Ephemicropolis und Bostitch-City:
Makro-Stadtlandschaften

Was man mit Makro-Fotografie auch noch machen kann: Illusionen einer futuristischen Welt – gebaut aus Heftklammern.

Ephemicropolis, Peter RootRoger Albani: Bostitch CityDer Schweizer Roger Albani, der auf fokussiert.com auch bereits mit einem Architekturbild vertreten war, hat eine Serie Stadtfotos geschossen, die der Romantik der Skyscraper-Klischees folgt und mit Silhouetten und Lichteinfällen operiert. Allerdings handelt es sich um Makro-Fotos, die dank geringer Schärfentiefe (Modell-Effekt, Fake Tilt/Shift) wie Aufnahmen grosser Städte aussehen. Uns hat Roger erzählt, dass er nicht von Peter Root’s Staple-Stadt Ephemicropolis inspiriert war, die aber nicht minder interessant ist:

[photos title=“Roger Albanis Bostitch City und Peter Roots Ephemicropolis“ pics=“3 4 6 7″]

Das Kunstprojekt des 30jährigen Guernsey-Künstlers, der mit 100’000 verschiedenen Heftklammer-Blöcken (Staples) in 40 Stunden eine gigantisch-winzige Stadtlandschaft gebaut hat, wirkt in fotografischen Ansichten bereits bestechend. Dabei steht das Projektauf einem topfebenen Granit-Fussboden in den Northern Trust Offices in Guernsey.

The Making of Ephemicropolis from Peter Root on Vimeo.

Roger Albani dagegen wollte den Effekt weiter ziehen und die Heftklammer-Stadtillusion in „natürliches“ Umgebungslicht tauchen.

Die Idee entstand beim Sortieren verschiedener Heftklammern. Dabei entstanden auf dem Tisch verschiedene Schatten, welche Wolkenkratzern ähnlich sahen. Erst später entdeckte ich Peter Roots Video und war dann schon sehr von seiner Arbeit beeindruckt.

Rogers Fotos dürften mit weit weniger als den 100’000 Heftklammern zustandegekommen sein, aber der Effekt der Detailaufnahmen verfehlt nicht ihren Reiz und verlangt einen zweiten Blick auf die Bilder. Die Technik für Fotos allerdings ist, auch wenn sie simpel scheint, nicht ganz ohne knifflige Lösungen:

Roger versuchte es zuerst auf dem Wohnzimmertisch und mit der Spiegelreflexkamera und einer Taschenlampe.

Das entstandene Bild entsprach aber nicht meinen Vorstellungen. Aus diesem Grund griff ich nach meinem iPhone: Die Kamera liegt bei diesem Gerät sehr nah am Tisch, womit ich einen anderen Blickwinkel erreichen konnte, leider aber nicht die gewünschte Bildqualität.

Bei diesem Versuch wurde mir klar, dass ich das Bild irgendwie mit einer Spiegelreflexkamera erzeugen musste, damit ich eine dementsprechende Bildqualität erhalten würde. Aber wie konnte ich mit einer Spiegelreflexkamera und einem Objektiv von 135mm die Augenhöhe einer Fliege erreichen? Aufgrund dieser Problematik blieb das Projekt über ein Jahr lang liegen.

Nach einiger Zeit veränderte ich meinen Standpunkt und die Standorte für die Fotografie dieser Bilder. Mein Ziel war es die Stadt so wirklichkeitsgetreu wie möglich nachzustellen und dafür musste ich die Bilder draussen ablichten. Die Installation draussen war relativ schwierig. Bei jedem kleinsten Windstoss oder Berührung am Tisch fiel die ganze Stadt wie ein Dominospiel zusammen. Vor allem in der Nacht bei den Mondaufnahmen war es nicht einfach, nicht an den Tisch zu stossen.

Inzwischen ist Roger mit den Effekten zufrieden, wil das Projekt aber nächstens mitweiteren effekten und Tricks weiter ausbauen.

Roger Albani

Peter Roots Ephemicropolis

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