Tanzbären-Paradox:
Strassengeschichte

Wenn Strassenfotografie Motiv, Exotik und Emotion zu einer Geschichte kombiniert, ist ein wesentliches Ziel erreicht. Wenn wir Fragen stellen müssen, ein weiteres.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Borais).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Borais).

Kommentar des Fotografen:

Bei einem Spaziergang durch die Straßen Sankt Petersburgs (Russland) beobachtete ich auf einer Brücke diesen Jungen mit einem Zirkusbär. Es ist eine SW-Analogaufnahme, Spiegelreflex Nikon F3 mit einem 20 mm Nikon-Weitwinkel (gescannt und bearbeitet). Das Bild war schief, habe es gerade gerückt und einen Ausschnitt gewählt. Möglicherweise ist der Himmel zu hell?

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Alexander Borais:

Ein Junge mit wilder Frisur sitzt in diesem Hochformat-Schwarzweiss-Bild auf einer Mauer und stützt mit nachdenklich/traurigem Blick den Kopf in die Hand. Zu seiner Linken steht unter ihm ein junger Tanzbär mit Maulkorb, der sich anscheinend spielerisch an des jungen Bein zu schaffen macht und dabei in die Kamera blickt.

Ein starkes Stück. In unseren Breitengraden ist ein Tanzbär ein Anachronismus, und unser Tierschutz-Gewissen wird sich sofort mit einer gewissen Empörung ob diesem Bild Luft machen wollen. Damit ist ein Teil der Emotionalität bereits gegeben, die eine gute Fotografie aufweisen muss.

Hier geht die Geschichte aber noch viel weiter:

Denn die Miene des unbeteiligten, offenbar niedergeschlagenen Jungen transportiert eine weitere Gefühlswelt, die von Existenzangst bis zu allgemeiner Trauer interpretiert werden kann. Dass der Junge die Kamera scheinbar nicht zur Kenntnis nimmt und seinen Gedanken nachhängt, obwohl er sie aus dieser Perspektive gesehen haben muss, verleiht dem Bild die Qualität einer Strassenfotografie, eine Mischung aus aufgeschnappter Geschichte und voyeuristischer Beobachtung.

Der Bär bekommt durch seine aufrechte Haltung und die Aktion, die als Versuch gedeutet werden kann, seinen Meister spielerisch aufzumuntern, eine Rolle, die der ihm von uns zugedachten – das arme, unterdrückte Tier – widerspricht. Das alles schafft ein inhaltliches Spannungsfeld zwischen Vorurteil, Geschichte und emotionalem Ausdruck, das einem lange auf dem Bild verweilen und versuchen lässt, die Situation zu ergründen:

Ist der Bär fröhlich, und warum ist es der Junge nicht? Weshalb nimmt der Bär den Fotografen wahr, der Junge aber nicht? Ist die Haltung des Bären eine spielerische, eine furchtsame oder eine aggressive?

Durch die Überhöhung des Jungen isolierst Du ausserdem die Szene mit der Mauer vom Rest der Stadt. Ich nehmen an, es handelt sich um eine der kleinen Brücken an den Kanälen in St. Petersburg. Der Weitwinkel von 20mm an einer Kleinbild-Kamera lässt ahnen, dass Du den beiden Protagonisten ganz gewaltig nah auf den Pelz gerückt bist – was mich nochmals über die Passivität des jungen Mannes staunen lässt.

Was die Tonwerte angeht, habe ich nach einem Import des Bildes in Lightroom eine gleichmässige Verteilung feststellen können, jedenfalls ist das Bild von einer Überbelichtung weit entfernt. Ich habe dann doch die Belichtung verdunkelt und danach den Kontrast angehoben, tatsächlich schadet es nicht, wenn die Bewölkung am Himmel etwas stärker hervortritt. Solche Kleinigkeiten lassen sich vielleicht mit etwas herumexperimentieren noch einige finden – und diese Aufnahme verdient auf jeden Fall die beste Behandlung, die Du ihr angedeihen lassen kannst.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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11 Kommentare

  1. man kann das bild nicht in gross anschauen. ist der bär am pinkeln?

  2. Ja, es geht um Fotografie.

    ABER: Fotos von Tanzbären zurBewertung anzunehmen ist mehr als ethisch fragwürdig. Macht Euch mal schlau, wie deren “Training” abläuft. Da ist dann auch das Motiv vollkommen uninteressant.

