Spiegelungsansicht:
Das Tüpfelchen fehlt

Gute Lichtstimmung und eine spannender Himmel sind Voraussetzungen für ein tolles Bild mit Wasser im Motiv.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Schuster).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Schuster).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild wurde am 09.04.2011 19:10 aufgenommen. Ich wollte einfach den Hafen aufnehmen im WW Format. Ich fand die Reflektionen aufm See toll. Leider war Schiffsverkehr eingestellt und deswegen ist das Schiff auf der linken Seite zu sehen, und ich konnte meinen Standort nicht ändern. Die Spiegelung vom Himmel ist ganz toll im Wasser zu sehn! Das Bild ist unbearbeitet so wie es aus der Cam kommt. Ich hab allerdings noch ne bearbeitete Version auf alt und schwarz weiss. Hätte ich unten mehr freistellen sollen?

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Michael Schuster:

… jetzt warten sicher alle auf das “Aber”. Das kommt auch noch, keine Bange. Doch zuerst mal muss ich sagen, dass Michael schon ein gutes Auge hatte:

Er hat auch einen günstigen Zeitpunkt am Abend für die Fotografie gewählt. Auch die Aufnahmeausrüstung ist für dieses Motiv keine schlechte Wahl. Durch den weiten Winkel des Objektivs kommt Dynamik ins Bild.

Allerdings – und nun kommt schon das Aber – bringen dies Optiken auch Ihre Macken mit. Sie verzerren und vignettieren meistens. Am stärksten, wenn nicht auf den optimalen Wert abgeblendet wird. Meistens befindet sich dieser bei einer mittleren Blende zwischen 8 und 11.

Allerdings muss ich sagen – für ein sogenanntes “Fremdobjektiv” (Tamron) und eine relativ offene Blende von 3.5 sind die Optischen Fehler noch sehr gering. Etwas Abblenden hätte auf jeden Fall nicht geschadet, und die Verschlusszeit wäre dafür auch noch kurz genug.

Mich stört aber noch etwas. Und zwar muss bei solchen Motiven die Kamera entweder genauestens bei der Aufnahme ausgerichtet werden, oder du kommst nicht um etwas Nacharbeit am Computer herum.

Gerade gerichtet und aufgehellt

Gerade gerichtet und aufgehellt

Deine Aufnahme, Michael ist etwas aus der Waage geraten, deswegen ran an das RAW und gerade richten. Du arbeitest ja schon mit Lightroom 3, wie ich weiß. Hierin kannst du sowohl gerade richten als auch die Objektivkorrektur vornehmen. Ich habe dein Bild in Photoshop CS5 ein wenig optimiert. Dadurch wirkt es gleich etwas heller und freundlicher.

Das Boot im Hafen stört mich gar nicht so, es zeigt noch schön mit seinem Hinterteil auf den Turm und leitet unseren Blick, genau wie die Wolken am Himmel sich schön auf den Leuchtturm zu zu bewegen scheinen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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12 Kommentare

  1. Leider kann ich der neuen Version nicht zusprechen. Ich finde die Originalversion viel besser. Denn durch den dunklen unteren Bereich war ein Kontrast vorhanden.
    Leider wurde das neue Bild nun auch unschärfer (mag an der Auflösung und dem Zuschnitt nun liegen).

    Ich hätte eher noch mehr Kontrast, leicht Sättigung erhöht und etwas an den Kurven gedreht:
    http://imageshack.us/photo/my-images/29/29912.jpg/

    • Also das geraderichten ist auf jeden fall notwendig.
      So störend wie bei diesem Bild ist mir das selten aufgefallen. Man glaubt ja fast, das der Bildschirm schief steht.

  2. Was ist dein Anhaltspunkt? Den See im
    Vordergrund bzw Hintergrund kann man nicht nehmen, da das Ende nicht nicht horizontal verläuft (von der Natur aus)
    Nehme ich den Leuchtturm ist dieser schon gerade. Eher bei deinem etwas schief.
    Normalerweise sehe ich sowas auch sofort, aber hier muss ich echt widersprechen.

    • Sebastian, ich kann Dir nicht folgen. Sämtliche Vertikalen im Bild sind eindeutig nach rechts geneigt. Und warum sollte man die Horizontlinie des Sees im Bildhintergrund nicht als Anhaltspunkt nehmen können?

    • weil ein see kein meer ist! basierend auf unserer meererfahrung erwarten wir, dass wasserlinien der horizont sind, was aber bei seen nicht immer zutrifft. unser auge ist nicht objektiv das es immer relativ zu uns bekannten objekten interpretiert.

    • Kannst Du das weiter erläutern? Horizontal, respektive waagerecht, sind stehende Wasserflächen meiner Erfahrung gemäss immer…

    • Seen haben meist keine Horizontlinie (solange sie nicht sehr gross sind oder Du nicht eine sehr tiefe Perspektive waehlst sodass kein Ufer zwidchen Himmel und Wasser liegt) sondern ein Ufer. Ob dieses Ufer parallel zum Horizont ist haengst einzig von der gewaehlten Perspektive ab. Extrembeispiel: Du bildest einen vollstaendigen See ab. Je nach Teil des Sees (Seite vs vorne und hinten) hast Du alle Steigungen als Ufer im Bild – dies ist aber wohl nicht der Horizont.

    • Ok, das leuchtet ein, vielen Dank.

      Mit anderen Worten: Wenn das, was wir hier im Bild sehen, nicht exakt das gegenüberliegende Ufer ist, sondern beispielsweise eines, das schräg zur Bildachse in der Tiefe nach links verläuft, ist die vermeintliche Horizontlinie nicht waagerecht.

      Ich würde mich trotzdem trauen zu sagen, dass bei der meist sehr flachen Perspektive diese Unterschiede einigermassen auszumachen sind. Und wenn keine Vertikalen den Hinweis auf den Bildwinkel liefern, demnach zumindest dem Empfinden nach eine Ausrichtung entlang der Uferlinie sinnvoll sein kann.

      Bleiben hierim Bild allerdings die Vertikalen der Türme, die meiner Ansicht nach eindeutig nach rechts kippen.

    • Die Spiegelung eines Objekt im Wasser steht genau im Lot zum Horizont, selbst wenn der Turm schief sein sollte (soll ja vorkommen). Einfach eine gedachte Linie durch das Objekt und die Speigelung ziehen (z.B. die beiden Turmspitzen) und Ihr habt die Vertikale. Das funktioniert selbst fuer perspektivisch verzerrte Objekte (nach oben gekippte Kamera, oder? Viel Spass beim Geraderuecken, Ordnung muss sein!

    • Jetzt bin ich kurz sprachlos und dann glücklich darüber,dass das Wasser fürs Geraderücken doch noch einen nutzbaren Hinweis liefert – genial simpel. Danke, Frank.

  3. Die Version vom Sebastian gefällt mir auch. Ich seh schon das ich noch viel lernen muss.

Ein Pingback

  1. [...] Vordergrund.Mittenplatzierungen sind bei Spiegelungsfotos gang und gäbe. Sobald eine Wasserlinie wie ein Horizont zwischen dem Objekt und seiner Spiegelung erscheint, bietet sich – als Ausnahme von der Regel [...]

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