Tierfotografie:
Platz für Hund und Katz

Die Darstellung von Tieren gehört zu den ältesten Motiven in der Kunst. In der Fotografie ist das nicht anders.

Esko Männikkö: Tplá, 2005
. Aus der Serie: Harmony Sisters

Esko Männikkö: Tplá, 2005
. Aus der Serie: Harmony Sisters

“Für Hund und Katz ist auch noch Platz” – so heißt eine aktuelle Ausstellung in Frankfurt/Main. Über 20 Fotografinnen und Fotografen zeigen zeitgenössische Tierfotografie.

Der Ausstellungstitel „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ ist dem gleichnamigen Buch der Kinderbuchautoren Axel Scheffler und Julia Donaldson (Affiliate-Link) entlehnt: Darin versammelt die gutwillige Hexe während ihres Fluges durch die Lüfte einige Mitreisende auf ihrem Besen. Zur Katze gesellen sich der Hund, der Frosch und der Vogel. Es kommt wie es kommen musste: der Hexenbesen bricht unter der Last entzwei und es droht Unheil. Trotzdem geht die Geschichte gut aus.

Unter den ausgestellten Fotografen im Artfoyer der DZ Bank sind zum Beispiel Roni Horn, Bertram Kober, Jochen Lempert, Robert Longo, Esko Männikkö, Heinrich Riebesehl, Walter Schels (fokussiert.com: Begegnungen mit Sterbenden), Timm Ulrichs, William Wegman, Thomas Wrede, Barbara Wolff oder Christina Zück.

Robert Longo: Untitled (Shark), 2010. 
Aus der Serie: Perfect Gods, 2007

Robert Longo: Untitled (Shark), 2010. 
Aus der Serie: Perfect Gods, 2007

Um etwa den Bildgegenstand von Roni Horn, USA, zu erkennen, bedarf es eines zweiten Blicks.

Es handelt sich um Porträts, die vor einem weißen Hintergrund den Hinterkopf von Wildvögeln zeigen. Zentrales formales Mittel der Künstlerin ist das der Zweiheit. So sind auch die gezeigten Fotografien Doppelbilder.

Hinterlassenschaften von Vögeln, die gegen Fensterscheiben flogen, faszinieren Thomas Wrede, Deutschland. Der Künstler lichtet die Konturen der jäh verunglückten Tiere ab, indem er deren Abdrücke auf der Glasfläche bestäubt. fokussiert.com: Immer zweimal hingucken.

Walter Schels: Schaf, 1984. Aus der Serie: Tiere

Walter Schels: Schaf, 1984. Aus der Serie: Tiere

Jochen Lempert, ebenfalls Deutschland, reflektiert als ausgebildeter Biologe in seinen Arbeiten das Verhältnis von Mensch und Tier, von Naturwissenschaft und Kunst. Zwischen wissenschaftlicher Systematik und freier Assoziation lenkt er in seinen oft humorvollen Schwarz-Weiß-Fotografien den Blick auf die Allgegenwart anthropomorpher Projektionen. fokussiert.com: Das Auge des Biologen.

Hintergründig entführt Barbara Wolff ins Reich fantastischen Märchen. In konzeptueller Arbeitsweise baut die “digitale Malerin” aus ihrer Sammlung von Postkarten, Buchillustrationen und eigenen Aufnahmen am Computer Collagen zusammen. Dabei entstehen groteske Mischwesen.

Die Raubkatze “Liger”, wie die Künstlerin sie nennt, ist halb Tiger, halb Löwin.

Richard Ross: Scottish National Museum, Edinborough, 1993
. Aus der Serie: Museology

Richard Ross: Scottish National Museum, Edinborough, 1993
. Aus der Serie: Museology

Anfang der Siebzigerjahre beginnt der Amerikaner William Wegman seinen Hund, einen Weimaraner namens Man Ray, verkleidet in menschlichen Handlungen oder in ungewöhnlichen Posen abzulichten. Später fotografiert er ein Rudel Weimeranerwelpen.

Die Hundekinder sind nicht mehr verkleidet, sondern werden von Wegman so in Pose gebracht, dass sie zu “Zeichen” werden.

Wir sehen die Hunde auf William Wegmans Website.

Sanna Kannisto - Hummingbird flight: Eupetomena macroura (Detail), 2005

Sanna Kannisto - Hummingbird flight: Eupetomena macroura (Detail), 2005

Die Finnin Sanna Kannisto nimmt regelmäßig an Exkursionen in den Regenwald des Amazonas teil, um sich ihren visuellen Studien zu widmen. Von naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden inspiriert sammelt und archiviert die Künstlerin verschiedene Arten von Pflanzen und Tieren, um diese anschließend von ihrer natürlichen Umgebung isoliert fotografisch zu dokumentieren.

Christina Zück, Deutschland, porträtiert Tiere nicht in ihrem natürlichen Umfeld, sondern in zoologischen Gärten – Orte, die den natürlichen Lebensraum der Tiere simulieren. Die expressiven Tierporträts sind von erstaunlicher Authentizität.

Für Hund und Katz ist auch noch Platz
Bis 24. September
Art Foyer DZ Bank
Eingang: Cityhaus I, Friedrich-Ebert-Anlage, Platz der Republik, D-60265 Frankfurt (Main)
+49 (0)69 7447 2386, kunst@dzbank.de
Geöffnet Dienstag bis Samstag 11 – 19 Uhr

Kunstsammlung DZ Bank
William Wegman

 

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