Peter Sennhauser – mit freundlicher Genehmigung von Gary Hart.)

 

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14 Kommentare

  1. Eine Artikelserie, die ich so, sehr begrüße. Diesbezüglich habe ich mir auch einige Gedanken zur richtigen Stativ Verwendung gemacht, vielleicht interessant für deinen einen oder anderen:
    http://zoomyboy.com/2010/…e-stativ-verwendung/

  2. Alles eine Frage der Betrachtung. Bei mehrtägigen Alpintouren ist das Stativ das erste was über Bord geht und der DSLR Body samt Linsen das nächste. Bleibt die Kompakte aus der Hand. Alles eine Frage der Prioritäten.
    Aber richtig: Es gibt ja immer nur eine Art die Dinge richtig zu machen. Ich lebe dann lieber falsch, aber bequem.

    • Richtig, Michael – deswegen sagt Gary im ersten Teil auch klipp und klar, dass sich dieser Artikel an Landschaftsfotografen richtet und nicht an Freiluftliebhaber, die Erinnerungen fotografieren.

  3. Man kanns noch bunter treiben, und auch dann noch relativ glücklich leben: Ich fotografiere ausschliesslich mit einer alten, lädierten Kompaktkamera, bei der ich froh bin, wenn der Autofokus nicht spinnt, wobei die Kamera meine Wünsche selten berücksichtigt. Habe ich gerade Autofokus gesagt, dieser Schrecken jeder seriösen Fotografie? Das ist doch höchstens was für Hausfrauen. Eben.

    Heute habe ich vor dem Mittagessen kochen versucht, einen Spalt im Kameragehäuse zu reparieren, in dem ich ein Schräubchen, welches das Kameragehäuse zusammenhalten sollte, aber fehlt, durch ein anderes ersetzt habe, das ich einmal irgendwo gefunden hatte (wobei irgendwo genau die Hosentasche meines Sohnes sein dürfte, die zu durchsuchen sich jederzeit empfiehlt, insbesondere wenn man grössere Reparaturen an der Waschmaschine vermeiden will, die andererseits reichlich Abwechslung ins monotone Leben der Hausfrau bringen können, Überschwemmung inkl.).

    Ich musste das Schräubchen bloss ein wenig mit der Zange kürzen und dann ein wenig murksen beim Reinschrauben, jetzt ist die Kamera wieder fast wie neu.

    Alle meine Fotos, die in diesem Forum besprochen wurden, sind mit dieser Kamera gemacht worden, ohne manuelle Einstellungen. Dass jemand auch mit viel Aufwand und einer Hasselblad ein Bild verhauen kann, wurde hier kürzlich bewiesen. Der Hausfrauenseele tuts gut.

    Meine Kamera muss weiterhin nur eins: In mein Handtäschchen passen.

    • Corinne, Deine Kamera muss vor allem eins – Bilder aufnehmen. Und dann vielleicht noch ins Handtäschchen passen (die Hasselblad, die Du anstrebst, passt dort nicht rein).
      Alle Bilder, die ich bisher von Dir gesehen habe, waren ausgesprochen bemerkenswert – aber die meisten sind draussen am hellen Tag entstanden, und ich habe nur 800 Pixel breite gesehen. Und da geht Garys Punkt hin (abgesehen davon, dass er von Landschaftsfotografie spricht): Wenn Du ein grossartiges Auge hast ist es schade, wenn man Deine Bilder nur sehr klein geniessen kann.

  4. Danke für den spannenenden Artikel. Für Höchst- und Profiansprüche ist ein Stativ vermutlich zwingend. Ich werde nun trotzdem nicht immer “mit” losmarschieren. Es gibt auch ohne noch genug zu schleppen und der Fotoausflug soll Vergnügen bereiten. Zudem tauch vermutlich nie ein potenzieller Käufer für ein Grossformat auf.

    Mich nimmt wunder, wie ihr euch für Flugreisen organisiert. Mein Stativ würde den halben Koffer füllen, vom Gewicht ganz zu schweigen, die Fototasche ist eh überfüllt.

    • Esther

      Man kann auch mal umgekehrt denken: Nur die Kamera mit einem Objektiv am Stativ auf die Schulter nehmen – und alles andere (ok, die Grauverlaufsfilter und natürlichd er Fernauslöser passen noch in die Tasche…) daheim lassen. Grade mit Festbrennweite zwingt das zu besonderen Anstrengungen.

      Was das Stativ auf Flugreisen angeht: Ich habe mir eben das kleinste Karbon-Stativ angeschafft, das ich finden konnte – es wiegt knapp soviel wie der Kugelkopf oben drauf und passt ins Handgepäck auf Flugreisen ebenso wie in den Rucksack auf der Wanderung. Der Testbericht folgt hier.

  5. … erstens: Vorsicht vor Leuten, die mitten in der Nacht emails beantworten oder kommentieren :-)
    … zweitens: Danke für die implizite Abwertung: Mit Stativ=Landschaftsfotograf, ohne Stativ=Erinnerungsknipser.
    Die moderne Landschaftsfotografie leidet doch unter zwei Mankos: Sie ist geprägt durch den starken Hang zum Effekt (Der Wow-Effekt), zum anderen durch eine durchgängige Formalisierung der Motive und Kompositionen. Dazu eine Prise Schärfesucht und fertig ist… ja was?
    Tschuldigung, aber die Überheblichkeit mancher Leute löst bei mir auch am hellichten Vormittag einen Zornesschub aus.