    • Bei allem Respekt: Der letzte Diskussionsbeitrag geht völlig an der Sache vorbei. Ginge es nach absoluten ethischen Maßstäben, so dürfte es keine Elendsfotografie, keine Kriegsfotografen und keine World-Presse-Wettbewerbe mehr geben. Im Gegenteil: Hier geht es eben um Motive, die uns nachdenklich machen und manchmal auch erschüttern. Die Fotografie lebt – genau wie der Journalismus – von Bildern, die Fragen stellen…
      Ganz besonders die Straßenfotografie. Sie ist ein äußerst kritisches Medium, das nichts beschönigen oder verhüllen will. Oder sollen hier nur Bilder von wohlernährten, zufriedenen Hunden an der Leine besprochen werden dürfen? Das wäre wirklich interessant… ;-)
      Indem der Fotograf einen Tanzbären an der Kette neben dem gleichgültigen Jungen zeigt, macht er uns auf die ganze Problematik im Verhältnis zwischen Mensch und Tier aufmerksam!

  3. An ThilliMilli:

    Ich kann Deinen Kommentar nicht wirklich nachvollziehen. Im hier beurteilten Bild geht es wohl kaum um Glorifizierung solcher Dressur. Dass es Tanzbären in manchen Ländern noch gibt, ist Realität – das obige Foto ist Abbildung und Interpretation. Den Jungen und das Tier abzubilden, bedeutet nicht, dass der Fotograf diese Art Tierdressur gutheißt.

    Wärst Du auch dagegen, das Bild eines Bettlers anzunehmen oder sonst ein visuelles Zeugnis von Armut? Oder von einem Markt in einem südamerikanischen Land, wo Meerschweinchen in kleinen Käfigen zu sehen sind (als Fleischlieferant in spe, nicht als Streicheltier)?

    Ich nehme an, der Junge hat sich auch nicht aus freien Stücken dafür entschieden, mit einer Tiernummer Geld zu verdienen. Dieses Bild ist gerade wegen des Gesichtsausdrucks des Jungen im Kontext mit dem Tier als Denkanstoß geeignet.
    Mich stimmt das Bild traurig, ich frage mich, was die Geschichte des Jungen sein mag. Somit hat das Foto etwas bewirkt.
    Soll es nur Fotos von “Schönem” geben?

    • Nun, es geht um die Bildaussage – und diese verniedlicht den Bären. Es ist eben eine rein ethische Frage. Und die Aussage wäre eine andere, wenn es um die Darstellung der Folgen gehen würde.

      Um bei Deinem Beispiel zu bleiben, die Meerschweinchen im Käfig wären fein – im richtigen Kontext. Interpretiert man den Gesichtsausdruck des Jungen in einem ähnlichen Kontext, auch fein. (siehe auch das press photograph of the year)

      Und: Der Fotograf hat es geschafft, dass über den Sachverhalt diskutiert wird. Touché.

      (aber es sei mir erlaubt zu sagen, dass ich es trotzdem nicht mag)

  4. Ich nehm das Bild nicht als verniedlichend wahr. Vielleicht ist meine Reaktion deshalb eine andere. Ich finde das Bild insgesamt bedrückend.

    Und: Klar darfst Du sagen, dass Du das Bild nicht magst. Ich finde es gelungen, mag es aber auch nicht, gerade weil ich (Wild-)Tierdressur und Zirkustierhaltung ablehne. Ich fühle mich auch in zoologischen Gärten mit als artgerecht geltender Haltung nicht wohl.

    Aber Deine Forderung bzw. Aussage, dass das fokussiert-Team solche Fotografien für die Rubrik Bildkritik nicht berücksichtigen sollte, unterstütze ich nicht.

    • Und so sieht man, dass Fotos eben unterschiedlich wahrgenommen werden. Ist doch fein. Und es ist auch schön, dass Ihr das Foto so kritisch wahrnehmt.

      Allerdings lässt die Serie, in der das Bild steht dies leider nicht vermuten (http://borais.com/On_the_…5/Petersburg_38.html). Es handelt sich um keinen kritischen Reportagejournalismus. Die Bildunterschrift auf Alex Borais Homepage tut ihr übriges dazu: “Ein langweiliger Tag”.

      Aber so ist das nunmal mit den sozialen Medien: Wer etwas online stellt, muss eben auch mit Rückmeldungen rechnen. Und daher möchte ich betonen, dass ich es begrüße, dass hier eine kleine Diskussion dazu entstanden ist. Meiner Ansicht nach mehr als das Bild ursprünglich jemals aussagen konnte.

