Swiss Photo Award 2011:
Verbrannte Erde

Meinrad Schade ist der Gewinner des Swiss Photo Award 2011. In seiner Serie “Verbrannte Erde” ging er auf “Spurensuche an den Rändern der Konflikte”.

Meinrad Schade - aus: Verbrannte Erde

Meinrad Schade - aus: Verbrannte Erde

Fast 700 Bildserien sind zum Swiss Photo Award 2011 eingereicht worden – 18 Fotografinnen und Fotografen sind für den Hauptpreis ausgewählt worden., die nun ausgestellt werden. Darunter sind die sechs Kategoriengewinner – Meinrad Schade ist einer von ihnen.

Meinrad Schades ausgezeichnete Bildserie ist Teil des Langzeitprojektes “Vor, nach und neben dem Krieg – Spurensuche an den Rändern der Konflikte“, wie die Organisatoren des Swiss Photo Award mitteilen. In der sowjetischen Atomteststadt Semipalatinsk waren die Menschen, durchaus auch beabsichtigt, schutzlos der Strahlung ausgesetzt. So sei dort auch die Krebsrate doppelt so hoch wie in vergleichbaren, verseuchten Gebieten. Schade zeigt, was geblieben ist, wie das Leben trotzdem weiter geht, denn “die Menschen von Semipalatinsk sind gezwungen, die Folgen der Bombe in ihren Alltag zu integrieren”. Meinrad Schades Fotografien von Landschaften, Monumenten und Menschen haben seit dem Unfall im japanischen Fukushima zusätzlich an Brisanz gewonnen.

Der 1968 geborene Meinrad Schade hat 1996 zur Fotografie gefunden und nach seiner Fotografie-Ausbildung im Rahmen der Zürcher GAF (Gruppe autodidaktischer Fotografen) in Luzern 2000 einen Lehrgang zum Pressefotografen absolviert. Nach drei Jahren beim St. Galler-Tagblatt hat er sich 2002 selbständig gemacht. Parallel zu seiner Erwerbsarbeit führt Schade immer wieder Langzeitprojekte durch, die in Ausstellungen gezeigt werden.

Fred Merz: Les trieurs de Jardim Gramacho

Fred Merz: Les trieurs de Jardim Gramacho

Neben dem Hauptgewinner wurden beim Eröffnungsfest am 20. Mai auch die sechs Kategoriensieger ausgezeichnet. Meinrad Schade hat die Kategorie Redaktionelle Fotografie (Fotopreis der SonntagsZeitung) gewonnen. Die weiteren fünf Gewinnerinnen und Gewinner in den Kategorien:

Zoe Tempest (Zürich) wird in der Kategorie Werbung prämiert (Fotopreis der vfg vereinigung fotografischer gestalterinnen und der Schweizer Berufsfotografen und Fotodesigner sbf), Sven Bänziger (Zürich) in der Kategorie Fashion (Fotopreis des Magazins Bolero).

Katalin Deér (St. Gallen) gewinnt den von Hochparterre ausgerichteten Preis für Architekturfotografie, Joel Eschbach (The Umbrella Kid, Basel) jenen der Julius Bär-Stiftung für Fine Art und Fred Merz (Genf) den Fotopreis von Alpa of Switzerland in der Kategorie Free.

Joel Eschbach: The Umbrella Kid – The Sound Body

Joel Eschbach: The Umbrella Kid – The Sound Body

In der nur einwöchigen Ausstellung “Swiss Photo Award – ewz.selection” werden alle 18 für den Hauptpreis nominierten Arbeiten ausgestellt – im ewz-Unterwerk Selnau. Der Fotomai Zürich hat darüber hinaus noch einiges mehr an Veranstaltungen zu bieten – um genau zu sein: 80 Anlässe in der Woche vom 20. bis 29. Mai. Wir finden die ganze Agenda auf der Website der ewz.selection.

Mit zu den Höhepunkten gehört auch die Jubiläumsausstellung der Schweizer Fotografie. Seit 30 Jahren sammelt die Kunstsammlung der Bank Julius Bär Kunst von Schweizer Künstlern. Nun zeigt die Bank zum 30-jährigen Bestehen der Sammlung ausgewählte fotografische Arbeiten unter anderem von Olaf Breuning, Thomas Flechtner, Andrea Good, Peter Fischli und David Weiss, Rémy Markowitsch, Tobias Madörin, Shirana Shahbazi, Annelise Strba, Cécile Wick – ebenfalls im ewz-Unterwerk Selnau.

Katalin Déer: Present Things and Buildings

Katalin Déer: Present Things and Buildings

Das größte (?) Foto der Schweiz: Die Zürcher Fotokünstlerin Andrea Good pflegt die alte Technik der Camera Obscura oder Lochkamera. Sie verwandelt dazu ganze Container oder Büros in Kameras. Für ein Projekt nutzte sie, während des Gottesdienstes, gleich eine ganze Kirche als begehbare Kamera. Die großformatige Langzeit-Belichtung misst 6.76 x 7.32 Meter und ist angeblich die größte Fotografie der Schweiz. Das Bild aus der Kirche St. Arbogast, Oberwinterthur wird zum ersten Mal ausgestellt – in der Ausstellung “Swiss Photo Award”.

Sven Bänziger: Alex

Sven Bänziger: Alex

Den Abschluss des Foto-Mai Zürich bietet die 1. Zürcher Fotonacht am 28. Mai, die das Publikum zu einem Rundgang bis Mitternacht zu neun Fotoausstellungen, zu Vernissagen, Bildersoirées, Führungen, Musik und einer großen Party einlädt.

Diese Ausstellungen bleiben dabei bis Mitternacht geöffent: “Henri Cartier-Bresson” (Museum für Gestaltung Zürich, fokussiert.com: Der komplette Fotograf), die Galerien von Walter Keller und Christophe Guye, die Fotopreise “Swiss Press Photo 11″ (Landesmuseum Zürich), die “World Press Photo 11″ präsentiert von Keystone, der “vfg Nachwuchsförderpreis für Fotografie”, und der “Swiss Photo Award – ewz.selection” mit den Zusatzausstellungen “30 Jahre Julius Bär” Kunstsammlung» sowie “Facing the Impossible” (Polaroids).

Zoe Tempest: Horse Jumper

Zoe Tempest: Horse Jumper

Wir behalten in dieser Fülle hoffentlich alle den Überblick. Die Einzelheiten zum Swiss Photo Award und zum Fotomai Zürich stehen auf der Website.

Swiss Photo Award – ewz.selection
Bis 29. Mai
ewz-Unterwerk Selnau, Selnaustrasse 25, CH-8001 Zürich
Geöffnet täglich 12 bis 20 Uhr

Swiss Photo Award – ewz.selection

 

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