    • In einem Punkt möchte ich Michael unterstützen. Es kann doch nicht wahr sein, dass sich die Qualität eines Fotografen an den verwendeten Ausrüstungsgegenständen bemisst!

    • Uiui. Da gehen die Emotionen hoch…

      1., Michael: Wie war das gleich? Alles eine Frage der Anschauung – genau: Mitten in der nacht bei Dir ist ziemlich mitten am Nachmittag bei mir.

      2. Uwe: Der nächste Artikel von Gary, den ich posten werde, besagt genau das: Ausrüstungsneid ist ein Bildkiller. Gary pladiert ja nicht für irgendein Edel-Objektiv oder eben ein Karbon-Stativ, sondern eigentlich einfach für eine Technik, bei der man die Kamera aus der Hand gibt (Bohnensäcke tun’s auch).

      3. Ich war mehrfach wochenlang mit Gary unterwegs, und es kann sein, dass sein Standpunkt (und meine Übersetzung) in dieser schriftlichen Form zu absolut klingen. Er ist erstens ein bescheidener Mensch und zweitens einer, der dem Besserwissen ferner ist als so mancher seiner Workshop-Teilnehmer.

      4. Sagt kein Mensch und schon gar nicht Gary, man könne mit einer Kompakten keine tollen Bilder machen oder man sei kein Fotograf, wenn es tut. Er sagt bloss: Als Profi, der damit rechnen möchte, seine Bilder in Perfektion als grosse Drucke zu verkaufen und in Magazinen zu publizieren, kann er auf eben die Perfektion nicht verzichten. Und er rät denen, die ähnliche Absichten haben, sich von Anfang daraus eine Routine zu machen. Ganz nebenbei: Er erklärt hier doch auch ziemlich klar, warum man mit dem Stativ die kreative Arbeit unterstützen und verbessern kann.

  6. Michael bringts auf den Punkt: Es ist der Anspruch, die Fotografie grundsätzlich vor Fehlern zu retten, der mir beim Lesen des Artikels sauer aufgestossen ist. Es würde doch reichen, wenn der Autor festellen würde, dass er zu bestimmten Zwecken das Stativ einsetzt und wir erfahren dürften, wann und weshalb. Aber wer “jeder sollte” schreibt, muss damit rechnen, dass man sich gerne und wortreich abgrenzt.

    Übrigens ist die geringe Pixelzahl meiner Bilder, lieber Peter, Upload-bedingt. Ich fühle mich dafür nicht verantwortlich und meine Kamera fühlt mit mir. Mag sein, dass Ihr das irgendwann einmal geändert habt ohne dass ich davon etwas mitbekommen hätte, jedenfalls habe ich die Pixel-Anzahl jeweils dem von Euch geforderten angepasst, denn: anders hat der Upload nicht geklappt.

    Aber der Gedanke ist interessant, dass Bilder mit wenig Pixeln wenig brauchbar seien.

    Ich kenne wahrscheinlich einfach die falschen Leute. Denn ob ihnen etwas gefällt oder nicht, steht in keinem erkennbaren Zusammenhang mit der Anzahl Pixel. Sie sind erstaunlicherweise auch technischen Fehlern gegenüber viel gelassener als ich und achten dafür auf ganz andere Dinge. So scheint zum Beispiel Überraschung eine gewisse Rolle zu spielen.

    Möge der Autor des Artikels sich in Zukunft doch einer Sprache bedienen, in der Informationen und Meinungen sich weniger mischen.

    • Liebe Corinne – jetzt strengst Du Dich aber an, mich miss zu verstehen. Weniger Pixel heisst, nicht beliebig vergrösserbar – das und nichts anderes habe ich gesagt und dabei Deine Arbeit über den Klee gelobt.

      Und Gary erklärt hier nicht sehr ernst gemeint, dass seine Technik darin besteht, IMMER mit Stativ zu fotografieren und dass er der Meinung ist, dass das ALLE sollten – und wenn das ein Ami sagt, dann ist es augenzwinkernd – und nicht Oberlehrerhaft wie auf deutsch. Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer.

    • Nachtrag:

      “Möge der Autor des Artikels sich in Zukunft doch einer Sprache bedienen, in der Informationen und Meinungen sich weniger mischen.”

      Nun denn – mehr Test-Tabellen und weniger Sprache? Im Ernst? (Wobei Tabellen die irreführendste “Objektivität” repräsentieren, denn auch die Auswahl der “Information” darin ist subjektiv.)

  7. Also, mir leuchtet die Sinnigkeit des Einsatzes eines Stativs schon ein und ich finde die Argumente dafür von Gary Hart auch stimmig. Doch das Beispielbild ist für mich viel zu unruhig. Schönes Bokeh der Blendenflecken hin und her. Ich hätte hier eine grössere Öffnung bevorzugt, selbst wenn das Motiv an sich nicht komplett im Schärfenbereich liegen würde. Ein ruhigerer Hintergrund hätte das Motiv plastischer zur Geltung gebracht. Dann hätte sich vielleicht auch der Umweg über eine höhere ISO-Einstellung vermeiden lassen.

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  1. [...] unerlässlich. (Zum Thema Stativ in der Landschaftsfotografie gab es kürzlich auf fokussiert.com zwei interessante Artikel von Gary [...]

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