Konzeptbild mit Cup Cakes:
Studio verlangt Perfektion

Wenn ein Foto im Studio entstanden ist, erwartet man als Betrachter automatisch ein technisch perfekt fotografiertes Bild. Insbesondere, wenn die Komposition auf das Wesentliche reduziert ist.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Kiara Katharina Schimmel).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist Teil des „Cake me“ Projektes, an dem ich zur Zeit arbeite. Ziel des Projektes ist es Kuchen, Törtchen und andere Süßigkeiten, sowie extreme und ausgefallene Make-ups als Accessoires zu verwenden.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Kiara Katharina Schimmel:

Zunächst einmal Glückwunsch zu Deiner Idee mit den Cup Cakes. Das stach mir sofort ins Auge, es ist eine erfrischende Idee, und das blau-gelbe Farbschema gefällt mir gut.

Das extreme Makeup paßt gekonnt zu Deinem ausgefallenen Thema und zu dem extravaganten „Haarschmuck“. Weniger hätte dem Bild Abbruch getan, mehr wäre viel zu viel gewesen. Auch die Komposition ist insgesamt gut getroffen.

Mich stört eigentlich nur etwas:

Dass Augen des Modells verschwommen wirken, während die Haare und der Haarschmuck scharf sind.

Auch als ich das Foto in 100% auf dem Bildschirm hatte, war das nicht anders. Du hast hier mit einer Blende von f/2.5 und also einem lichtstarken Objektiv fotografiert, und ich nehme an, daß dieses der Grund dafür ist. Die Schärfentiefe deckt einen zu geringen Bereich ab.

Die Augen des Modells aber sollten absolut scharf sein, sowie auch alles, was das Foto hier ausmacht – Haare und Cup Cakes, Hände usw. Blende f/11 oder kleiner wäre besser gewesen. Du hast sicherlich mit Stativ fotografiert, da hättest Du ruhig eine kleinere Blende nehmen können – f/2.5 ist zu extrem. Bei Objektiven wie diesem ist man oft versucht, einfach die Blende weiter zu öffnen (es gehört neben meinem 50mm Objektiv zu meinen bevorzugten Porträtobjektiven), wenn man aber eigentlich an der Verschlußzeit drehen sollte.

Bei der Brennweite und dieser kurzen Distanz wird alles, was unmittelbar hinter dem Fokalpunkt liegt, unscharf. Und bei einem Foto wie diesem hier, welches auf das Wesentliche reduziert ist und studiomäßig fotografiert ist, erwarte ich automatisch absolute technische Perfektion. Diese Art Bild wird ja meistens für bestimmte Zwecke, wie etwa Werbung, fotografiert, und da muß dann eben auch alles stimmen -völlig unabhängig von der Ausrüstung.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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