    • Ja, es ist nur gut, wenn es unterschiedliche Meinungen zur Wirkung eines Bildes gibt, das ist auch das Ziel kritischer Fotografie und Erfolg für den Fotografen. Deine Argumentation,ThiliMilli, ist aber sehr widersprüchlich und nicht besonders sachlich.
      Du hast die Redaktion kritisiert, weil sie deiner Meinung nach ein “ethisch fragwürdiges” Bild besprochen hat. Solch einschränkende Einstellung finde ich echt gefährlich, hier riecht es schon stark nach Zensur. Zum Glück kannst du nicht bestimmen, was ein ECHTER “kritischer Reportagejournalismus” ist ;-)… Deine Argumente gehen völlig an der Sache vorbei und scheinen sich eher gegen die Person des Fotografen selbst zu richten (s. dein Kommentar zu seiner Betitelung des Bildes). In diesem Fall solltest du dich lieber an ihn persönlich wenden, statt in dieser Diskussion – in der es leider immer weniger um das vorgestellte Foto geht – stets bloß das letzte Wort behalten zu wollen…

    • Sehr geehrter Herr Sennhauser,
      habe heute morgen einen Blick auf die Seite geworfen und bin sehr froh über die so unterschiedliche Wirkung und die (offensichtlich) ambivalenten Emotionen, die das Bild bei den Betrachtern verursacht hat. Das hätte ich gar nicht erwartet ;)

      @Till-Mill: Dennoch sehe ich mich in der Pflicht, einige Dinge klarzustellen, da mir hier in spekulativer Weise bestimmte Absichten unterstellt werden, ohne diese sachlich zu begründen (der Hinweis auf die Betitelung auf meiner Webseite ist kein Argument, da es erstens, wenn man sich die Mühe macht genau hinzuschauen, nicht der Titel ist. Und zweitens nichts über Absichten im Sinne der Frage, ob es ein kritisches Reportagefoto ist oder nicht aussagt.) Es erübrigt sich darüber hinaus der Hinweis, dass mit einem Link auf eine andere Webseite auch kaum ein „Beweis“ für eine Absicht bestätigt werden kann (da das Foto ja als Einzelbild eingereicht wurde und nicht durch den Hinweis versehen wurde, dass es Teil einer Serie ist). Und zum Glück empfindet die Mehrzahl der Kommentatoren (zu Recht, wie ich finde) den Bären auch nicht als „verniedlichend“ dargestellt, da er ja in einem Kontext zum Jungen steht.

      Es sei mir deshalb eine weitere Bemerkung zu den Äußerungen von ThilliMill erlaubt: Das Bild ist als Einzelbild zur Besprechung durch einen fachkundigen Profi auf einer Webseite eingereicht worden, die als einzige Foto-Webseite in Deutschland (ich kenne zumindest keine weitere) einen solch vorbildlichen und konstruktiven Dialog mit Fotografie-Begeisterten führt. Es geht primär um die Auseinandersetzung mit Bildinhalten und der Bildgestaltung und – vor allem!!! – der Meinung von Profis dazu. Herr Sennhauser hat das Bild, was mich sehr freut, differenziert analysiert und – was eine neue Erkenntnis für mich ist – bestimmte Bedeutungen herausgearbeitet, über die ich so noch nicht nachgedacht habe. Es hat mich beeindruckt, wie er die Ambivalenz des Bildes herausgearbeitet hat. Indem ich über dieses Urteil und seine Begründungen nachdenke, bekomme ich Anregungen für weitere Projekte. Dies bringt mich persönlich weiter und bestärkt mich darin, bestimmte Situationen weiter zu suchen und meine Fotografie bewusst zu verbessern. Um es kurz zu sagen: Dies ist ein Fachforum, es geht um die seltene Gelegenheit des Austauschs mit erfahrenen Fotografen. Und dazu gehört selbstverständlich auch, sich mit dem Gegenstandsobjekt „Foto“ kritisch zu beschäftigen und Wirkungen auf Betrachter zu beurteilen.

      Und hier sei angemerkt: Ausdrücklich verweist der Autor in seiner Bildbesprechung auf das „Tierschutz-Gewissen“ und sagt, dass es in unseren Breiten problematisch wahrgenommen werde. Aber das scheint Thill-Mill einfach zu ignorieren (ist ja auch bequemer so, sonst müsste man ja einen Text lesen).

