Schwarzweiss-Schmetterling:
Fotografie lebt auch von Formen

In der Natur sind uns viele Motive quasi vor die Haustür gelegt. Es gilt sie zu erkennen und gekonnt ins Bild zu setzen.

Kommentar des Fotografen:

na ja digital gibt halt farbfotos so oder so… nun meine umsetzung. ein schmetterling, bei dem ja es auf ja auf die farbe ankommt. habe dank digitaler bearbeitung in schwarz-weiss umgewandelt. mir persönlich gefällt dieses ergebnis – aber wie ist eure meinung?

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von olaf veit:

Olaf hat gut daran getan seine digitale Fotografie in Farbe zu fotografieren und dann in schwarzweiß umzuwandeln. Mein Reden ist es immer, keine Informationen zu verschenken, indem gleich und ausschließlich schwarzweiß digital fotografiert wird.

Wobei dies unterwegs nur in einem Fall ein Problem ist: Wenn wir im RAW- Modus fotografieren und schwarzweiß einstellen, haben wir am Display der Kamera ein schwarzweißes Bild zum sofortigen Beurteilen und trotzdem die farbigen RAW-Daten später noch zum bearbeiten. Bei Einstellung auf JPG dagegen sind die Farben verloren!

Dieses Wissen hat mir schon mal geholfen und einen Job gerettet, als ich aus Versehen mit der Nase an meiner CANON auf schwarzweiß geschaltet hatte und der Kunde dann kurz erschrocken war (ich übrigens auch). Am Computer waren aber alle Farben wieder da.

Genug von mir – zurück zum Bild von Olaf. In der schwarzweißen Fotografie müssen wir als Fotografen auf andere Dinge Wert legen asl wir es gewohnt sind, da die Farben fehlen und durch Tonwerte ersetzt werden. Doch auch diese Tonwerte wollen ideal abgelichtet und verarbeitet werden. Das Programm Photoshop bietet dafür einige Möglichkeiten, wie z.B. Kanalmixer, und in der neueren Version auch schon eine spezielle Schwarzweißkonvertierung. Beides zu finden unter

Bild> Korrekturen (oder früher “Anpassen”)

und natürlich auch als Einstellungsebene zu finden.

Ich habe dem Bild Olafs noch etwas das dunkle Schwarz genommen,wobei dies wieder Geschmackssache ist, ich finde es für den Druck z.B. noch zu dunkel.

Auch die Formensprache ist in der Fotografie mit Grautönen entscheidend. Was sonst eventuell noch mit Farbkontrasten spannend dargestellt werden kann, muss nun durch die Dynamik der Formen und grafische Elemente hervorgehoben werden.

Der Schmetterling ist ein gutes Beispiel, wie die Natur schon sehr viel Schönheit hervorbringt – auch unter Ausblendung der Farben.

Die Komposition ist sehr gelungen: Alle Linien im Flügel laufen auf den Kopf hin und ziehen somit den Betrachter zum wichtigen Teil des Objekts. Auch die Blume neigt sich in leichtem Bogen zum Kopf des Schmetterlings und führt den Blick. Da alles leicht noch oben gerichtet und dort noch Platz im Bild ist, wirkt es, als könne das Insekt gleich wegfliegen, und das Blatt unten rechts liegt noch etwas in der Schärfenebene – und weist ihm den Weg.

Durch einen etwas veränderten Ausschnitt habe ich diesen Effekt noch verstärkt. Ein gelungenes Bild, ein spannendes Motiv mit einer speziellen Herangehensweise.

Ich hoffe, Du widmest Dich weiter diesem interessanten Genre, denn man kann noch einiges neu und anders fotografieren, wenn z.B. das Licht sich ändert oder durch die Flügel scheint so auch die Härchen noch mehr leuchten.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Kommentare

  1. Stephan 'Stevie' Amm
    schrieb am 21. Februar 2011 um 15:29 Uhr (#)

    Hallo,

    ich finde die SW-Umsetzung bei dieser Falterart sehr interessant, die Bearbeitung des Rezensenten gelungen, wobei ich beim Schnitt den Falter nicht so sehr an den Rand gesetzt hätte und unten die Blüte nicht geschnitten hätte. Ein 4:3 könnte ich mir hier gut vorstellen.

    Cheers
    Stevie

  2. Angelika
    schrieb am 7. Mai 2011 um 15:14 Uhr (#)

    der schmetterling gefällt mir sehr gut, es ist eine herrliche aufnahme. – danke

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