      Deshalb möchte ich Thill-Mill zu folgendem ermuntern: Erst den Beitrag des Fotografen lesen, dann über das sachliche Urteil nachdenken, und schließlich ein ausgewogenes Urteil mit überlegten Argumenten zu formulieren. Auf Fotocommunity-Webseiten kannst Du gern Emotionen und Schnellschüssen Ausdruck verschaffen, aber in diesem Forum, das sich ausdrücklich um eine qualifizierte Auseinandersetzung mit Bildinhalten und Gestaltungsmöglichkeiten bemüht, sollte es um eine ausgewogene Erörterung gehen. Und bitte nicht mehr Kommentare wie den folgenden auf dieser Webseite einstellen: „Wie gut ist denn das erste Foto bitte?“ (wahrscheinlich ironisch gemeinter Kommentar von TillMill zu einem anderen Foto auf dieser Webseite). Der an Fotografie interessierte User hat absolut gar nichts davon, wenn jemand solche Kurzschlüsse zum Ausdruck bringt. Und ich betone: Kritik bitte unbedingt anbringen, aber sie sollte substanzieller Art sein. Man könnte auch sagen: die Kritik sollte möglichst konstruktiv sein!

      Jedenfalls hat mich, wie schon erwähnt, die Resonanz auf das Bild positiv überrascht. Ich freue mich schon darauf, mein nächstes Bild zur Besprechung einzureichen und hoffe natürlich wieder, Anregungen zur Verbesserung zu bekommen. Regelmäßig verfolge ich auch die Besprechung der Fotografien anderer User und bin immer wieder überrascht, welche Bildelemente den erfahrenen Fotografen verbesserungswürdig erscheinen. Auch das fördert die bildkritische Auseinandersetzung mit eigenen Fotografien. Macht bitte weiter so!

      Viele Grüße

      Alexander Borais

  5. Hallo alle – wir möchten uns für die Wartezeiten bei der Freischltung einiger Kommentare entschuldigen. Waren grad an der Re:Publica in Berlin und nicht so oft im Netz, wie man das wünschen würde.

    Natürlich bin ich nicht einverstanden mit ThilliMillis Forderung, Bilder nach moralischen (und nicht ethischen) Gesichtspunkten zu filtern. Aber ich bin ihm dankbar für den Kommentar, weil er diese Diskussion überhaupt erst ausgelöst hat – und die hat tatsächlich viel mit dem Bild und der Gestaltung zu tun. Das ist die Art von Auseinandersetzung, die wir doch alle suchen – und damit ist das Bild (das ich persönlich hervorragend finde, weil es eine solche Diskussion im Kopf jeden Betrachters provoziert) ein Erfolg, die Kritik hat ihren Zweck erreicht und die Diskussion ist ein erfreuliches Resultat. Danke.

  6. Liebe Leute, ich bin ein wenig erstaunt über die Reaktionen. Daher nun auch mal wieder eine Regung von meiner Seite.

    1. Habe ich keine Forderung gestellt, sondern nur zum Nachdenken angeregt.

    2. Der Verweis auf die Quelle rechtfertigt nicht nur die Einbettung in einen gesamthaften Kontext, sondern fordert diesen geradezu (spätestens seit Guttenberg sollte das jeder wissen, der einmal wissenschaftlich gearbeitet hat) – aber ich gebe gerne zu, dass dies hier sicherlich deutlich zu weit gegriffen ist.

    3. War mein kurzer Kommentar zu einem anderen Bild tatsächlich ernst gemeint, nur hatte ich keine Muße, einen längeren Kommentar über mein Handy abzugeben. Schnellschüsse weise ich von mir.

    4. Bin ich in einem Punkt vollkommen bei Peter, in einem andere deutlich anderer Ansicht. Dabei: Ich freue mich über die ausgelöste Diskussion. Andere Ansicht: Nach moralischen und ethischen (trifft in diesem Fall beides zu) ist meiner Ansicht nach zu filtern.

    5. Finde ich es schwierig bei 2 Personen von der Mehrzahl der Kommentare zu sprechen. Auch wenn dies absolut zutrifft, jedoch nicht repräsentativ ist.

    6. Finde ich es weiterhin noch schwieriger, mich zurecht weisen zu lassen, dass ich Texte nicht lese – jedoch derjenige, der diese Aussage trifft, weder zwischen Fotografen und Kritiker differenziert (ersteren hat die Aussage seines Bildes wenig tangiert, die technischen Punkte standen im Vordergrund; letzterer hat auf das Spannungsfeld hingewiesen), noch seine Gesprächspartner richtig anspricht (2 verschiedene Schreibweisen des Namens und beide falsch). Wer im Glashaus…

    7. Freue ich mich noch immer über die Diskussion.

    Jedoch bin ich hier jetzt raus, da ich selber merke, wie wir uns langsam in Nebensächlichkeiten verlieren. Dem Inhalt ist genüge getan.

    @fokussiert: Ihr macht natürlich trotzdem einen feinen Job!

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